30 Juli 2005, 12:25
Schlingensief provoziert mit 'Angstkirche' beim Weltjugendtag
 
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Die "Church of Fear"-Initiator meinte trotzdem: "Ich habe nichts gegen das Ereignis und freue mich auf den Papst"

Köln (kath.net/RNA)
Der deutsche Aktions-"künstler" Christoph Schlingensief macht zum Weltjugendtag mit seiner "Church of Fear" (Kirche der Angst) Halt in Köln. Er errichtete am Donnerstag ein kleines neugotisch aussehendes Holzgebäude, seine "Kirche der Angst", auf der südlichen Dachterrasse des Museums Ludwig. Das "Kunst"-Projekt, das mit dem Irakkrieg begann, will zur Auseinandersetzung mit "Weltanschauungsgruppen" anregen, wie Schlingensief der Presseagentur Kipa sagte. Es fordere die Menschen auf, sich zu ihrer eigenen Angst zu bekennen. Damit könnten sie sich von "Heilsbringern in Politik, Presse, Kultur und Wirtschaft" frei machen.

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Im Eingang der "Church of Fear", die erstmals auf der Biennale 2003 in Venedig zu besichtigen war, steht auf dem Boden "Habt Angst". Im Inneren finden sich Bezüge zu Religionen und Sekten. An den Wänden hängen Voodoomasken aus Afrika, über der Tür das Foto eines Hundeafters. Es läuft ein Film, der laut Schlingensief an Werbung von Scientology erinnern soll. Abwechselnd sind der Ruf des Muezzin und Choräle zu hören. In der Mitte steht ein Beichtstuhl mit rotem Samtvorhang. An dessen Seite ist ein Schlitz, durch den sich der Platz vor dem Kölner Dom per Kamera live betrachten lässt. Auf der Rückseite zeigt ein Film die Verwesung eines Hasen. Dazu ist Musik aus Richard Wagners Oper "Parsifal" mit dem Thema Erlösung zu hören. Im Rahmen des Projekts "Church of Fear" haben sich nach Angaben des "Künstlers" 100 "Gemeinden" und 370 "Sympathisantengruppen" zusammengeschlossen.

Zum Weltjugendtag sagte Schlingensief: "Ich habe nichts gegen das Ereignis und freue mich auf den Papst." Der "Künstler" betonte, er sei zwölf Jahre lang Messdiener gewesen und bezeichne sich bis heute als Katholik. Er zahle gerne Kirchensteuer, weil die Kirche Orte habe, in die er in schlechten Zeiten gerne eingekehrt sei. "Den Betrieb der Kirche kann ich aber oft nicht nachvollziehen. Sie ist auf Angst gebaut." Daher neige sie zum "Monopolisieren". Ihr fehle der Wille, sich wirklich auf andere Religionen einzulassen. Schlingensief meinte weiters: "Jesus und Mohammed sind enge Verwandte, das muss man sehen."

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