07 März 2007, 14:17
Proteste gegen DJ BoBo-Song für Eurovision
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Musik'
Der Vampir-Song sei verantwortungslos, kritisiert die Schweizerische Evangelische Allianz.

Zürich (www.kath.net / fh) „Verkauf deine Seele, vom Himmel zur Hölle, genieße die Fahrt. Du bist hier, um mit deinem Leben zu kapitulieren.“ So heißt es im Text des Liedes, das DJ BoBo am Eurovision Song Contest in Helsinki singen will.

Dies sei nicht nur eine düstere Botschaft der Schweiz, sondern eine Gefahr für suizidgefährdete Jugendliche, warnt jetzt die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA). Sie intervenierte mit Briefen bei der Fernsehdirektion, DJ BoBo und beim Bundesrat.

Werbung
Weihnachtskarten

Die SEA bat die Fernsehdirektorin Ingrid Deltenre und die Jury, auf ihren Entscheid zurückzukommen – „dem Schwachen zu liebe“, wie es im Brief heißt. Die Schweiz habe mehr verdient, als mit dem pseudo-religiösen Song „Vampires Are Alive“ am Eurovision Song Contest vertreten zu sein, der zu destruktiven Verhalten anleite.

Bei allem Verständnis für die künstlerische Freiheit des Musikers, den Druck des Medienmarktes und die ausgefallenen Erwartungen des Publikums müsse hier die Frage gestellt werden: „Gewinnen um jeden Preis? Auch auf die Gefahr hin, dass psychisch labile Menschen BoBos Botschaft ernstnehmen und ihrem Leben ein Ende setzen? Oder mit dem kalkulierten Risiko, dass Menschen in okkulten Praktiken ihr (Un-)Glück suchen?“, so die SEA.

Der gleiche Brief ging auch an Bundesrat Pascal Couchepin, welcher dem Bundesamt für Gesundheit vorsteht. Darin wird an den Bericht des Bundrates zu Suizid und Suizidprävention vom letzten Jahr erinnert. Da die Schweiz eine der höchsten Selbstmordraten der Welt ausweise, insbesondere unter Jugendlichen, müsse die Prävention verstärkt werden, forderte damals der Bundesrat.

Der Vampir-Song von DJ BoBo ermutige die Hörer hingegen, ihre Seele zu verkaufen und das Leben aufzugeben. Für seelisch angeschlagene Jugendliche und Menschen in schwierigen Lebensumständen könne dieser Text ernsthafte Auswirkungen auf ihren Gesundheitszustand haben. Die SEA fragt den Vorsteher des EDI, wie er zu diesem Entscheid des Fernsehens stehe.

In einem E-Mail fragt die SEA außerdem DJ BoBo selbst an, den Text seines Songs nochmals zu prüfen. Er habe sich in seinen früheren Songs immer wieder für Grundwerte stark gemacht, für Liebe, Frieden und Freiheit, was unsere Welt heute nötig habe und der Schweiz besser anstehen würde.

Im Lied „Pray“ habe er dazu aufgefordert, für die Gebote einzustehen und zu beten. Dies lasse sich schwer mit dem jetzigen Aufruf im Vampir-Song verbinden, mit dem Leben zu kapitulieren. Für die SEA ist der Text angesichts der hohen Suizidrate der Schweiz verantwortungslos.

Die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA) ist eine Bewegung von Christinnen und Christen aus reformierten Landeskirchen, evangelischen Freikirchen und christlichen Organisationen.

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!










Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben


 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

Fürstin Gloria zieht Unterschrift von Protestschreiben zurück! (71)

"Hohmann sollte lieber die antikirchliche Haltung der AfD kritisieren" (66)

St. Martin-Reiter nennt das Fest „christlich“ und fliegt deshalb raus (51)

„Warum die Pachamama-Verehrung im Vatikan keine Belanglosigkeit war“ (48)

Papst wünscht Stärkung der Laien (47)

Das Logo unter der Lupe (43)

"Es war nie meine Absicht, Papst Franziskus persönlich anzugreifen" (40)

Mexikanischer Bischof meint: Pachamama-Ehrung ist keine Götzenanbetung (38)

‘Sünden gegen die Umwelt’ könnten Teil kirchlicher Lehre werden (27)

Ein Gitter schützt den Reichtum (26)

Von Götzen und billigen Ablenkungsmanövern (22)

'Wir hatten Angst vor der öffentlichen Meinung und flohen' (22)

Altbischof Kamphaus: „Ich habe schwere Schuld auf mich geladen“ (14)

Zusammenhang zwischen Verhütungsmentalität und Gender-Ideologie (13)

„An den eigentlichen Problemen vorbei“ (12)