03 Dezember 2005, 14:25
Echte Katholiken, vereinigt Euch!
 
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"Gott sei Dank sind diese Gruppen noch nicht die Mehrheit in der Kirche" - KATH.NET dokumentiert den "Zwergerl"-Brief von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis im Wortlaut

Regensburg (www.kath.net)
Vor wenigen Tagen berichtete eine deutsche Zeitung über eine Stellungnahme der Regensburger Fürstin Gloria von Thurn und Taxis zu den Reformen im Bistum Regensburg. KATH.NET berichtete.

Aufgrund des großen Interesse der Leser dokumentieren wir die Stellungnahme von Gloria von Thurn und Taxis im Wortlaut:

Das Verhalten einiger Dekanatsräte und Mitglieder des ehemaligen Diözesanrates ist zutiefst unkatholisch. Der evangelische Landesbischof hat in der MZ vom 22.November die Struktur der katholischen Kirche richtig erklärt: „Alles leitet sich vom Bischof ab. Auch die Priester sind nur Assistenten des Bischofs. Bei den Protestanten wird von der Basis aller Gläubigen her gedacht.“

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Wie der Name schon sagt, sind die nun ausgetauschten Gremien „Räte“ und keinesfalls etwa gleichgeschaltete Instanzen. Der Bischof hat aber das Recht und die Pflicht, sich seine Berater selbst auszusuchen. Die Dekanats- sowie Diözesanräte haben sich dagegen von einem Beratergremium zu einem Bevormundungsgremium entwickelt. Der Bischof hat sie offensichtlich abgesetzt, weil sie ihrem Job nicht gerecht geworden sind. Sie, die sich als „Kirche von unten“ verstehen, haben sich zu Themen geäußert, die schlicht und einfach nicht in ihr Aufgabengebiet fallen: von Frauenpriestertum über die Frage, wer zur Kommunion darf, bis hin zu Eingriffen in die Liturgie.

Immer wieder wird behauptet, Bischof Müller begehe Rechtsbruch. In Wirklichkeit verstoßen aber die selbst ernannten Berater gegen geltendes Kirchenrecht. Sie wollen ihre eigenen Interessen durchzusetzen. Sie wollen die Kirche von unten demokratisieren. Und sie machen dabei Druck über die Medien und über zweifelhafte Interessensgruppen, die jeden Konflikt in der Kirche nur zu gerne aufgreifen.

Was soll das Ganze? Hat sich die deutsche katholische Kirche in den letzen 30 Jahren nicht schon genug an die protestantische Kirche angeglichen? Warum konvertieren die Herren nicht zum Protestantismus? Die evangelische Kirche braucht dringend neue, engagierte Leute und gewährt allen ausreichend Freiheiten, um sich auszutoben. Dort sind die „Reformen“, die immer wieder gefordert werden, längst umgesetzt. Dort ist der Bischof auch „nur ein Pfarrer mit besonderer Zuständigkeit“, wie Landesbischof Johannes Friedrich sagt.

Der derzeitige Zwergerl-Aufstand ist äußerst unwürdig, gerade in einer Stadt, die sich rühmt, im kommenden Jahr den Heiligen Vater empfangen zu dürfen. In der Zwischenzeit fällt ihr nichts besseres ein, als ihren ersten Mann am Ort zu beschimpfen und schlecht zu machen. Das ZdK spielt in diesem Konflikt eine besonders unrühmliche Rolle. Dieser illoyale Verband ist für die Kirche nicht nur überflüssig, sondern schädlich. Sein Hauptbestreben ist es offensichtlich, der katholischen Kirche ihre Volksfrömmigkeit, ihre Tradition und den Gläubigen ihre Verbundenheit mit dem Papst und den Bischöfen auszutreiben.

Echte Katholiken, vereinigt Euch! Wir dürfen nicht erst beim Papst-Besuch zeigen, dass wir glücklich und stolz sind, katholisch zu sein! Dass wir das Bischofsamt respektieren. Dass Demut und Gehorsam Tugenden sind, zu denen wir stehen, auch wenn es manchmal schwer fällt. Dass wir keine Kirche wollen, die wie ein Supermarkt an der Ecke alles mögliche anbietet und in dem wir uns das heraussuchen können, was uns gerade gefällt und uns bequem erscheint. Denn genau das ist das Ziel der „Kirche von unten“. Wenn diese Leute über den Glauben sprechen, reden sie am liebsten über die Weihe von Frauen zu Priestern, vom Zölibat, von Verhütung und von der Kommunion, zu der doch alle und jeder zugelassen werden könne. Aber sie reden nicht über die zehn Gebote, über die Pflicht zum sonntäglichen Besuch der Messe, von der Sünde und der Beichte, vom Rosenkranz und dem Schatz der Liturgie. Und wenn sie es tun, dann mit anzüglichem Spott. Gott sei Dank sind diese Gruppen noch nicht die Mehrheit in der Kirche. Sonst wäre der Petersplatz in Rom nicht jeden Sonntag mit Zehntausenden Menschen gefüllt, die sich auf ihrem Lebensweg sicher geführt wissen von ihrer Mutter, der Kirche. Wer seine Kirche liebt, wird alles tun, um die 2000 Jahre alten Strukturen und Traditionen zu bewahren, ja zu pflegen wie ein kostbares Gut.

Als unser Papst Benedikt noch Joseph Kardinal Ratzinger hieß, hat er einmal gesagt: „Die katholische Kirche ist keine demokratische Institution, sondern eine hierarchische. Nicht der Wille der Mehrheit zählt, sondern die gelehrte Wahrheit.“ In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen schöne Adventszeit.

Gloria von Thurn und Taxis
Regensburg

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