25 August 2005, 11:11
Fraktionsvorsitzende kritisiert Abtreibungspolitik der Grünen
 
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Katrin Göring-Eckardt vom Bündnis 90/Die Grünen: "Für mich persönlich, als Christin, kommt Abtreibung nicht infrage."

Bonn (www.kath.net) Die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, hat sich von den Positionen ihrer Partei zur Abtreibung distanziert. Es sei ihrer Ansicht nach „widersprüchlich“, wenn die Grünen den Embryo zwar vor dem Klonforscher aber nicht vor einer Abtreibung schützen wollten, sagte sie im Interview mit der Wochenzeitung „Rheinischer Merkur“.

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„Es ist aber auch eine Frage der Bewertung. Bei der Abtreibung geht es schließlich auch um das Leben der Frau“, meinte sie. Zur Abtreibung im Allgemeinen sagte sie: „Abtreibungen sind in unserem Land nicht erlaubt. Es geht allein um die Frage, ob ein Abbruch bestraft wird oder nicht.“ Zum Wahlprogramm der Grünen, das die Abtreibung fordert, meinte sie: „Den Paragrafen 218 will ich nicht abschaffen. Hier geht es um die strafrechtlichen Folgen. Aber für mich persönlich, als Christin, kommt Abtreibung nicht infrage.“

Die Politikerin verteidigte jedoch die Haltung der Grünen zur Biopolitik. Es sei „keine Schande, eine ethische Grundhaltung zu haben und bewusst das Zeichen zu setzen: Wir machen nicht alles, was wir können“. Göring-Eckardt kritisiert in dem Interview den „Schwenk“ der Unionsparteien in der Stammzellenforschung. Es sei unverantwortlich, „dass die Konservativen das Klonen unter dem Gesichtspunkt der Forschungsverwertbarkeit betrachten“. Für ein schwarz-grünes Bündnis sehe sie unter diesen Vorzeichen keine Basis.

Göring-Eckardt unterstrich auch den Wert alter und sterbender Menschen. „Johannes Paul II. hat ein Zeugnis davon gegeben, wie viel man anderen geben kann, auch wenn man krank und gebrechlich ist“, stellte sie fest. Zur viel diskutierten Patientenverfügung meinte sie, es sei „extrem schwierig, den Willen eines einwilligungsunfähigen Patienten herauszufinden, selbst wenn er eine Patientenverfügung verfasst hat. Vielleicht würde der Kranke in der aktuellen Situation ja anders entscheiden als beim Abfassen der Erklärung. Richtig ist, eine Vertrauensperson zu benennen, die im Konfliktfall entscheidet. Und: Im Zweifel ist immer für das Leben zu entscheiden! Wir diskutieren in Deutschland viel zu theoretisch. Die Menschen müssen sich endlich mit dem Sterben beschäftigen. Der Tod ist zu sehr ein Tabu.“

Von der Kirche erwartet sich Göring-Eckardt, dass sie sich nicht zu jedem tagesaktuellen Problem äußert. „Natürlich hat sie einen gesellschaftlichen Auftrag. Sie kann sich bei Fragen des Lebens, des Zusammenhalts oder des Friedens zu Wort melden. Aber Protestanten und Katholiken müssen mehr bieten als nur Stellungnahmen. Sie müssen Leuchttürme gegen die Hoffnungslosigkeit sein.“

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