23 November 2008, 13:07
Papst: Endgerichts-Gleichnis prägte unsere Geschichte
 
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"Wenn wir die Nächstenliebe in die Praxis umsetzen, machen wir Platz für das Reich Gottes, und sein Reich realisiert sich mitten unter uns. Wenn aber jeder nur an die eigenen Interessen denkt, kann die Welt nur zugrunde gehen", sagte der Papst.

Vatikan (kath.net/RV) Jesus hat den Königstitel im politischen Sinn für sich abgelehnt. Beim Verhör vor Pilatus bestätigt er aber, ein „König“ zu sein, allerdings „nicht von dieser Welt“ (Joh 18, 36-37). Das sagte der Papst am Christkönigssonntag, dem letzten Sonntag des Kirchenjahres, vor dem Angelus mit den auf dem Petersplatz versammelten Pilgern. „Das Königtum Christi ist die Offenbarung und Aktuierung des Königtums des Vaters, der alle Dinge mit Liebe und Gerechtigkeit regiert.“ Der Vater habe dem Sohn aufgetragen, den Menschen das ewige Leben zu bringen und sie als Menschensohn, der uns gleich ist, zu richten.

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Das Gleichnis Jesu vom Endgericht, bei dem das Kriterium der Nächstenliebe gilt, habe die Gesellschaft und Geschichte der christlichen Völker geprägt: „die Hierarchie der Werte, die Institutionen, die zahlreichen wohltätigen und sozialen Werke“. Die Herrschaft Gottes bringt alles Gute im Menschen und in der Geschichte zur Vollendung. „Wenn wir die Nächstenliebe in die Praxis umsetzen, machen wir Platz für das Reich Gottes, und sein Reich realisiert sich mitten unter uns. Wenn aber jeder nur an die eigenen Interessen denkt, kann die Welt nur zugrunde gehen.“

Bei Gott zähle nicht der äußere Anschein. „In sein ewiges Reich nimmt Gott alle auf, die sich Tag für Tag bemühen, sein Wort in die Praxis umzusetzen.“ Der Papst schloss mit einem Bittgebet an die Jungfrau Maria, die das „demütigste aller Geschöpfe“ und das „größte in Gottes Augen“ ist.

Auf Deutsch sagte Benedikt XVI.: Einen frohen Gruß richte ich an alle deutschsprachigen Brüder und Schwestern hier auf dem Petersplatz. Heute feiern wir das Hochfest Christkönig. Das Königreich Christi folgt jedoch nicht den Kriterien dieser Welt; sein Maßstab ist vielmehr die Liebe, die Hingabe, der Einsatz für die Bedürftigen an Leib und Seele. Wenn wir daher im Vaterunser darum beten, dass sein Reich komme, dann erfordert das von uns die Bereitschaft, den Willen unseres Königs im eigenen Leben umzusetzen. Der Herr zeige uns, wo wir unseren Mitmenschen helfen können. Gesegneten Sonntag!

Nach dem Angelus gedachte Papst Benedikt der großen Hungersnot in der Ukraine 1932-33, die sich in diesen Tagen zum 75. Mal jährt. Niemals mehr dürfe es geschehen, dass eine politische Ordnung im Namen einer Ideologie die Rechte der menschlichen Person und ihre Freiheit und Würde missachte, sagte der Papst. Laut jüngsten Berechnungen der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften starben damals unter dem kommunistischen Regime allein in der Ukraine rund 3,5 Millionen Menschen. Auf Polnisch gratulierte Papst Benedikt der polnischen Redaktion von Radio Vatikan zum 70. Geburtstag.





Foto: (c) korazym

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