30 Juni 2005, 10:37
Bischof Küng zu Ex-Regens Küchl: ‚Eindruck, dass jede Einsicht fehlt’
 
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Sollte Küchl versuchen, die Seelsorge wieder aufzunehmen, könne dies zu einem Absetzungsverfahren führen, heißt es in einer Stellungnahme des bischöflichen Sekretariates.

St. Pölten (www.kath.net) Die „wiederholten Äußerungen des Propstes, die den Eindruck hinterließen, dass jede Einsicht fehlt und die Gefahr einer erneuten Schädigung der Glaubwürdigkeit der Kirche heraufbeschworen wird“ waren der Hauptgrund, Ulrich Küchl, den Ex-Regens des St. Pöltner Priesterseminars, nicht wieder als Seelsorger in seinen Pfarren zuzulassen. So heißt es in einer Stellungnahme, die das Sekretariat des St. Pöltner Diözesanbischofs Klaus Küng am Donnerstag veröffentlichte.

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Der Ex-Regens hatte in einer Stellungnahme die Maßnahmen des Bischofs als „Strafmaßnahmen“ und „illegitimen Willkürakt“ bezeichnet und angekündigt, er werde die Seelsorge in seinen Pfarren entgegen der bischöflichen Weisung wieder aufnehmen. Sollte er dies tun, mache er sich eines schwerwiegenden Verstoßes gegen den priesterlichen Gehorsam schuldig, der zusätzlich zum Anlass eines Absetzungsverfahrens werden könne, heißt es in dem bischöflichen Schreiben.

Wir dokumentieren die Stellungnahme im Wortlaut:

1. Die für Propst Küchl ursprünglich vorgesehenen Maßnahmen sahen die Möglichkeit zu Besinnung in einem Tagungshaus mit fachlich qualifizierter Begleitung vor. Dieser Aufenthalt wäre zur Erholung und Aufarbeitung des Geschehenen sehr geeignet gewesen. Zugleich hätte es bei konstruktiver Mitarbeit zu einer weiteren Klärung beigetragen. Propst Küchl war aber nicht nur nicht bereit, diese Gelegenheit zu nützen, er versuchte, den Vorschlag ins Lächerliche zu ziehen.

Da es so nicht zur Klärung kommen konnte, wurde ihm vorgeschlagen, freiwillig ein forensisches Gutachten erstellen zu lassen. Er hat diesen Vorschlag nicht nur nicht befolgt, sondern als Verstoß gegen die Menschenwürde bezeichnet, obwohl es in Wirklichkeit ein anerkannter Weg ist, um eine objektive Klärung zu ermöglichen, die in solchen Zusammenhängen in der Regel eine Voraussetzung ist, um einen neuerlichen Einsatz in der Seelsorge verantworten zu können.

2. Hauptanlass für die Änderung der ursprünglichen Absicht, Propst Küchl am 1. Juli in die Seelsorge als Pfarrer in Eisgarn und Eggern wieder zurückkehren zu lassen, waren die wiederholten Äußerungen des Propstes, die den Eindruck hinterließen, dass jede Einsicht fehlt und die Gefahr einer erneuten Schädigung der Glaubwürdigkeit der Kirche heraufbeschworen wird.

3. Propst Küchl übersieht, dass im Zusammenhang mit den Vorfällen im Priesterseminar St Pölten im vergangenen Jahr weiterhin Vorwürfe im Raum stehen. Er weist zwar diese Vorwürfe als unwahr zurück, sie sind aber dennoch nicht zur Gänze entkräftet. Dabei ist zu bedenken, dass vom kirchlichen Standpunkt aus betrachtet das von Propst Küchl und Dr. Rothe angestrebte zivilrechtliche Verfahren für eine Klärung nicht ausreichend ist. Was nach österreichischem Recht strafrechtlich relevant ist, wird jedenfalls beachtet. Von Seiten der Kirche gibt es aber noch eine Reihe weitere Aspekte, auf die geachtet werden muss, gerade in der kirchlichen Ausbildung und in der seelsorglichen Betreuung junger Menschen.

4. Wenn Propst Küchl trotz der empfangenen Weisung versucht, die Seelsorge in Eisgarn und Eggern aufzunehmen, macht er sich eines schwerwiegenden Verstoßes gegen den priesterlichen Gehorsam schuldig, der zusätzlich zum Anlass eines Absetzungsverfahrens werden kann.

5. Die seelsorgliche Betreuung in Eisgarn und Eggern übernimmt auch in der nächsten Zeit ein benachbarter Pfarrer, der in Zusammenarbeit mit einem Kaplan die Sonntagsmessen, Begräbnisse, Taufen und andere seelsorgliche Aufgaben zum Wohl der Gläubigen wahrnimmt.

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