27 August 2007, 14:02
,Linke’ Christa Müller fordert Erziehungsgehalt
 
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Die Familiensprecherin der Linken im Saarland will, dass Mütter eine echte Wahl zwischen Karenz und Krippe haben.

Saarbrücken (www.kath.net) Sie vertritt ein gänzlich anderes Familien- und Frauenbild, als ihre Partei das tut. Auch der „Krippenoffensive“ der deutschen Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) kann Christa Müller, familienpolitische Sprecherin der Linken im Saarland, nichts abgewinnen.

Ihre Option: Ein Erziehungsgehalt soll Müttern die echte Wahl zwischen Karenz und Krippe ermöglichen, verrät sie gegenüber der „Welt“.

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Ihr Mann, Oskar Lafontaine, ist gemeinsam mit Lothar Bisky Vorsitzender der Partei „Die Linke“, die am 16. Juni 2007 aus dem Zusammenschluss von Linkspartei.PDS und der WASG (Arbeit & soziale Gerechtigkeit – Die Wahlalternative) entstanden war.

Die Diplom-Volkswirtin und Diplom-Kauffrau wurde mit 40 Mutter: „Ich wollte Kinder, weil ich fand, dass sie zu einer Familie gehören. Und dann habe ich – fast zu spät – die Erfahrung gemacht, dass sie Glück und Erfüllung bringen“, zitiert sie aus dem Manuskript ihres geplanten Buches.

In ihrem Buch steht weiters: Die Vereinbarkeit von Vollzeitarbeit und Familie sind eine der großen Lügen unserer Zeit. Dazu zitiert sie Artikel 6 des Grundgesetzes: „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht.“

Für Christa Müller ist klar: „Ich würde nie zu jemandem sagen: Sie sollen zu Hause bleiben. Aber wir müssen die Eltern über die Vor- und Nachteile der Krippe aufklären, damit sie die richtige Entscheidung treffen.“

„Mein Kind hat immer meine Nähe gesucht“, erinnert sich die Mutter eines 10-jährigen Sohnes. „Wissen Sie, wie oft ein Kleinkind täglich den Kontakt zur Mutter sucht? Über hundert Mal.“

Ganz anders das Zeitbudget in Kinderkrippen: Dort habe ein Betreuer pro Kind nur acht Minuten Zeit, zeigten Untersuchungen. Zwar wurde bei Krippenkindern eine höhere Stressresistenz festgestellt, doch verstärke sich auffälliges Verhalten ab dem zwölften Lebensjahr. Eine gute Krippe sei allerdings besser als ein schlechtes Zuhause, räumt Müller ein.

Massive Kritik kommt aus ihrer eigenen Partei: „Wir wollen keine Herdprämie“, meint die Vizechefin der Partei, Katina Schubert. Christa Müller setze den Ruf der Linken als emanzipatorische linke Partei aufs Spiel. Auch Lisa, das Frauenplenum der Linken, stellt klar: „Christa Müller spricht nicht für uns!“

Die „Herdprämie“ weist Müller zurück, politisch stehe sie für Wahlfreiheit. Sie fordert ein sozialversicherungspflichtiges Einkommen pro Kind in den ersten drei Jahren von monatlich 1.600 Euro und weiteren 500 Euro pro Monat bis zum 18. Lebensjahr.

Wer arbeiten will, könne das Geld für die Betreuung verwenden. Wer das Kind selbst betreut, bekomme somit ein Gehalt für die Erziehungsleistung. Was sie privat befürwortet.

Das Budget dafür soll aus einer wieder eingeführten Börsenumsatz- und Vermögenssteuer und der angehobenen Erbschaftssteuer fließen. Beratungszentren mit Hausbesuchen sollen die Eltern unterstützen.

Müller nahm auch Stellung zu ihrer familienpolitischen Mitstreiterin Eva Herman. Sie habe deren „Eva-Prinzip“ gelesen und nichts Falsches darin gefunden. „Ich gehe aber weiter“, betont sie. Wichtig sei, daraus politische Ziele wie das Erziehungsgehalt abzuleiten.

Foto: (c) DAK

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