18 Februar 2008, 11:45
Einmal schwul - immer schwul?
 
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Wieso darf die Religion gewechselt werden, nicht aber die sexuelle Orientierung? Die Doppelzüngigkeit der Grünen im Bundestag kommentiert Wolfgang Polzer / idea.

München (www.kath.net / idea) Volker Beck, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, hat mit seiner Fraktion zwei Anfragen an die Bundesregierung gerichtet. Die eine betrifft "antihomosexuelle Seminare und pseudowissenschaftliche Therapieangebote religiöser Fundamentalisten" und die andere die "Sicherstellung des Menschenrechts der Religions- und Glaubensfreiheit".

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Was haben die beiden Themen miteinander zu tun? Im ersten geht es Beck, dem früheren Sprecher des Lesben- und Schwulenverbands in Deutschland, um seine Kritik an dem geplanten, dann aber von den Veranstaltern abgesetzten Seminar "Homosexualität verstehen - Chance der Veränderung" auf dem Jugendkongress "Christival", der vom 30. April bis 4. Mai in Bremen stattfindet.

Beck, der nach eigenen Angaben in einer schwulen Lebensgemeinschaft lebt, stößt sich daran, dass in dem Seminar jenen Homosexuellen Hilfen angeboten werden sollten, die mit ihrer Orientierung unzufrieden sind und Veränderung suchen. Er wollte unter anderem erreichen, dass Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) deshalb ihre Schirmherrschaft für das Christival zurückzieht.

In der Großen Anfrage zur Religions- und Glaubensfreiheit betonen Beck und die Grünen-Fraktion völlig zu recht, dass die Veränderung der religiösen Orientierung ein elementares Menschenrecht sei: "Zur Religions- und Glaubensfreiheit gehört die Möglichkeit, seinen Glauben frei und ohne Zwang wechseln zu können."

Da stellt sich die Frage, warum aus "grüner" Sicht zwar der Wechsel der Religion als ein Menschenrecht anerkannt wird, aber nicht der Wechsel einer sexuellen Orientierung. Genauer gesagt: Warum soll es einerseits in Ordnung sein, dass - wie zum Beispiel auf Evangelischen Kirchentagen - für einen homosexuellen Lebensstil geworben wird, andererseits aber verwerflich, dass ein Homosexueller heterosexuell werden will und er dabei Unterstützung in Anspruch nimmt?

Böse Zungen könnten behaupten, dass Becks Haltung an die muslimischer Fundamentalisten erinnere: Er unterstellt, dass es - ohne seelischen Schaden - keine Abkehr von der Homosexualität geben kann, sie bestehen darauf, dass ein Muslim niemals - ungestraft - vom Glauben abfallen darf. Ganz ohne jede böse Absicht kann man sagen, dass Herr Beck und die Grünen-Fraktion mit zweierlei Maß messen.

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