26 August 2005, 11:45
Bischof Küng: Sexualität braucht Offenheit für das Leben
 
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Der St. Pöltner Bischof erklärte österreichischen Jugendlichen in Düsseldorf, warum Enthaltsamkeit vor der Ehe Sinn macht und Homosexualität ein Irrweg ist.

Düsseldorf / Wien (www.kath.net) Wenn ein Mann und eine Frau miteinander schlafen, so ist das „der tiefste und ganzheitliche Ausdruck der Ganzhingabe“. Es bedeute „Ja sagen zum anderen, nicht nur mit Worten, sondern eigentlich mit dem Geschenk des eigenen Lebens.“ Dies sei der Grund, warum die Kirche für die Enthaltsamkeit vor der Ehe eintritt, erklärte der St. Pöltner Bischof Klaus Küng in einem Statement beim Österreicher-Treffen in Düsseldorf im Rahmen des Weltjugendtages.

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Jugendliche hatten Fragen an die anwesenden Bischöfe gerichtet. Der St. Pöltner Bischof sprach über Sexualität, Verhütung und Homosexualität. „Einer schenkt sich dem anderen“, erläuterte Küng das Wesen von sexueller Liebe. „Man will dem anderen alles geben und man ist so dankbar für alles, was man von ihm empfängt.“ Dazu gehöre auch die Vater- oder Mutterschaft“.

„Wenn das Erotische – das ein Schatz ist, etwas ganz Wichtiges – zu schnell im Vordergrund steht, dann passiert es, dass man sich gar nicht wirklich kennen lernt“, betonte Küng. Es sei gut, einander wirklich kennen zu lernen. Wichtig sei ein großer Respekt vor dem „Schatz“, den der andere in sich trägt.

Sexualität setze voraus, „dass man zueinander Ja gesagt hat für immer, ohne Abstriche, mit allem, was dazu gehört“. Das sei für Christen nur möglich, „wenn man das Ja in der Ehe gesagt hat“, unterstrich der Bischof. Man gebe das Ja aus Liebe zum anderen, aber auch im Vertrauen auf Christus, denn: „Er lehrt den Weg der Liebe am besten.“

„Es wäre mir ein ganz großes Anliegen, wenn aus den Weltjugendtagen so etwas wie ein Trend entsteht: Warten bis zur Ehe!“, rief Bischof Küng. „Es lohnt sich!“ Er ermutigte ausdrücklich jene, die andere Erfahrungen machten. „Wenn es trotzdem passiert ist, wenn man trotzdem schwach geworden ist: Jesus ist barmherzig, er ist der Erlöser, er wird uns beistehen und er kann Wunden heilen.“

Das Thema Verhütung hänge stark mit Beziehung zusammen. Bei der Natürlichen Empfängnisregelung sei es notwendig, dass man Rücksicht aufeinander nimmt. „Es bedeutet, den anderen so anzunehmen wie er ist“, unterstrich Küng.

Bei der Homosexualität sei „die geschlechtliche Vereinigung niemals wirklich Ausdruck einer solchen Ganzhingabe, wie ich es vorher zu beschreiben versuchte“, erklärte er. „Hier fehlt der Bezug zum Leben. Sexualität ist Fähigkeit, auch Leben zu empfangen, Leben zu geben.“ Sexualität sei „Fähigkeit zu einer Teilnahme an der Schöpferkraft Gottes“, sagte der Bischof.

„Sexualität ist etwas zutiefst Würdiges, etwas, was Männer und Frauen, die einander lieben, zu einem Abbild Gottes in einer ganz besonderen Weise macht, denn Gott ist die Liebe. Und wenn zwei einander lieben, dann werden sie Gott ähnlich. Das bedeutet immer auch Offenheit für das Leben. In der Homosexualität ist diese Ausrichtung auf das Leben nicht möglich. Das ist schon einfach physisch nicht möglich.“

Homosexuelle Menschen brauchen jedoch nach Ansicht Küngs mehr Verständnis und Unterstützung. „Homosexuell geneigte Menschen können sehr, sehr liebe und gute Menschen sein, die unserer Hilfe bedürfen“, sagte er. Sein großer Wunsch sei, „dass auch in der Kirche in Österreich, natürlich auch in Deutschland, Gruppen entstehen – einiges ist ja schon entstehend –, die auch solchen Personen einen Halt vermitteln, ihnen helfen, in ihrer Lage das Leben Gott zu schenken.“

So könnten sie oft, eigentlich immer auch, „das Ziel erreichen, manche können auch den Weg finden zu einer Veränderung in ihrem Leben“, sagte der Bischof. „Auch das muss uns ein Anliegen sein“, betonte er. „Jeder Mensch findet in Jesus den Weg, findet durch Jesus den Weg zum Vater, das gilt für alle ohne Ausnahme. Wir müssen schauen, dass das auch allen zuteil wird.“

Bericht: Petra Biermeier, Linda Noé

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