21 Dezember 2001, :
Keine neuen Offenbarungen zu Fatima
 
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KATH.NET dokumentiert den gesamten Text der am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme in eigener Übersetzung

Treffen von Erzbischof Tarcisio Bertone, Sekretär der Glaubenskongregation mit Sr. Luzia de Jesus vom Unbefleckten Herzen.

Am 17. November 2001 traf Erzbischof Tarcisio Bertone, der Sekretär der Kongregation für die Glaubenslehre mit Schwester Luzia im Konvent des Karmels von Coimbra (Portugal) zusammen, um einige Aspekte zu klären, die mit der Veröffentlichung des Dokumentes „Die Botschaft von Fatima“ vom 26. Juni 2000 zusammenhängen.

Der Bericht über das Gespräch, den wir im folgenden widergeben, trägt die gemeinsame Unterschrift von Erzbischof Tarcisio Bertone und Schwester Luzia.

In den vergangenen Monaten, besonders nach dem traurigen Ereignis des Terroranschlages vom 11. September, erschienen sowohl in den italienischen als auch in den ausländischen Zeitungen mehrere Artikel, die sich mit Vermutungen bezüglich neuer Offenbarungen an Schwester Luzia beschäftigten. Sie kündigten auch Mahnbriefe an den Heiligen Vater an und wiederholten von neuem gewisse apokalyptische Auslegungen der Botschaft von Fatima.

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Es wurde auch intensiv der Verdacht geschürt, dass der Heilige Stuhl nicht den ganzen Text des dritten Teiles des sogen. „Geheimnisses“ veröffentlicht hätte. Einige „Fatima-Bewegungen“ hinwieder wiederholten den Vorwurf, dass der Heilige Vater Russland noch nicht dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht habe.

So schien es angezeigt, Schwester Luzia zu besuchen, um sich von der noch lebenden Seherin einige Klärungen und Informationen zu holen; es sollte dies - mit Zustimmung seiner Eminenz, des Kardinals Joseph Ratzinger und der zwei zuständigen Bischöfe, jenem von Leiria-Fatima und dem von Coimbra - in Gegenwart von P. Louis Kondor SVD, dem Vizepostulator des Seligsprechungsprozesses der Seligen Francesco und Jacintha, sowie der Priorin des Theresianischen Karmels von Coimbra geschehen.

Das über zweistündige Gespräch fand am Samstag, dem 17. November Nachmittag statt. Schwester Luzia, die am 22.März 2002 ihr 95. Lebensjahr vollenden wird, erschien dazu in bester Verfassung, lebhaft und geistig ganz wach. Vor allem bekundete sie ihre Liebe und ihre Verehrung gegenüber dem Heiligen Vater: sie bete sehr viel für ihn und für die ganze Kirche.

Sie ist sehr erfreut über die Verbreitung, die das von ihr verfasste Buch „Aufrufe aus der Botschaft von Fatima“ findet und das nunmehr in sechs Sprachen vorliegt (italienisch, spanisch, deutsch, ungarisch, polnisch und englisch). Sie erhält deswegen viele Dankesbriefe.

Dann ging man zum Thema des dritten Teiles des Geheimnisses von Fatima über. Diesbezüglich bestätigte sie, dass sie die von der Kongregation für die Glaubenslehre herausgegebene Schrift aufmerksam gelesen und meditiert habe und sie unterstreiche vollauf das Geschriebene.

Jedem, der noch Zweifel aufbringen möchte, im Sinne, dass noch etwas vom „dritten Geheimnis“ zurückgehalten werde, möchte sie antworten: „Es ist alles veröffentlicht worden; es gibt nichts, was noch geheim wäre!“

Einem jeden, der von neuen Offenbarungen (an sie durch die Muttergottes) etwas sagt oder schreibt, möchte sie deutlich sagen: „Da ist überhaupt nichts Wahres daran. Für den Fall, dass ich neue Offenbarungen gehabt hätte, hätte ich sicher niemandem etwas davon erzählt, ausser dem Heiligen Vater“

Dann ging sie von sich aus auf ihre Jugendzeit und die Schwierigkeiten ein, denen sie im Zusamnmenhang mit ihrem Ordenseintritt begegnet ist, aber auch auf die Erweise von Wohlwollen,. So erinnerte sie sich an die erholsamen Aufenthalte in Braga zwischen 1921-24 bei Frau Filomena Miranda, ihrer Firmpatin.

