07 Oktober 2008, 11:59
US-Bischof: Abtreibung ist wahlentscheidend
 
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"Das beste Gesundheits- und Bildungssystem, die fairsten Einwanderungsgesetze und die gesündeste Wirtschaft tun nichts für das Kind, das nie das Licht der Welt erblickt", sagt Bischof Martino zur US-Wahl.

Scranton (kath.net) Der Bischof von Scranton im US-Bundesstaat Pennsylvania, Joseph Martino, hat in einem Hirtenbrief die Abtreibungsfrage als höchstes Wahlkriterium herausgestellt. Das meldet CWNews mit Berufung auf die Scranton Times Tribune.

Am vergangenen Wochenende, dem „Respect Life“-Sonntag und seinem Vorabend, wurde der Brief in allen Messen verlesen. Dieser spezielle Sonntag des Lebensschutzes wurde 1972 von den Bischöfen eingeführt, ein Jahr vor der Legalisierung der Abtreibung durch das Höchste Gericht der USA. Seither ist der Monat Oktober speziell dem Lebensschutz gewidmet, der jetzt im Wahlkampf mehr denn je umstritten sei, bemerkt der Bischof in dem Hirtenbrief auf der Website der Diözese.

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Joseph Martino zitiert ein unter Katholiken gängiges Argument: „So falsch Abtreibung ist, denke ich nicht, dass es das einzig relevante „Lebens“-Thema für die Wahlentscheidung sein sollte.“ Seine Antwort: „Diese Argumentation ist nur stichhaltig, wenn andere Themen dasselbe moralische Gewicht wie die Abtreibung haben, wie etwa die Euthanasie und die Zerstörung von Embryonen für Forschungszwecke.“

Die „richtigen“ Lösungen in Fragen zu Gesundheitsversorgung, Bildung, wirtschaftlicher Sicherheit, Immigration und Steuern entschädigen nicht für den Fehler, den Wert eines menschlichen Lebens gering zu schätzen. Natürlich seien diese Fragen sehr wichtig.

Doch „bedenken Sie dieses: Das beste Gesundheits- und Bildungssystem, die fairsten Einwanderungsgesetze und die gesündeste Wirtschaft tun nichts für das Kind, das nie das Licht der Welt erblickt. Es ist eine tragische Ironie, dass die Kandidaten „für eine freie Wahl“ soweit kommen, Mord zu unterstützen – die schlimmste Ungerechtigkeit, die eine Gesellschaft erleiden kann – im Namen der ‚sozialen Gerechtigkeit’.“

Schon vor zehn Jahren hatten die US-amerikanischen Bischöfe geschrieben: “Das Leben in seinem verletzlichsten Stadium nicht zu schützen macht alle Ansprüche verdächtig, die “richtigen” Positionen in anderen Fragen zu bieten, welche die Ärmsten und Machtlosesten der Gesellschaft betreffen.“ (Aus: Living the Gospel of Life: A Challenge to American Catholics, 23)

Laut Bericht von „National Right to Life” wurden seit 1973 in den USA 48,5 Millionen Abtreibungen durchgeführt. „Schon eine wäre zu viel. Kein Krieg, keine Naturkatastrophe, keine Krankheit hat einen solch hohen Preis gefordert“, betont Martino.

Dabei seien schlicht die Voraussagen Papst Pauls VI. aus „Humanae Vitae“ von 1968 eingetroffen: Künstliche Verhütungsmittel würden zu mehr ehelicher Untreue und einem generellen Absinken des moralischen Standards führen. “Vierzig Jahre später bestätigen Sozialwissenschaftler – nicht notwendigerweise Katholiken – die Exaktheit seiner Voraussagen.“

Mit welchen Argumenten auch immer das Lebensrecht eines Ungeborenen negiert oder die Abtreibung verteidigt werde – sie widersprechen klar der Lehre der katholischen Kirche.

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