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06 September 2005, 12:01
Irland: Kinderadoption bald für Homosexuelle?

Der irische Generalstaatsanwalt will das bestehende Adoptionsgesetz neu interpretieren, der Gesundheitsminister dementiert eine Neuregelung.
Dublin (www.kath.net / LifeSiteNews) Irlands Generalstaatsanwalt Rory Brady will Medienberichten zufolge den Weg für die Adoption von Kindern durch homosexuelle Paare in Irland freimachen. Er legte eine Neuinterpretation des Adoptionsgesetzes vor, die bereits erste Wirkungen zeigte. Der Minister für Gesundheit und Kinder dementierte indes eine mögliche Neuregelung.

Sehr bald nach der Bekanntgabe des Vorstoßes von Brady beantragte ein Lesbenpaar die Adoption eines Kindes, das es bereits seit mehreren Jahren pflegt. Dies bestätigte nach Angaben der Tageszeitung „Irish Independent“ auch der Lesben- und Schwulenverband (GLEN). Das Paar wünscht, dass das Kind auf ihre beiden Namen angemeldet wird.

Bisher durften in Irland nur verheiratete Paare und Alleinstehende ein Kind adoptieren, egal welchen Geschlechts. Ein Sprecher des Lesben- und Schwulenverbands, Keith O’Malley, sagte, die Mutter des Kindes sei mit der Adoption durch dieses Paar einverstanden. Nicht zuletzt deshalb, weil eine der beiden bereits ein Kind aus ihrer ersten heterosexuellen Beziehung hat. Da künstliche Befruchtung bei dem Paar nicht möglich ist, wollten sie eben ein Kind adoptieren.

Im Weg stehe ihnen lediglich das Gesetz, das nicht verheirateten Paaren die Adoption verbietet, erklärte er. Dass das Paar mit seinem Anliegen bis vor das oberste Zivilgericht gehen wird, sollte das örtliche Gesundheitsamt ihren Antrag ablehnen, bezweifelt er aber. Der Staatsminister für Gesundheit und Kinder, Brian Lenihan, dementierte eine mögliche Neuregelung. Es gäbe keine Pläne, unverheirateten Paaren die Adoption von Kindern zu gestatten, wie die Neuinterpretation des Generalbundesanwaltes es vorsehe, sagte er.

Dennoch ist die Absicht Bradys eindeutig: Er will Sozialarbeitern mehr Spielraum in Sachen Adoption geben, vor allem, wenn homosexuelle Paare einen entsprechenden Antrag stellen. O’Malley jedenfalls hofft, dass das Gesetz durchgeht und die Möglichkeit zu Adoption auf alle zusammenlebenden Paare ausgeweitet wird – egal, ob homosexuell oder heterosexuell.