15 September 2006, 12:47
Vatikan: Papst weist jede religiöse Motivation von Gewalt klar zurück
 
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Der Heilige Vater zeige einen klaren Willen "zu einer respektvollen, dialogischen Haltung gegenüber den anderen Religionen und Kulturen, darunter natürlich auch dem Islam", teilte Pressesprecher Lombardi mit.

Vatikan (www.kath.net) Vatikan-Pressesprecher Federico Lombardi hat mit einer Stellungnahme auf die derzeitige Debatte um Äußerungen von Papst Benedikt XVI. über den Islam reagiert. „Was die Reaktion einiger islamischer Vertreter auf Stellen in der Papstrede an der Universität Regensburg betrifft, ist die Feststellung angezeigt, dass dem Papst eine klare und radikale Zurückweisung einer religiösen Motivation von Gewalt am Herzen liegt“, heißt es darin.

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Das ergebe sich aus einer aufmerksamen Lektüre des Textes. „Es war sicher nicht die Absicht des Heiligen Vaters, den Djihad und das islamische Denken darüber zu analysieren – und erst recht nicht, die Sensibilität islamischer Gläubiger zu verletzen“, betonte Lombardi.

Die ägyptische Muslimbruderschaft hatte als Reaktion auf die Vorlesung des Papstes alle muslimischen Länder aufgefordert, mit dem Abbruch ihrer Beziehungen zum Vatikan zu drohen. Der Leiter der Muslimbruderschaft, Mohammed Mahdi Akef, forderte vom Papst eine Entschuldigung für dessen Äußerungen zum muslimischen Verständnis des heiligen Krieges.

Zuvor hatte bereits die oberste türkische Religionsbehörde eine Entschuldigung gefordert. Die Worte des Kirchenoberhauptes seien „extrem bedauerlich und besorgniserregend“, sagte der Präsident des Amtes für religiöse Angelegenheiten, Ali Bardakoglu. Er warf Benedikt XVI. Hassgefühle vor und stellte dessen für November geplante Reise in die Türkei in Frage.

Der Vatikansprecher hielt in seiner Stellungnahme fest: „In den Ansprachen des Heiligen Vaters taucht deutlich die Warnung an die westliche Kultur auf, ,die Missachtung Gottes und den Zynismus, der es für ein Freiheitsrecht hält, das Heilige herabzuwürdigen’ (Ansprache vom 10. September), zu vermeiden.“

Die religiöse Dimension recht in Betracht zu ziehen, sei „tatsächlich eine essentielle Voraussetzung für einen fruchtbaren Dialog mit den großen Kulturen und Religionen in der Welt“, sagte er weiters. In den Schlussfolgerungen seiner Ansprache in der Universität Regensburg habe Benedikt XVI. deshalb betont: „Die zutiefst religiösen Kulturen der Welt sehen im Ausschluss des Göttlichen aus der Universalität der Vernunft einen Angriff auf ihre tiefsten Überzeugungen.“

Der Papst sagte weiters in seiner Vorlesung: „Eine Vernunft, die dem Göttlichen gegenüber taub ist und die Religion in den Bereich der Subkulturen abdrängt, ist unfähig zu einem Dialog der Kulturen.“ Der Heilige Vater zeige einen klaren Willen „zu einer respektvollen, dialogischen Haltung gegenüber den anderen Religionen und Kulturen, darunter natürlich auch dem Islam“, hielt Lombardi fest.

Der Die Ansprache im Wortlaut

Foto: (c) SIR

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