16 März 2007, 18:14
Abwärtstrend bei Priesteramtskandidaten gestoppt
 
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Jahreskonferenz der Leiter der Priesterseminare Deutschlands: "Seit zwei Jahren ist der Abwärtstrend nachhaltig gestoppt"

Trier (www.kath.net)
Mit der Ausbildung und dem künftigen Dienst und Leben der Priester hat sich die deutsche Regentenkonferenz beschäftigt, die vom 12. bis zum 16. März in Trier tagte. Vor dem Hintergrund umfassender Änderungen der Seelsorgestrukturen in fast allen deutschen Bistümern stand das Jahrestreffen der Leiter der deutschen Priesterseminare unter dem Thema: „Dienst und Leben der Priester in neuen Seelsorgestrukturen. Veränderungsprozesse geistlich gestalten lernen". Am 16. März stellten der Vorsitzende der Deutschen Regentenkonferenz, Regens Dr. Franz Josef Baur (München), Regens Dr. Andreas Tapken (Münster) und Regens Dr. Georg Bätzing (Trier) vor Journalisten die Ergebnisse der Konferenz vor.

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Dabei betonten die Regenten, dass es eine „gewisse Trendwende" bei der Zahl der Priesteramtskandidaten gebe. „Seit zwei Jahren ist der Abwärtstrend nachhaltig gestoppt", sagte Regens Baur. Auch in Trier gebe es einen „leichten Aufwärtstrend bei den Kandidaten-Zahlen", sagte Regens Bätzing. Trotzdem werde es auch weiterhin weniger Priester als noch vor einigen Jahren geben. Insgesamt gibt es in Trier derzeit mit rund 480 im aktiven Dienst stehenden Bistumspriestern rund 200 weniger als zu Beginn der neunziger Jahre. Trotz des generellen Rückgangs an Priestern werde bei weitem nicht jeder Interessent genommen, betonten die Regenten. Etwa die Hälfte aller Interessenten werde im Bistum Trier abgelehnt, sagte Bätzing; Regens Tapken sprach sogar von 60 bis 70 Prozent Ablehnungen. Oft fehle es an den nötigen Grundvoraussetzungen wie menschlicher Reife oder einer christlichen Sozialisation oder die Bewerber seien schlicht zu alt. Grundsätzlich würden die Lebensläufe der Interessenten immer vielfältiger. Für die Regenten ist das aber nicht unbedingt ein Nachteil. „Das stellt auch einen besonderen Reichtum dar", sagte Regens Tapken.

Er erläuterte, dass die Regentenkonferenz davon ausgehe, dass es künftig drei verschiedene Priestertypen geben werde, die nebeneinander existieren und gemeinsam in der Seelsorge arbeiten würden. Zum einen werde es leitende Priester geben, die in der Lage sein müssten, auch größere pastorale Einheiten zu leiten, wie sie beispielsweise durch die Zusammenlegung mehrerer Pfarreien entstünden. „Hier müssen wir Leitungs- und Managementwissen fördern", sagte Tapken. Dabei seien Kompetenzen wie Kommunikationsfähigkeit und Personalführung gefragt. Keinesfalls dürfe man den Priester aber zum reinen Manager machen. „Leitung meint im kirchlichen Bereich immer geistliche Leitung, also die Fähigkeit, Gruppen, Gemeinden und Prozesse im Sinne einer geistlichen ’Unterscheidung der Geister’ zu begleiten", sagte Tapken. Der zweite Priestertyp werde schwerpunktmäßig in der kategorialen und territorialen Seelsorge, von Angesicht zu Angesicht mit den Menschen, arbeiten. Daneben sollen Priester mit Begabungen für besondere Aufgaben als „missionarische Priester" eingesetzt werden. Wichtig sei es auch, einer möglichen Vereinsamung entgegen zu wirken und Wege zu finden, wie Priester auch untereinander besser kommunizieren könnten und zugleich „schützende Strukturen" für die Seelsorger zu schaffen. Es gelte, einer Überforderung entgegen zu wirken. Hier seien Begleitungsangebote künftig sicher stärker gefragt, betonte Regens Bätzing.

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