11 Dezember 2005, 21:27
Gott stellt alles auf den Kopf
 
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Gott ist herausfordernd, "Ruhe, Innerlichkeit und Schmusekurs um ihrer selbst willen sind nicht seine Sache", sagt Bruder Paulus.

Berlin (www.kath.net)
Innerlichkeit um ihrer selbst willen ist nicht Sache Gottes. Das sagt Bruder Paulus (Frankfurt am Main), Kapuzinerpater und Leiter einer eigenen Talksendung auf N24. Den Begriff „zur Ruhe kommen“ müsse man sich genauer angucken, meinte er im Interview mit dem christlichen Ratgebermagazin „Neues Leben“ (Berlin/Altenkirchen).

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„Mir wird da manchmal viel zu viel esoterisch geschwafelt von wegen ,Stille im Kloster’ und ,zu sich selber kommen’“, erklärte der Kapuzinerbruder, der das Liebfrauenkloster in Frankfurt am Main leitet.

Licht in die dunkelsten Ecken

„Der Knackpunkt ist der, dass die Begegnung mit Gott in der Weise beglückend ist, dass er alles bisher im Leben als wichtig Erachtete auf den Kopf stellt oder doch zumindest bis in die dunkelten Ecken hinein durchleuchtet“, sagte Bruder Paulus. „Wer also wieder vollkommener Mensch werden will, der sollte sich bewusst werden, wovon er sich Zeit und Terminkalender, Wohnungseinrichtung und Kleiderschrank bestimmen lässt.“

Meditation führt zu Gott

„Meditation führt zur Mitte, aber dort wohnt Gott, der sagt: ,Geh!’ Oder: ,Verkaufe alles was du hast und gib es den Armen!’ Oder: ,Hör auf, dich deiner Geilheit auszuliefern und andere mit den Sog der Begierde zu ziehen!’ Oder: ,Entscheide dich, einem Armen wirklich beizustehen für eine Stunde pro Woche.’ – Gott ist herausfordernd, klärend und erfüllend in seiner Gegenwart im Menschen. Ruhe, Innerlichkeit und Schmusekurs um ihrer selbst willen sind nicht seine Sache.“

Vergötzt wird, was des Teufels ist

Das Hauptproblem moderner Menschen sei, dass Gott als Konkurrent der Freiheit angesehen werde. Hingegen werde vergötzt „was des Teufels ist - Kurzsichtigkeit, Egozentrik, Ausbeutung des Körpers, Hoffnungslosigkeit bis hin zu Kinderlosigkeit aus egoistischen Motiven“. Um Menschen wieder an das Gebet heranzuführen, hat Bruder Paulus eine Morgen- und Abendgebets-CD produziert, „für den Auto-CD-Player, damit die Menschen im Auto beten, in ihrer Alltags-Mönchszelle“.

Kein Ausschlaftag sondern Auferstehungstag

Von der Frömmigkeit der Mönche könnten die Zeitgenossen einiges lernen, ist Bruder Paulus überzeugt: „Vor allem glaube ich, dass sich die Menschen heute in dieser verrückten Welt eine Ordnung geben müssen, die sie selber einrichten. Das Diktat des Terminkalenders, der von anderen gefüllt wird, ist doch schrecklich.“ Wir müssten „endlich mal kapieren, dass der Sonntag kein Ausschlaftag ist. Er ist Auferstehungstag. Raus morgens – nicht weil man muss, sondern weil man den schönen freien Tag am Anfang der Woche, am ersten Tag der Woche, nicht verpassen will.“

Foto: (c) N24

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