28 Juli 2008, 09:32
Zieht euch nicht 'in den kleinen Kreis' zurück!
 
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Bischof Gerhard Ludwig Müller bei Predigt vor 6000 Gläubige beim Anna-Schäffer-Gebetstag in Mindelstetten: Es ist beschämend zu sehen, dass wir uns durch kleine Widrigkeiten vom Wesentlichen abhalten lassen."

Mindelstetten (kath.net/pdr) Anlässlich des Anna-Schäffer-Gebetstags hat Bischof Gerhard Ludwig am vergangenen Samstagabend auf dem Kirchplatz in Mindelstetten mit ca. 6000 Gläubigen ein Pontifikalamt gefeiert. Angesichts der Geschichte der seligen Anna Schäffer (1882-1925), die ihr jahrelanges schlimmes Leiden in Liebe zu Gott ertrug, fragte Bischof Gerhard Ludwig in seiner Predigt: „Gibt es heute noch solche Vorbilder in der Nachfolge Christi?“

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Die Selige war während der Arbeit in einen Trog siedenden Wassers gefallen. Der Bischof sprach von der Begegnung, die er kurz nach Ostern während der Pastoralreise nach Südafrika mit einem Mädchen hatte. Alkoholisiert hatte der eigene Vater das Mädchen gegen die Wand geschleudert, so dass es für den Rest seines Lebens einschließlich seines Halses vollständig gelähmt bleiben wird. „Als ich in seine Augen sah, war ich zutiefst beeindruckt vom Lächeln und von der Freude, die das Mädchen ausstrahlt“, so der Bischof. „Es ist beschämend zu sehen, dass wir uns durch kleine Widrigkeiten vom Wesentlichen abhalten lassen.“

Der Fall des großen Völkerapostels Paulus verdeutliche, dass das Leiden zu seiner apostolischen Existenz gehörte. „An uns liegt es, als Glieder des Leibes Christi das zu ergänzen, was an seinem Leiden noch fehlt“ (Kol 1,24), sagte der Bischof weiter. So könnten wir dazu beitragen, die heilbringende Macht Christi durch seinen Leib zur Menschheit kommen zu lassen.

Jedem Menschen zu sagen, dass sein Leben in Jesus Christus Sinn hat und dass sein Leben nicht umsonst ist, das sei die Botschaft, die die Menschen anrührt.

Bischof Gerhard Ludwig forderte die Gläubigen auf, sich nicht „in den kleinen Kreis zurückzuziehen“, sondern zu den Menschen zu gehen, um unter ihnen öffentlich die Liebe Gottes durch Wort und Tat zu verkünden. So wirke die Kirche als Zeichen, Werkzeug und Sakrament der innigsten Vereinigung Gottes mit den Menschen.

Diesen apostolischen Eifer, die Öffentlichkeit trotz Spott und Gleichgültigkeit mit der Botschaft Christi zu durchdringen, habe der heilige Paulus vorgemacht. „Er hat das Evangelium in die Welt getragen, bis es schließlich auch bei uns in Bayern angekommen ist und seine Wurzeln geschlagen hat. „Wir werden nicht auf eine säkularisierte Gesellschaft zugehen, sondern weiter auf dem Weg der guten Kooperation mit den Einrichtungen des Staates vorwärts schreiten“, so der Bischof: „Denn Jesus Christus ist die Zukunft für uns alle und für unser Land.“

Foto: (c) Bistum Regensburg

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