26 Oktober 2005, 09:28
Klaus Berger nimmt zu Vorwürfen der 'Zeit' Stellung
 
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Der Theologe erklärt den aktuellen Streit um seine Person damit, dass er der meistgelesene Theologe in Deutschland sei und dass es von Neidern nur so wimmele

Heidelberg (kath.net/idea)
Hat der Heidelberger Neutestamentler Klaus Berger über 30 Jahre lang an der evangelischen Fakultät gelehrt, obwohl er der katholischen Kirche angehört? Diesen Vorwurf hat die Wochenzeitung „Die Zeit“ in ihrer Ausgabe vom 20. Oktober erhoben. Berger habe seine Mitgliedschaft in der katholischen Kirche verheimlicht, um seine akademische Position nicht zu gefährden, hieß es. Gegenüber idea hat Berger diese Darstellung jetzt zurückgewiesen. Ganz offiziell sei er 1968 in Hamburg von der katholischen in die evangelische Kirche übergetreten. Ein formeller Austritt aus der katholischen Kirche sei dabei aber nicht verlangt worden. Für die Mitgliedschaft in der evangelischen Kirche habe er sich entschieden, weil ihm die katholische Fakultät in München Irrlehren in seiner Doktorarbeit vorgeworfen habe. Da es ihm aber immer um die Lehre des Neuen Testamentes gegangen sei, habe er in ökumenischer Gesinnung den Weg über die evangelische Kirche gewählt, um die akademische Laufbahn einschlagen zu können.

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War Papst informiert?

Der Vorwurf der „Zeit“, er sei mit Unterstützung seines Freiburger Beichtvaters sowie mit Wissen des heutigen Papstes Benedikt XVI. als Katholik in die evangelische Kirche gegangen, ist nach Bergers Ansicht irreführend. Tatsächlich habe er katholische Geistliche über seinen Schritt informiert mit der Bitte, daß sein Vorgehen geduldet und nicht als Akt gegen die katholische Kirche verstanden werde. In einem idea-Interview hatte Berger Ende 2004 bekannt: „Ich betrachte mich als Exil-Katholiken. Ich komme mir dabei aber viel lutherischer vor als die meisten meiner Fakultätskollegen.“ Den aktuellen Streit um seine Person erklärt Berger unter anderem damit, daß er der meistgelesene Theologe in Deutschland sei und daß es von Neidern nur so wimmele.

Leicht: Pension kürzen!

Autor des Artikels in der „Zeit“ ist ihr ehemaliger Chefredakteur Robert Leicht (Hamburg), heute politischer Korrespondent des Blatts sowie Präsident der Evangelischen Akademie Berlin. Er wirft Berger „ein Stück Lüge“ vor, weil er „als guter Katholik im evangelischen Gewand“ die gläubige Welt an der Nase herumgeführt habe. Der Theologe sei zwar treues Glied der katholischen Kirche geblieben, habe aber zu Tarnungszwecken evangelische Kirchensteuer entrichtet, ohne zu konvertieren. Der badischen Kirche legt Leicht nahe, Bergers in den vergangenen Jahren bezahlte Kirchensteuer zurückzuüberweisen – „auch wenn sie ohne eigene Schuld Opfer dieses Täuschungsmanövers wurde“. Das Wissenschaftsministerium in Stuttgart sollte nach Ansicht des Journalisten in einem Disziplinarverfahren den Fall aufklären und unter Umständen Bergers Verhalten mit einer Pensionskürzung sanktionieren.

Diözese Freiburg führt Berger nicht als Mitglied

Weder die Evangelische Landeskirche in Baden noch die katholische Erzdiözese Freiburg, auf deren Gebiet Heidelberg liegt, wollen sich in den Streit um Berger einschalten. Das haben deren Pressesprecher gegenüber idea bestätigt. Nach Angaben von Marc Witzenbacher (Karlsruhe), dem Pressesprecher der badischen Landeskirche, ist Berger seit 1974 als Mitglied der badischen Kirche gemeldet und habe dort seitdem auch Kirchensteuer bezahlt. Deshalb betrachte die evangelische Landeskirche ihn weiterhin als ihr Mitglied. Thomas Maier, Pressesprecher der katholischen Erzdiözese Freiburg, sieht für seine Kirche ebenfalls keinen Grund, aktiv zu werden. „Wir sind immer davon ausgegangen, daß Prof. Berger der evangelischen Kirche angehört.“ Berger werde in keiner Gemeinde der Diözese als katholisches Kirchenmitglied geführt.







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