25 Juli 2007, 08:41
Dalai Lama möchte keine christliche Mission in Asien
 
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Für ihn ist die Mongolei ein "buddhistisches Land" – Geplante Besuch des Freiburger Münsters fällt aus, Protokollchef des Dalai Lama lehnte eine Führung durch den katholischen Weihbischof Bernd Uhl als "nicht würdevoll genug" ab.

Hamburg (www.kath.net/idea)
Das Oberhaupt des tibetischen Buddhismus, der Dalai Lama, hat die christliche Missionsarbeit in Asien kritisiert. In einem ARD-Interview bezeichnete er es als schwierig, Menschen von ihrem kulturellen Erbe zu trennen. Es sei besser und sicherer, wenn sie bei ihren eigenen Traditionen blieben. Das gelte sowohl für Deutsche mit ihrem jüdisch-christlichen Hintergrund als auch für Menschen in Asien. Er habe in der Mongolei christliche Missionare darauf hingewiesen, dass dies ein buddhistisches Land sei „und kein Ort für Bekehrungen“. Auch aus Tibet habe er von missionarischen Bemühungen gehört. Der 72-jährige Dalai Lama hält sich vom 19. bis 29. Juli in Deutschland auf.

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Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM) und Direktor der Deutschen Missionsgemeinschaft, Detlef Blöcher (Sinsheim bei Heidelberg), wies die Kritik zurück. Es gebe keine religiöse Aufteilung der Welt. Das Christentum sei keine westliche Botschaft, sondern komme aus Asien, wo Gott sich in der Geschichte Israels offenbart habe, sagte Blöcher gegenüber idea. Jesus Christus habe gelehrt, dass nur der Glaube an ihn zum ewigen Leben führe. Jeder Mensch müsse eine Chance bekommen, das Evangelium zu hören. Wie er sich dann entscheide, sei seine Sache. Die Botschaft werde niemandem aufgedrängt. Auch trenne das Evangelium niemanden von seinem kulturellen Erbe. „Christen verherrlichen den lebendigen Gott in ihren jeweiligen kulturellen Ausdrucksformen“, so Blöcher. In der Mongolei sind über 400 Missionare tätig, darunter fünf aus Deutschland. Von den rund drei Millionen Einwohnern sind 18.000 Christen. Die meisten Menschen sind Buddhisten (22 Prozent), Shamanisten (31 Prozent) und Mitglieder von Naturreligionen oder nicht-religiös (42 Prozent).

Erzbischof ist in Urlaub: Besuch des Freiburger Münsters entfällt

Der Dalai Lama nahm während seines Deutschland-Besuchs unter anderem an einem internationalen Buddhismus-Treffen mit rund 30.000 Teilnehmern aus 32 Ländern teil. Am 28. Juli wird er in Freiburg/Breisgau beim Kongress „Wissenschaft und Spiritualität" einen Vortrag halten. Der geplante Besuch des Freiburger Münsters fällt aus. Der Protokollchef des Dalai Lama lehnte eine Führung durch den katholischen Weihbischof Bernd Uhl als „nicht würdevoll genug“ ab. Erzbischof Robert Zollitsch weilt im Urlaub.

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