Führungswechsel im Priesterseminar St. Pölten
 
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Nach monatelangem Tauziehen nun einvernehmliche Lösung / Von Stephan Baier / DIE TAGESPOST

St. Pölten (DT/sb)
Nach monatelangem Tauziehen um die Führung des Priesterseminars in St. Pölten kommt es nun am 29. Januar zu einem einvernehmlichen Wechsel. Der bisherige Regens, Domkapitular Franz Schrittwieser, wird aus der Dienstwohnung des Priesterseminars in eine neue Wohnung umziehen und die Aufgabe eines Geistlichen Assistenten für Caritas und Krankenhausseelsorge übernehmen. Schrittwieser, dem Bischof Kurt Krenn mehrfach mehrere Angebote unterbreitet hatte, erklärte sich nach Angaben des Bischöflichen Ordinariats mit dieser künftigen Aufgabe bereits einverstanden. Damit kann zum Monatsende der neue Regens, Ulrich Küchl, auch faktisch das Amt übernehmen, mit dem er bereits vor Monaten offiziell betraut worden war.

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Der von Bischof Krenn Anfang September des Vorjahres bekanntgegebene Führungswechsel im Priesterseminar hatte zu heftigen Kontroversen und zur Emotionalisierung unter den Alumnen geführt. Gegenüber dieser Zeitung sagt Regens Küchl nun, der Umgangston der Priesteramtskandidaten mit ihm sei nach anfänglichen Schwierigkeiten mittlerweile "korrekt und höflich geworden", viele Ressentiments seien aber "noch nicht abgebaut". Im Priesterrat der Diözese hatte der neue Regens erläutert, dass er sich für "eine strenge Erfüllung der kirchenamtlichen Vorgaben der Priestererziehung", für die "Stärkung der Einheit mit dem Bischof" sowie für die "Förderung eines humanistisch-humanitären Weltbildes", also auch für die Stärkung des Lateinischen und gegen ein "Abschneiden von der kirchengeschichtlichen Tradition" einsetzen wolle. Die "klare Differenzierung" zwischen dem allgemeinen Priestertum der Getauften und dem Weihepriestertum ist für Regens Küchl eine "Schlüsselfrage".

In seiner Silvesterpredigt im Dom von St.Pölten hatte Bischof Krenn Prälat Schrittwieser für seine dreizehnjährige Tätigkeit als Regens gedankt und gemeint: "Die Neuordnung der Leitung des Priesterseminars will nichts anderes sein, als ein neuer Versuch in sehr schwieriger Zeit." Die Frage des Priesternachwuchses sei eine "Lebensfrage auch für unsere Diözese", sagte Krenn, wohl mit Blick darauf, dass es im Priesterseminar St. Pölten seit zwei Jahren keinen Eintritt gab. Krenn wörtlich: "Eine Ursache für das Fehlen von Berufungen ist das Fehlen von Kindern in unseren Familien. Kinder, die heute fehlen, können morgen nicht ersetzt werden; es gibt heute nicht wenige Familien, die den Ruf Gottes an ihren Sohn oder an ihre Tochter als Unglück ansehen, weil sie keines ihrer wenigen Kinder an Gott verlieren wollen."

Zugleich hatte Bischof Krenn eine geistige Übereinstimmung mit dem Bischof angemahnt: "Es gibt in der Kirche nur eine einzige Pastoral, nämlich die Pastoral, die der Diözesanbischof festlegt. Der Bischof ist in seiner Diözese der verantwortliche Lehrer des Glaubens; alle Priester und Gläubigen müssen mit der Glaubenslehre ihres Bischofs übereinstimmen; der Bischof wiederum hat mit dem Papst und mit dem Kollegium der Bichöfe übereinstimmend zu lehren. Wer den Papst und den Bischof nicht hören will, sündigt gegen den Glauben der Kirche."

Foto: (c) KATH.NET







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