30 März 2008, 08:38
Magdi Allam: 'Kirche lässt Konvertiten häufig im Schatten stehen'
 
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Der prominente Konvertit sprach im Interview über "Katakomben-Christen" und Papst Benedikt XVI., den er schon als Muslim schätzte.

Berlin (www.kath.net) „Ich habe schon als Muslim diesen Papst geschätzt.“ Das bekannte der italienische Journalist Magdi Christian Allam, der sich in der Osternacht von Papst Benedikt XVI. taufen ließ, im Interview mit der „Welt“.

„Der Papst geht von der Vorbedingung aus, dass Glaube und Vernunft nicht zu trennen sind. Ich glaube, seine Vorstellung eines Dialogs beginnt genau hier: Bei allen Unterschieden im Glauben muss es Werte geben, die absolut und universal sind: den Schutz des Lebens, die Würde des Menschen, Gleichheit von Mann und Frau und an erster Stelle die Religionsfreiheit.“

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Benedikt sei überzeugt: „Ohne Einigkeit über diese Dinge kann es keinen funktionierenden Dialog geben. Es ist die Größe dieses Papstes, nicht nur Mann des Glaubens, sondern auch der Vernunft zu sein.“

Nach Ansicht Allams lasse die Kirche „leider häufig Konvertiten im Schatten stehen“. Dies sei absurd, denn: „Wenn ein Christ Muslim wird, würde keiner auf die Idee kommen, das zu beanstanden. Wenn ein Muslim sich bekehrt, ist das oft sein Todesurteil.“

Deshalb gebe es nach wie vor die „Katakomben-Christen“ in Italien und in Europa, also „Christen, die nur im Geheimen ihren Glauben leben können“. Allam: „Ich kenne Dutzende solche Menschen. Ich glaube, der Papst wollte mit meiner Taufe in dieser großen Messe der ganzen Kirche sagen: Habt keine Angst, ihr habt die Pflicht, Christus jenen Menschen zu bringen, die ihn aus freien Stücken begehren.“

Was ist sein Ziel? „Vor allem will ich erreichen, dass wir als Westen wieder unsere Werte entdecken und schätzen. Denn wenn wir uns derer nicht bewusst sind, können wir auch nicht in den Dialog mit anderen treten.“

Er äußerte auch die Überzeugung, „dass viele Muslime eine gemäßigte Auslegung des Islam leben, und es ist unsere Pflicht, mit all jenen den Dialog zu pflegen und friedlich zusammenzuleben, die fundamentale und nicht verhandelbare Werte wie die Freiheit und Würde des Menschen anerkennen“.

Auch er selbst sei gläubiger Muslim gewesen und wollte einen moderaten Glauben leben. „Doch als ich schließlich bedroht wurde und Leibwächter bekam, da habe ich gemerkt: Die Religion des Lebens und der Liebe ist das Christentum. Es ist mein Recht, eine negative Einstellung gegenüber dem Islam zu haben. Das heißt nicht, dass ich für einen Religionskrieg bin oder gegen den Dialog.“

Foto: (c) korazym.org

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