09 Dezember 2006, 09:39
Unterstützung für Kardinal Meisner
 
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Meisner bekommt beim Verbot multireligiöser Gottesdienste an katholischen Schulen Unterstützung vom "Forum Deutscher Katholiken" und den Protestanten – Pfarrer Eberhard Troeger: Die Wahrheitsfrage verlangt eine klare Position.

Köln / Wolfenbüttel (www.kath.net/idea)
Der wegen des Verbots multireligiöser Gottesdienste an katholischen Schulen in die Kritik geratene Kölner Erzbischof, Joachim Kardinal Meisner, hat Unterstützung von den Protestanten erhalten. Meisner hatte seine Richtlinie damit begründet, dass das Gottesbild der nichtchristlichen Religionen nicht identisch sei mit dem Gott, „der Vater unseres Herrn Jesus Christus ist“. Daher seien gemeinsame Gottesdienste nicht möglich. Die Entscheidung Meisners stieß bei Politikern auf Kritik. Die Beauftragte für Kirchen und Religionsgemeinschaften der CDU/CSU, Ingrid Fischbach, erklärte, das Verbot sei angesichts der interreligiösen Dialogbemühungen „nur schwer nachzuvollziehen“. Die Angst vor einer Religionsvermischung sollte „nicht handlungsleitend sein“. Politiker von Bündnis 90/Die Grünen nannten den Erlass einen „Rückschritt“ und warnten vor einer „katholischen Parallelgesellschaft“. Dagegen hat ein Vertreter der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig, Friedrich Weber (Wolfenbüttel), die Weisung Meisners gegen Kritik verteidigt. Der Erlass präzisiere, was bei aller Notwendigkeit multireligiöser Integration in der Schule „um der Wahrung der religiösen Identität willen“ nicht überschritten werden dürfe.

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Interreligiöse Gebete sind nicht möglich

Die Richtlinie des Erzbischofs liege auf der „gleichen Linie“ wie die jüngst veröffentlichten Zehn Thesen des Rates der EKD zum Religionsunterricht. Nach evangelischem Verständnis seien zwar gemeinsame religiöse Feiern möglich, nicht aber Interreligiöse Gebete. Im Religionsunterricht gehe es mit Blick auf Gott um die Wahrheitsfrage. Sie verlange das „Beziehen einer klaren Position“.

Evangelikale: Religionsvermischung verhindern

Pfarrer Eberhard Troeger (Wiehl bei Köln) vom Arbeitskreis Islam der Deutschen Evangelischen Allianz kann die Empörung über Meisner nicht verstehen: „Er hat etwas ganz Selbstverständliches gesagt.“ Das biblische und das koranische Verständnis von Gott ließen sich nicht harmonisieren. Deshalb könnten Christen und Muslime nicht gemeinsam Gottesdienst feiern. Man müsse alles vermeiden, was nach einer Religionsvermischung aussehe, sagte Troeger auf idea-Anfrage.

Auch das "Forum deutscher Katholiken" hat den Verbot multireligiöser Feiern begrüßt und eine Stellungnahme abgegeben, die KATH.NET im Wortlaut dokumentiert:

"Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat entschieden, dass multireligiöse Gottesdienste an Schulen unter Beteiligung der katholischen Kirche nicht möglich sind, weil dadurch eine Verwischung der Unterschiede der Religionen und eine Verwirrung der Kinder stattfindet. Die Ortsbischöfe haben den Auftrag und die Pflicht dafür zu Sorgen, dass der Glaube der Kirche unverfälscht gelehrt und weitergegeben wird. Dies gilt auch für religiöse Feiern an Schulen. Kinder sollen erst in ihrem Glauben gefestigt werden und ihre religiöse Identität finden. Multireligiöse Veranstaltungen gottesdienstlicher Art sind Ausdruck des Relativismus. Sie leisten der verbreiteten Meinung Vorschub, dass im Bereich der Religion alles gleich-gültig sei. Wie das Beispiel von Papst Benedikt XVI. zeigt, sind Toleranz und gegenseitige Achtung gerade dann gegeben, wenn die Vertreter und Mitglieder verschiedener Religionsgemeinschaften getrennt beten. Das Forum Deutscher Katholiken dankt Kardinal Meisner, dass er sich an die Aussagen des 2.Vatikanischen Konzils, sowie an die Bestimmungen der Kirche für den interreligiösen Dialog hält und sich nicht der Diktatur des Relativismus beugt.

Foto: (c) kath.net

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