28 Februar 2006, 15:41
Die Weisheit der neuen Vatikan-Instruktion
 
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Homosexualität widerspricht dem bräutlichen Charakter der Liebe, sagte Kardinal Levada, Präfekt der Glaubenskongregation.

Rom (www.kath.net) „Ein Priester, der sich öffentlich zur Homosexualität bekennt, macht es den Gläubigen schwer, in ihm den Stellvertreter Christi zu sehen.“ Das sagte der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal William Levada, in seiner Predigt am Sonntag anlässlich der Einführung des neues Rektors für das „Pontifical North American College“ in Rom. Ein öffentliches Bekenntnis zu Homosexualität stellt einen Priester „in Konflikt mit dem bräutlichen Charakter der Liebe, wie sie Gott gezeigt und in den Menschen eingeschrieben hat“.

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Vor 170 Seminaristen sprach Levada von den Herausforderungen, denen die Priester heute gegenüberstehen. Auch die sonntägliche Schriftlesung war ein Thema: In der Bibel wird die Liebe Gottes für sein Volk beschrieben, die der Liebe des Bräutigams zu seiner Braut entspricht und Jesus als der Bräutigam der Kirche darstellt.

In Zusammenhang mit den sexuellen Missbräuchen durch Priester an Minderjährigen sagte der Kardinal: „Gott sei Dank kann man jetzt sagen, dass die Maßnahmen der Bischöfe ein umfangreiches Bildungs- und Präventionsprogramm und die Betreuung der Opfer mit sich gebracht haben.“ Darunter fallen auch Maßnahmen, mit denen sichergestellt werden soll, „dass diejenigen Geistlichen, die missbraucht haben, nicht ins Amt zurückkehren.“

Zu den neuesten Herausforderungen für Seminare gehöre die Umsetzung der vatikanischen Instruktion über die Homosexualität, nach der Männer mit „tiefsitzenden homosexuellen Tendenzen“ nicht Priester werden dürfen. Davon ausgenommen sind homosexuelle Männer, die bereits geweiht sind, wie die Instruktion deutlich macht.

Auch stehe die Instruktion „nicht direkt in Bezug zur Krise der sexuellen Missbräuche in den USA“, sagte Levada. Sie sei aber auch insofern nicht unrelevant, als eine von den amerikanischen Bischöfen in Auftrag gegebene Studie homosexuelles Verhalten als einen Grund für sexuellen Missbrauch durch Priester nennt.

Über das Problem psychosexueller Reife hinaus erklärte der Kardinal: „Die Frage muss auch von der theologischen Perspektive her betrachtet werden“, vor allem im Licht des biblischen Bildes von Gottes bräutlicher Beziehung zu seinem Volk und den Stellen im Evangelium, wo Jesus sich selbst als Bräutigam bezeichnet.

Besonderes Augenmerk solle dabei auf die homosexuellen Priester gerichtet werden, die öffentlich ihre Neigung kundtun. „Ich denke, wir müssen fragen: ‚Erkennt so ein Priester, wie diese Handlung ihn in seiner Fähigkeit eingrenzt, Christus, den Bräutigam, seiner Braut, dem Volk Gottes, zu zeigen? Sieht er nicht, wie sein Bekenntnis im Widerspruch steht zum bräutlichen Charakter der Liebe, die Christus offenbart und in die Menschheit eingeschrieben hat?’“ fragte Kardinal Levada. Er bedauert, dass gerade diese Tatsache „die Weisheit der neuen Vatikan-Instruktion“ hervorhebt.

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