15 Oktober 2006, 19:59
Papst erhebt Heiligtum von Manoppello zur Basilika
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Manoppello'
Nur drei Wochen nach seinem Besuch hat Papst Benedikt XVI. das 400 Jahre alte Heiligtum von Manoppello in einem offiziellen Dekret zur Basilika erhoben - Von Paul Badde / Die Welt.

Rom/Manoppello (www.kath.net/DieWelt)
Das ging schnell! Nur drei Wochen nach seinem Besuch hat Papst Benedikt XVI. das 400 Jahre alte Heiligtum von Manoppello in einem offiziellen Dekret zur Basilika erhoben. Die sensationelle Umwandlung erfolge „in honorem Sancti Vultus Domini Nostri lesu Christi”, heißt es in dem lateinischen Text: „aus Ehre (des dort verehrten) Heiligen Gesichts Unseres Herrn Jesus Christus”. Schneller hat der Papst in seinem bisherigen Pontifikat nur selten gehandelt. Denn „Basiliken“ muss man sich allgemein vorstellen als päpstliche Kirchen außerhalb Roms.

Werbung
christenverfolgung

Neben den uralten Patiarchalkathedralen Roms (Sankt Peter, Sankt Paul, Sankt Johannes im Lateran, Sankta Maria und Sankt Laurentius, die „Basilica maior“ genannt werden) heißen solche Kirchen außerhalb Roms „Basilica minor“. So muss ab sofort auch die Kirche auf dem Tarigni-Hügel vor Manoppello genannt werden, die nun das päpstliche Wappen schmückt.

Am Sonntag wurde die feierliche Umwandlung des Gotteshauses vor Manoppello von Erzbischof Bruno Forte persönlich bekannt gemacht. Unterzeichnet wurde das offizielle Dokument von dem nigerianischen Kardinal Francis Arinze, dem Präfekten der päpstlichen „Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentordnung“ jedoch schon am 22. September, nur drei Wochen nach dem Besuch des Papstes in den Abruzzen – noch mitten im Tumult auf das Echo seiner Vorlesung von Regensburg. Wörtlich heißt es in dem Dekret, dass die Änderung des Titels gewährt worden sei in dem Wunsch, „die Verbindung und Verehrung der Kathedra von Sankt Peter mit dieser wichtigen Kirche zu intensivieren“, und um es als ein Zentrum besonderer liturgischer und pastoraler Tätigkeiten zu bestätigen. Beim Besuch des Papstes Anfang September hatten entsprechende Dienststellen im Vatikan gegenüber Erzbischof Forte noch hartnäckig darauf bestanden, dass der Begegnung des Nachfolgers Petri mit dem alten „wahren Bild“ Christi keinesfalls ein besonderer liturgischer Rahmen gegeben werden dürfe. Der Ort selbst hatte nach dem spektakulären Besuch des Papstes schon in wenigen Wochen einen unglaublichen Zulauf von Pilgern aus dem In- und Ausland erhalten.

Gewiss war Benedikt XVI. der erste Papst, der jemals das Heiligtum in den Abruzzen besuchte. Der erste Papst, der das dort ausgestellte Göttliche Gesicht betrachtete, war er dennoch höchstwahrscheinlich nicht. Eine erdrückende Vielzahl von Indizien spricht dafür, dass der Schleier in Manoppello das alte „wahre Bild“ Christi zeigt, das mindestens vom Jahr 708 bis zum Neubau der Peterskirche als kostbarster Schatz im Besitz der Päpste im Vatikan war. Eine noch ältere und sehr plausible Tradition hat in vielen Bild- und Textdokumenten immer wieder von diesem geheimnisvollen Urbild gesprochen, von dem es in frühesten Texten heißt, es sei „nicht von Menschenhand geschaffen“. Benedikt XVI. kennt all diese Hinweise.

Urteile über die Authentizität dieses „Göttlichen Gesichts“ stehen selbst einem Papst jedoch einfach nicht zu. Zu einer fachwissenschaftlichen Einschätzung ist auch Benedikt XVI. einfach nicht befugt. Vor dem Bild selbst hatte er am 1. September Minuten lang erschüttert verharrt, bevor er danach in der Sakristei des Kirchleins von Manoppello drei deutsche Ordensleute und zwei Journalisten aus Italien und Deutschland begrüßte, die in den letzten Jahren viele Indizien für die Authentizität des Schleierbildes zusammen getragen haben. In wenigen Minuten hat Benedikt XVI. damals mit seiner Begegnung das lange verschollene Bild in der ganzen Welt bekannt gemacht. Nun hat er auch noch seine persönliche Wertschätzung des geheimnisvollen Christusbildes auf die allerdeutlichste Weise dekretiert. In der alten Zeichensprache des Vatikans ist der Fall ein Hammer. Um „die Verbindung und Verehrung der Kathedra von Sankt Peter mit dieser wichtigen Kirche zu intensivieren“, hat Benedikt XVI. mit der Erhebung des alten Heiligtums zur Basilika nach kürzester Frist ein spektakuläres neues Kapitel jener unglaublichen Geschichte der Wiederentdeckung des Göttlichen Gesichts von Manoppello Aufgeschlagen.

KATHPEDIA: Manoppello

Ostern 2007 mit KATH.NET nach Rom und Manoppello

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!










Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben


 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

Glaubensmanifest 'Euer Herz lasse sich nicht verwirren!' (Joh 14,1) (129)

"Das ist schon so eine Sonderwelt" (88)

Wie Kardinal Kasper die Leser manipuliert... (50)

Die Gabe der Gotteskindschaft (46)

Werkstattgespräch über Angela Merkels furchtbares Missverständnis (42)

Kirchenaustritte 2018 in Bayern: Sprunghafter Anstieg (38)

„Kardinal McCarrick wird morgen offiziell laisiert werden“ (36)

Liturgie: keine sterilen ideologischen Polarisierungen! (32)

Kardinal Farrell neuer Camerlengo der katholischen Kirche (30)

Papst entlässt Ex-Kardinal McCarrick aus Klerikerstand! (25)

Dekan: „Geweihte Kirche ist nicht der Ort für den Ruf ‚Allahu Akbar‘“ (23)

Wie überlebt man die Kirchenkrise? (23)

Ermittlungen gegen Apostolischen Nuntius in Paris (23)

Plädoyer für Paradigmenwechsel im schulischen Religionsunterricht (21)

Ungarische Regierung beschließt massive Familien-Förderung (20)