16 September 2006, 08:17
Regensburger Bischof weist Papst-Schelte zurück
 
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Die Vorlesung des Papstes stärke jene, "die sich innerhalb des Islams gegen einen vernunftwidrigen Missbrauch der eigenen Religion wenden und ihn so in Misskredit bringen".

Regensburg (www.kath.net / pdr) Erst wurde der Vortrag des Papstes an der Universität Regensburg gut rezipiert, dann sei er über gezielte Fehlinformation in den italienischen und türkischen Medien aufgenommen worden. Das meinte der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller in Reaktion auf die „Islam-Schelte“, die derzeit über die Medien verbreitet wird.

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„Der Heilige Vater hat auf die innerste Einheit von Gott und Liebe sowie auf den untrennbaren Zusammenhang von Menschenvernunft und Gottesglauben hingewiesen“, sagte Müller. „An einigen Beispielen, auch aus der christlichen theologischen Tradition hat der Papst aufgezeigt, wohin ein Ausblenden der Vernunft aus dem Gottesglauben, aber auch ein Ausblenden Gottes aus der Vernunft führen muss.“

Es sei interessant, dass der Vortrag zunächst von den Fachleuten international sehr gut aufgenommen und wiedergegeben worden sei. Erst über die gezielte Fehlinformation in den italienischen und türkischen Medien sei das Thema hier wieder angekommen und kaum noch wiederzuerkennen.

„Dass sich der Papst gegen eine Berufung auf Gott zur Rechtfertigung von Gewalt wendet, ist nicht zu kritisieren, sondern vielmehr zu begrüßen“, meinte der Bischof. „Die Vorlesung ist auch eine Stärkung all derer, die sich innerhalb des Islams gegen einen vernunftwidrigen Missbrauch der eigenen Religion wenden und ihn so in Misskredit bringen.“

Der Heilige Vater habe immer wieder vor dem Versuch gewarnt, den westlichen Atheismus in die Länder Asiens und Afrikas zu exportieren. Er habe unterstrichen, dass man die Religion der Menschen dieser Länder achten müsse und nicht als unaufgeklärt und vormodern abwerten könne. „Toleranz bedeutet, das zu achten, was anderen heilig ist“, hatte Benedikt in München gesagt.

In der immer mehr zusammenwachsenden Welt seien mehr Respekt und Wohlwollen füreinander notwendiger als je zuvor. Auf diesen Respekt und auf den notwendigen Dialog der Kulturen und Religionen habe der Papst mehrere Male bei seinem Deutschlandbesuch hingewiesen.

Bischof Müller: „Es gibt keine Alternative zum friedlichen Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher religiöser Tradition in einer globalen und pluralistischen Welt. Die Regensburger Universitätsrede des Heiligen Vaters hat hier Maßstäbe gesetzt, die in die Zukunft weisen.“

Foto: Bistum Regensburg

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