Vatikan(kath.net/KAP)
Der Vatikan hat sich zurückhaltend zum Urteil
eines belgischen Gerichts gegen zwei ruandesische Ordensfrauen wegen
angeblicher Beteiligung am Völkermord geäußert. "Alle
Kirchenmitglieder, die während des Völkermords von 1994 gesündigt
haben, müssen den Mut haben, die Konsequenzen ihrer Taten gegen Gott
und die Mitmenschen zu tragen", erklärte Vatikansprecher Joaquin
Navarro-Valls.
Allerdings könne man die Kirche als solche nicht für das schuldhafte Verhalten einzelner Mitglieder verantwortlich machen, fügte er hinzu. Zugleich äußerte der Sprecher eine "gewisse Überraschung", dass hier einige wenige Personen für die Haltung ganzer Gruppen verantwortlich gemacht werden, die in die Bürgerkriegs-Gräuel verwickelt waren.
Am vergangenen Donnerstag waren in Brüssel die beiden Benediktinerinnen Consolata Mukangango und Julienne Mukabutera zusammen mit zwei weiteren Angeklagten von einem belgischen Gericht der Beteiligung am Völkermord in Ruanda für schuldig befunden und zu hohen Haftstrafen verurteilt worden. Die Ordensfrauen sollen die in ihr Kloster geflohenen Bürger aus der Tutsi-Bevölkerung den aus Hutus bestehenden Interahamwe-Milizen ausgeliefert und somit den Tod von Tausenden verursacht haben.
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