20 Januar 2009, 12:41
Brief der US-Bischofskonferenz an Obama
 
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Problemfelder: Steuerfinanzierte Abtreibungen, Verpflichtung aller Spitäler, sie durchzuführen und die gesetzlich verankerte Ehe zwischen Mann und Frau.

Chicago (kath.net) Kardinal Francis George, Erzbischof von Chicago, hat als Vorsitzender der US-Bischofskonferenz einen offiziellen Brief an Barack Obama, den am Dienstag vereidigten Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, geschrieben. In dieser “Agenda für Dialog und Tat” vom 13. Jänner listet er Sorgen der Kirche und Kooperationsmöglichkeiten mit ihr auf. Das berichtet Cathnews.

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Der Brief wurde an Obama, Vize-Präsident Joseph Biden und an jedes Mitglied des neuen Kongresses gesandt. Er enthält einen breiten Überblick über die politischen Prioritäten aus Sicht der Bischofskonferenz, von der Wirtschaftskrise bis zum Lebensschutz: Die Wiederherstellung der Wirtschaft müsse alle Teile der Gesellschaft umfassen so wie die „verletzlichsten und stimmlosen Mitglieder der Menschheitsfamilie“, besonders die Ungeborenen.

Als Hirten und Lehrer wenden sich die Bischöfe an die Öffentlichkeit gemäß der moralischen Prinzipien, die aus der Erfahrung der Sorge um Menschen in Not entwickelt worden sind.

Die Position der Kirche zur Abtreibung ist eindeutig ausgedrückt: “Wir werden uns gegen gesetzliche oder andere Mittel stellen, die Abtreibung ausweiten. Wir werden daran arbeiten, eine wesentliche und breit unterstützte Politik zu erhalten, die Respekt vor dem ungeborenen Leben zeigt, die Gewissensrechte des Gesundheitspersonals und anderer Amerikaner schützt und verhindert, dass die Regierung Abtreibung finanziell fördert und vorantreibt.“ Der Passus bezieht sich auf einen solchen Gesetzesvorschlag, KATH.NET hat berichtet.

"Bemühungen, Amerikaner zu zwingen, Abtreibungen mit ihrem Steuergeld zu finanzieren, würden ein ernsthaftes moralisches Problem bringen und das Durchgehen wesentlicher Gesundheitsreformen aufs Spiel setzen.“ Eine Gesundheitsreform müsse jedes Leben „einschließlich ungeborenes Leben“ schützen und die moralischen und religiösen Überzeugungen von Gesundheitspersonal und Patienten respektieren.

Der Kampf gegen HIV sollte auf „effektive und moralisch angemessene Weise“ fortgesetzt werden. Die Ehe ist eine “treue, exklusive, lebenslange Verbindung von einem Mann und einer Frau und muss vor dem Gesetz eine solche bleiben.“

Bei der Inauguration Barack Obamas als Präsident ist kein katholischer Geistlicher als Vorbeter beteiligt, sondern vier protestantische. Das Magazin National Catholic Register vermutet, dass darum kein katholischer Bischof eingeladen wurde, weil ein solcher mit ziemlicher Sicherheit auf die Pro-Abtreibungspolitik der Demokraten hinweisen würde.

Der Brief im Originalwortlaut

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