12 September 2008, 09:54
Jüdische Organisation kritisiert Evangelikale
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Judentum'
Vorwurf: Einladung zum Glauben ist "ernsthafte Beleidigung des jüdischen Volkes" - Evangelische Weltallianz kritisiert Anti-Verleumdungs-Liga: Liga diffamiert Freunde von Israel

Tübingen (kath.net/idea)
Scharfe Kritik an der Weltweiten Evangelischen Allianz hat die jüdische „Anti-Defamations-League“ (Anti-Verleumdungs-Liga) geübt. Die einflussreiche US-amerikanische Organisation gegen Antisemitismus und Rassismus wendet sich gegen die „Berliner Erklärung zur Einzigartigkeit Christi und zur Evangelisation unter Juden in Europa heute“, die die Theologische Kommission der Weltallianz Mitte August verabschiedet hatte. Die darin enthaltene Aufforderung, Juden zum Glauben an Jesus Christus einzuladen, sei eine „ernsthafte Beleidigung des jüdischen Volkes“, heißt es in einer Stellungnahme der Liga.

Werbung
Ordensfrauen


Außer der Missachtung biblischer Lehre beweise die „Berliner Erklärung“ auch eine besondere Taktlosigkeit, da sie ausgerechnet in der Stadt verfasst worden sei, von der aus die Nazis die Endlösung der Judenfrage betrieben hätten.

Der Vorsitzende der Theologischen Kommission der Weltallianz, Rektor Rolf Hille vom Albrecht-Bengel-Studienhaus (Tübingen), bedauerte die jüdische Stellungnahme. Die Liga diffamiere Freunde des Judentums und Israels, indem sie die „Berliner Erklärung“ einseitig zitiere, sagte Hille gegenüber idea. In dem Dokument werde die Mitschuld von Christen am Holocaust beklagt und als Konsequenz betont, dass sich die in der Weltallianz zusammenarbeitenden Christen mit dem jüdischen Volk solidarisierten. Evangelikale bekämpften Antisemitismus, Vorurteile und Diskriminierung.

Zugleich bekräftigte Hille das Recht von Christen, ihren Glauben auch gegenüber Juden zu bezeugen. Dies gehöre zu der in allen demokratischen Staaten garantierten Rede- und Religionsfreiheit. Dieses Recht dürfe weder von jüdischen Organisationen noch vom Staat Israel, der sich als Rechtsstaat verstehe, in Frage gestellt werden. Die Weltweite Evangelische Allianz vertritt rund 420 Millionen Evangelikale in 128 Ländern.

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!










Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben


 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

Fürstin Gloria zieht Unterschrift von Protestschreiben zurück! (71)

"Hohmann sollte lieber die antikirchliche Haltung der AfD kritisieren" (66)

St. Martin-Reiter nennt das Fest „christlich“ und fliegt deshalb raus (51)

„Warum die Pachamama-Verehrung im Vatikan keine Belanglosigkeit war“ (48)

Papst wünscht Stärkung der Laien (47)

Das Logo unter der Lupe (43)

"Es war nie meine Absicht, Papst Franziskus persönlich anzugreifen" (40)

Mexikanischer Bischof meint: Pachamama-Ehrung ist keine Götzenanbetung (38)

‘Sünden gegen die Umwelt’ könnten Teil kirchlicher Lehre werden (27)

Ein Gitter schützt den Reichtum (26)

Von Götzen und billigen Ablenkungsmanövern (22)

'Wir hatten Angst vor der öffentlichen Meinung und flohen' (22)

Altbischof Kamphaus: „Ich habe schwere Schuld auf mich geladen“ (14)

Zusammenhang zwischen Verhütungsmentalität und Gender-Ideologie (13)

„An den eigentlichen Problemen vorbei“ (12)