
Wien (www.kath.net) In Österreich ist ein heftiger Politstreit um die „Abtreibung auf Krankenschein“ entbrannt. Auf die Forderung der grünen Bundesobfrau Eva Glawischnig reagierten FPÖ, ÖVP und BZÖ ablehnend. „Kinder sind keine Krankheit, sondern das Wertvollste, das wir haben“, sagte FPÖ-Familiensprecherin Barbara Rosenkranz.
Abtreibung sei nie eine Lösung, sondern immer eine Katastrophe. „Gebot der Stunde ist es daher, Frauen in Notlagen Hilfe zu bieten und Auswege zu öffnen.“ Die freiheitliche Familiensprecherin forderte bei dieser Gelegenheit entschieden die seit der Kreisky-Ära versprochenen „begleitenden Maßnahmen“ ein, die Abtreibungen verhindern und das „Ja“ zum Kind erleichtern sollten.
Die Frauensprecherin der ÖVP Wien, Barbara Feldmann, kritisierte die Doppelmoral der „Grünen“: „Während jedes Pflänzchen, wenn es darum geht etwas für die Allgemeinheit zu schaffen, von Grün-Aktivisten streng bewacht wird, messen sie menschlichem Leben offensichtlich nur eine sehr geringe Bedeutung bei“, meinte sie.
Glawischnigs Vorschlag sei „grotesk“ und „lebensverachtend“. Es sei auf keinen Fall „Auftrag des Gesundheitssystems, gegen menschliches Leben vorzugehen“. Statt Abtreibungen mit derartigen Vorschlägen faktisch zu propagieren, wäre es vernünftiger, so Feldmann, die Grünen würden die ÖVP Forderung nach Ausarbeitung einer seriöse Studie, was Frauen zu einer Abtreibung veranlasst, unterstützen.
„Ich halte weniger als nichts von diesem Vorschlag“, kommentierte Vizekanzler Wilhelm Molterer (ÖVP) am Donnerstag am Rande einer Pressekonferenz die Forderung von Glawischnig. Maria Rauch-Kallat, die frühere Frauenministerin und jetzige Chefin der ÖVP-Frauen, plädiert für Aufklärung, vor allem in Schulen. „Wir wollen alles dazu tun, um Frauen eine ungewollte Schwangerschaft zu ersparen.“
Auch stellvertretende BZÖ-Klubobfrau und Familiensprecherin Ursula Haubner sprach sich gegen Abtreibung auf Staatskosten und für eine Beibehaltung der derzeitigen Regelungen aus. Abtreibung auf Staatskosten könne keine Lösung sein. Das BZÖ fordere „bessere Unterstützung in schwierigen Situation, aber keine staatliche Finanzierung von Abtreibung“.
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