
London / Washington D. C. (www.kath.net / idea) – Der frühere britische Premierminister Tony Blair treibt sein Projekt einer interreligiösen Stiftung voran, die den Extremismus bekämpfen soll. Hinter verschlossenen Türen hält der Labour-Politiker, der im Juni nach zehn Jahren seinen Amtssitz in der Londoner Downing Street 10 verließ, Gespräche mit Religionsführern.
Er will besonders die Verständigung der abrahamitischen Religionen – Judentum, Christentum und Islam – sowie den Friedensprozess im Nahen Osten fördern. Blair sieht es als eine Tragödie an, dass sich Christen, Juden und Muslime bekämpfen, obwohl sie sich alle auf den Stammvater Abraham berufen.
Im Augenblick bereitet sich Blair nach Angaben der Zeitung Christian Post (Washington) auf ein Treffen mit den römisch-katholischen Bischöfen der USA in New York vor. Seine Berater hätten auch Kontakte zum Oberhaupt der katholischen Kirche in England und Wales, Kardinal Cormac Murphy O’Connor, und zum geistlichen Oberhaupt der anglikanischen Weltgemeinschaft, Erzbischof Rowan Williams (beide London), aufgenommen.
Der Muslimische Rat in Großbritannien unterstützt ebenfalls Blairs Initiative. Er hatte seine Pläne bereits im Juni mit Papst Benedikt XVI. erörtert. Beobachter sehen Blairs Vermittlerchancen im Nahen Osten jedoch wegen seiner früheren Allianz mit US-Präsident George W. Bush skeptisch.
Wird Blair katholisch?
Blairs Kontakte zu römisch-katholischen Würdenträgern haben Vermutungen neue Nahrung gegeben, dass der Ex-Premier von der anglikanischen Kirche zum Katholizismus übertreten werde. Schon früher hatte er in Gesprächen mit der Londoner Zeitung „The Times“ Berichten über einen bevorstehenden Konfessionswechsel nicht widersprochen. Blair besucht seit geraumer Zeit mit seiner katholischen Ehefrau Cherie die Messe.
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