14 Juli 2007, 10:11
Gericht: Abtreibung darf man nicht Mord nennen
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Abtreibung'
Arzt klagte, weil er sich durch einen Lebensschützer als Mörder dargestellt sah

Karlsruhe (www.kath.net / idea) Abtreibungen dürfen nicht als Mord und Ärzte, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen, auch nicht indirekt als Mörder bezeichnet werden. Das hat das Karlsruher Oberlandesgericht entschieden.

Der Lebensschützer Klaus Günter Annen (Weinheim bei Heidelberg) hatte auf seiner Internetseite www.babycaust.de zum regelmäßigen Gebet für Mediziner aufgerufen, „welche den Mord der Abtreibungstötung selbst vornehmen“, und eine nach Orten geordnete Liste mit Abtreibungsärzten angefügt.

Werbung
weihnachtskarten

An anderer Stelle schrieb er, „dass pervertierte Ärzte im Auftrage der Mütter die ungeborenen Kinder ermorden“. Einer der namentlich genannten Ärzte warf Annen vor, ihn als Mörder dargestellt zu haben, und verlangte eine Klarstellung. Als das Landgericht Mannheim seine Klage abwies, legte er Berufung ein und bekam beim Oberlandesgericht Karlsruhe recht.

Annen hätte zumindest auf die Straffreiheit einer den gesetzlichen Anforderungen genügenden Abtreibung hinweisen müssen, heißt es in dem am 12. Juli veröffentlichten Urteil. Laut Paragraph 218 Strafgesetzbuch sind Abtreibungen in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten nach einer Pflichtberatung zwar rechtswidrig, aber straffrei.

Annen: Wir stehen zu unserer Meinung

Die Internetseite www.babycaust.de wird von dem Verein „Initiative Nie wieder“ betrieben, deren Vorsitzender Annen ist. Als Reaktion auf das Urteil hat er den entsprechenden Seiten den Passus hinzugefügt: „Abtreibungsärzte sind von uns nicht als Mörder bezeichnet worden und werden von uns nicht als Mörder bezeichnet. Aber: Wir werden zu unserer Meinung stehen. Das vorsätzliche ‚zu Tode bringen’ eines unschuldigen Menschen ist Mord! Und wer kann ernstlich behaupten, dass bei einer ‚Abtreibung’ kein unschuldiger, ungeborener Mensch vorsätzlich getötet wird?“







kath.net ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Webseiten konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.

Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben


 

meist kommentierte Artikel

Papst Franziskus bemängelt Vaterunser-Übersetzung (163)

Offizielles Lehramt? Kommunion für Wiederverheiratete in Einzelfällen (135)

„Auch der Papst kann kein Gebot Gottes aus dem Dekalog streichen“ (62)

'Vater Unser'-Änderung - Massive Kritik an Franziskus (49)

Schönborn: VfGH-Entscheidung zur Ehe verneint Wirklichkeit (48)

Brisante Gebetsanliegen für Papst Franziskus in Kirchen Roms gefunden (37)

Vatikan: Sorge um Eskalation in Israel nach Trump-Entscheidung (35)

Schönborn-Engagement wurde "zum klaren Pro-Homosexualität-Statement" (33)

Kardinal: Diskussion um "Amoris laetitia" sollte beendet sein (30)

Katholische Heimatlosigkeit? (27)

Neue Einheitsübersetzung eliminiert Adam in der Schöpfungsgeschichte (27)

Wenn Ästhetik mit Erotik verwechselt wird (23)

Kardinal Müller: Meine Ablöse war Intrige von 'bestimmten Kräften' (22)

Caritas-Twitter-'Jubel' über umstrittenes Gerichtsurteil - UPDATE! (22)

‚Amoris laetitia’ ändert Lehre und Sakramentenordnung nicht (21)