Auf die Frage: „ Welche Auswirkungen hatte die Vision vom 13. Juli auf ihr Leben, bevor sie sie aufgeschrieben und der Kirche übergeben hatten.“ antwortete sie: „Ich fühlte mich ganz sicher unter dem Schutz unserer lieben Frau, wie sie so sorgfältig über die Kirche und über den Papst gewacht hatte. Und dann fügt sie ein bis jetzt noch nicht veröffentlichtes Detail zu der Erzählung über die berühmte prophetische Vision hinzu: „Während der Vision hielt unsere liebe Herrin, von der ein schöner Glanz ausging, in der rechten Hand ein Herz und in der linken einen Rosenkranz.“

Welche Bedeutung hat das Herz in der Hand der Madonna?“

„Es ist ein schützendes und rettendes Zeichen der Liebe. Als Mutter sieht sie ihre Kinder leiden und sie leidet mit ihnen mit, auch mit jenen , die sie nicht lieben. Sie möchte nämlich alle retten und keinen von denen, die ihr der Herr anvertraut hat, verlorengehen lassen. Ihr Herz ist eine sichere Zuflucht. Die Verehrung des Unbefleckten Herzen Mariens hat heilsvermittelnde Kraft für die schweren Zeiten der Kirche und der Welt. Besonders die Schlussüberlegungen des Kardinals Ratzinger in seinem Kommentar über den dritten Teil des „Geheimnisses“ sind sehr zutreffend.

„Mein Unbeflecktes Herz wird triumphieren.“ Was bedeutet das?

Ein auf Gott hin offenes Herz, ein Herz, gereinigt durch die Betrachtung Gottes, ist stärker als jedes Gewehr oder jede andere Waffe. Das Fiat Mariens , dieses Wort aus ihrem Herzen hat die ganze Weltgeschichte verändert, denn es hat den Erlöser in diese Welt eingeführt. Diesem Wort „Ja“ verdanken wir es, dass Gott in unserer Lebenswelt ein Mensch werden konnte und so bleibt er es für immer. Der Böse hat Macht in dieser Welt, das sehen und erfahren wir immer wieder; er hat Macht, denn unsere Freiheit lässt sich leicht und ständig von Gott wegziehen; aber seit Gott selbst ein menschliches Herz hat und so unsere Menschenfreiheit zum Guten - sprich zu Gott - hingewendet hat, hat die Freiheit zum Bösen nicht mehr das letzte Wort. Seit damals gilt das Wort: „In der Welt seid ihr in Bedrängnis. Aber habt Mut, ich habe die Welt besiegt !“ (Joh 16.33) Die Botschaft von Fatima lädt uns ein, sich dieser Verheissung anzuvertrauen.“

Ich habe noch drei Fragen gestellt:

Stimmt es, dass sie im Gespräch mit Don Luigi Bianchi und mit Don José dos Santos Valinho die Auslegung des dritten Teiles des „Geheimnisses“ in Zweifel gezogen haben?“

Darauf antwortete Schwester Luzia: „Das stimmt nicht! Ich unterstreiche voll und ganz die Auslegung, die im Jubiläumsjahr gegeben wurde.“

Was sagen sie zu den hartnäckigen Behauptungen des Hw. Gruner, der immer wieder Unterschriften sammelt, dass der Papst die Weihe Russlands an das Unbefleckte Herz Mariens, da sie noch nicht geschehen sei, doch endlich vollziehen solle.

Schwester Luzia antwortet:

Die Karmelgemeinschaft hat die Unterschriftenlisten zurückge-wiesen. Ich habe schon einmal gesagt, dass die von unserer lieben Herrin gewünschte Weihe Russlands an das Unbefleckte Herz im Jahre 1984 geschehen ist und dass sie im Himmel angenommen wurde.“

Stimmt es, dass Schwester Luzia über die letzten Ereignisse sehr besorgt ist und nicht schläft, sondern Tag und Nacht betet?“

Schwester Luzia antwortet:

„Es stimmt nicht“ Wie könnte ich den ganzen Tag über beten, wenn ich mich nicht des Nachts ausruhte? Was legen sie mir nicht alles in den Mund! Was lassen sie mich nicht alles tun! Diese Leute sollen mein Buch lesen, dort finden sie die Ratschläge, die mit den Wünschen der Muttergottes in Übereinstimmung sind: Gebet und Busse, verbunden mit einem grossen Glauben an die Macht Gottes werden die Welt retten.“

Unterschrieben:
S. Exz. Erzbischof Tarcisio Bertone SDB
Schwester Maria Luzia de Jesus und vom Unbefleckten Herzen

Übersetzung aus dem Italienischen durch P. Robert Bösner - Danke!







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