10 März 2008, 13:04
'Es gibt nach wie vor klare Unterschiede zur katholischen Lehre'
 
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Der Präsident des Päpstlichen Einheitsrates nahm gegenüber KATH.NET Stellung zu verkürzten Medienberichten über seine Aussage, die Kirche könne von Martin Luther lernen.

Rom (www.kath.net) Der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Kardinal Walter Kasper, hat Medienberichte dementiert, wonach er undifferenziert behauptet habe, man könne von Martin Luther lernen. Dies treffe zu, stellte der Kardinal gegenüber KATH.NET klar. „Ich habe aber hinzugefügt, dass nach wie vor auch klare Unterschiede zur katholischen Lehre bestehen.“

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Dies sei nicht berichtet worden, was einseitig und irreführend sei. Kardinal Kasper stellte jetzt in einem Schreiben an KATH.NET klar: „Wir können zweifellos von Martin Luther lernen, besonders von seinen großen und theologisch reichen Schriftkommentaren. Wir haben von ihm einige seiner schönen und geistlich reichen Lieder in unser katholisches Gesangbuch, das 'Gotteslob', übernommen.“

Auch manche seiner Reformforderungen seien vom II. Vatikanischen Konzil verwirklicht worden, etwa die grundsätzliche Zulassung des „Laienkelches“ und der Landessprache in der Liturgie. „In der Rechtfertigungslehre, die im 16. Jahrhundert besonders hart umstritten war, ist ein fundamentaler Konsens erreicht worden. Dadurch hat sich Klima zwischen Katholiken und Lutheranern sehr zum Guten gewandelt.“

Auf der anderen Seite dürfe man nicht übersehen, „dass leider nach wie vor grundsätzliche Unterschiede bestehen, die bisher nicht bereinigt werden konnten“, bedauerte der Präsident des Päpstlichen Einheitsrates. „Sie betreffen, trotz manchen erfreulichen Annäherungen, vor allem die Lehre von der Kirche und von den Ämtern in der Kirche, insbesondere das Petrusamt. Dazu gehören auch die Frage des Verhältnisses von Evangelium und Kirche, von Hl. Schrift, Tradition und kirchlichem Lehramt.“

Der Kardinal erwähnte laufende Dialoge auf universaler und nationaler Ebene, besonders in Deutschland und in den USA, die sich um Verständigung in diesen Fragen bemühten. „Damit dies gelingen kann, sind wir nicht zuletzt auf das unterstützende Gebet aller Gläubigen angewiesen“, betonte er.

Foto: (c) Christoph Hurnaus

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