09 Juni 2007, 11:23
Unvereinbarkeit von Freimaurerei und christlichem Glauben?
 
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Kirchen beurteilen Freimaurer unterschiedlich - EKD hält Doppelmitgliedschaft für möglich, Katholiken und Evangelikale sind dagegen.

Berlin (www.kath.net/idea)
Die Beurteilung der Freimaurerei fällt in den Kirchen unterschiedlich aus. Während die katholische Kirche auf einer grundsätzlichen Unvereinbarkeit von Freimaurerei und christlichem Glauben besteht (KATH.NET hat berichtet), hält die EKD eine Doppelmitgliedschaft für möglich. Es bleibe dem freien Ermessen des Einzelnen überlassen, wie er zur Freimaurerei stehe, lautet die 1973 formulierte und bis heute gültige evangelische Haltung.

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Aus dem evangelikalen Spektrum kommen schwerwiegende theologische Vorbehalte. Der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) in Berlin zufolge werfen Evangelikale der Freimaurerei vor, antichristliche Positionen zu vertreten, wirtschaftliche Interessen zu verfolgen und ein nebulöses Ritualsystem zu pflegen, das in Bereiche der Finsternis führe.

Dagegen betrachten Freimaurer ihr Verhältnis zu den Kirchen als unproblematisch. Die meisten lehnen es ab, ihren Männerbund als Religionsgemeinschaft zu bezeichnen. Vielmehr wollten sie einander helfen, das irdische Leben sinnvoller und erfüllter zu gestalten. Außerdem engagieren sie sich sozialkaritativ und kulturell, wofür der Schauspieler und Gründer der Initiative „Menschen für Menschen“, Karlheinz Böhm, ein Beispiel ist.

Für christliche Freimaurer ist Jesus Christus ein „Obermeister“

Eine Minderheit bildet die christliche Freimaurerei, die Jesus Christus als „Obermeister“, also als vollkommen gereifte Persönlichkeit, bezeichnet, sich aber keinem konfessionellen Glaubensbekenntnis verpflichtet fühlt. Andere Freimaurer übernehmen esoterisch-fernöstliche Überzeugungen.

Laut EZW ist die Freimaurerbewegung weltweit rückläufig. Die Mitgliederzahl sei in den vergangenen 30 Jahren um die Hälfte auf drei bis vier Millionen gesunken. In Deutschland gebe es rund 14.100 Freimaurer in etwa 500 Logen. Vor dem Zweiten Weltkrieg seien es mehr als 80.000 gewesen. Neu ist die weibliche Freimaurerei. In den letzten Jahren entstanden 15 Frauen-Logen mit rund 260 Mitgliedern. Daneben gibt es einige gemischte Logen, die aber vom Dachverband als irregulär abgelehnt werden.

Mehrwissen:
Kathpedia zur Freimaurerei

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