06 Dezember 2005, 10:33
Kirche kann unvollständige Sicht der Sexualität nicht akzeptieren
 
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Ein Akzeptieren der Homosexualität könne "destabilisierend" wirken und die Arbeit in der Seelsorge erschweren, sagte ein Berater des Päpstlichen Rates für die Familie.

Rom (www.kath.net/CWNews, dt) Auf laute Proteste vor allem seitens homosexuell Veranlagter reagierte der Berater des Päpstlichen Rates für die Familie, der französische Priester Tony Anatrella, in einem Interview mit „I Media”: Die Erfahrung habe gezeigt, dass die seelsorglichen Beziehungen von homosexuellen Priestern „sehr viel komplizierter“ sind und „die Lehre der Kirche manchmal vernachlässigt“ wird.

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Auch wenn homosexuelle Männer sich bemühten, der Lehre der Kirche gemäß zu leben, erklärte Anatrella, der auch Psychologe ist, hätten die psychologischen Folgen „Auswirkungen auf der pastoralen Ebene“. Diese „Begleiterscheinungen“ der gleichgeschlechtlichen Anziehung seien der Grund, warum die Kirche beschlossen habe, homosexuelle Männer nicht zu weihen.

Das sei im Übrigen nichts Neues. Denn schon immer habe die Kirche gelehrt, dass Homosexuelle nicht zu Priestern geweiht werden dürfen, da sie an einer „strukturellen Zusammenhangslosigkeit“ in der Einstellung zu ihrer menschlichen Sexualität litten, schrieb der Priester in einem Artikel für den „Osservatore Romano“.

Die Frage, ob homosexuelle Männer Priester werden dürften, sei von kirchlichen Führungskräften immer wieder aufgegriffen und immer negativ beantwortet worden, sagte er und verwies auf Entscheidungen des Pariser Rates von 819 und des dritten und vierten Lateran-Konzils in den Jahren 1169 und 1215.

Homosexualität sei „eine Tendenz und keine Identität“. Neben Auswirkungen in der Pastoral könnte ein Akzeptieren der Homosexualität eine „destabilisierende“ Wirkung auf das Leben des Einzelnen und der Gesellschaft als Ganze haben. Daher sei es die Pflicht der katholischen Kirche, gegen die Tolerierung eines „unvollständigen und unreifen“ Verständnisses der menschlichen Sexualität zu sprechen.

Sicher impliziere die vatikanische Instruktion Proteste, vor allem von Homosexuellen, die bereits Priester sind. Aber solche Proteste würden zeigen, dass „sie sich bereits in einer unbequemen Situation befinden“, erläuterte der französische Priester.

Priester, die eine Anziehung zum gleichen Geschlecht bei sich feststellen, sollten ihre Anstrengungen verdoppeln, um enthaltsam zu leben, appellierte er. „Innerhalb des Klerus, sind Homosexuelle nicht repräsentativ vertreten“, erklärte er. „Sie sind in der Minderheit.“

Auch den Vorwurf, die Kirche sei „homophob“, wies Anatrella zurück. Das sei „ein Droh-Slogan“. Die Instruktion insistiert darauf, homosexuelle Personen respektvoll zu behandeln. Der Vatikan ermutigt oder duldet keinen Hass gegenüber jenen, die an gleichgeschlechtlichen Regungen leiden. Dennoch habe müsse die Kirche garantieren, dass die Priesteramtskandidaten gut auf das Priesteramt vorbereitet würden. „Das Priesteramt ist kein Recht.“

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