12 Juni 2005, 19:06
'Eine gewaltige Kluft, die sich nicht so leicht schließen lässt'
 
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Ökumene-Vortrag von Bischof Müller bei Kongress "Freude am Glauben": Durch Reformation "eine ganz andere Kirche" entstanden - Die Unterschiede zur orthodoxen Kirche beruhten vor allem auf "Mentalitätsunterschieden

Regensburg (kath.net/pdr)
Bischof Gerhard Ludwig hielt im Rahmen des Kongresses "Freude am Glauben" einen Vortrag über den aktuellen Stand der Ökumene. Dabei erklärte er am vergangenen Samstag in Regensburg vor den mehr als 1500 Teilnehmern, dass die Bemühungen um die Ökumene weitergehen müssen. Besonders sprach sich der Bischof von Regensburg für eine größere Aufmerksamkeit für die orthodoxe Kirche aus. Mit ihnen gebe es viele Gemeinsamkeiten, die vertieft werden müssten. Für die Gespräche mit den aus der Reformation hervorgegangenen Kirchengemeinschaften empfahl Bischof Gerhard Ludwig die katholische Lehre richtig darzustellen. Dann müsste es möglich sein, von evangelischer Seite eine Brücke zur katholischen Kirche zu bauen, sagte Bischof Gerhard Ludwig, der Vorsitzender der Ökumenischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) ist. Bei der Reform der Kirche gehe es nicht um die Zölibatsfrage oder Strukturveränderungen, sondern um die innere geistliche Erneuerung der Kirche. Bischof Gerhard Ludwig Müller appellierte, sich nicht an den jeweils herrschenden Zeitgeist anzupassen, der in der Regel gleich wieder selbst Teil der Vergangenheit sei. Aufgabe der Kirche sei es, auf diese wesentlichen Anfragen eine Antwort zu geben.

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Bischof Gerhard Ludwig erklärte, durch die Reformation sei "eine ganz andere Kirche" entstanden. Zu den Kirchen und Gemeinschaften, die aus der Reformation hervorgingen, gebe es tatsächlich "eine gewaltige Kluft, die sich nicht so leicht schließen lässt". Der Regensburger Oberhirte betonte den Zusammenhang zwischen der Gemeinschaft mit Christus und der Gemeinschaft mit der Kirche. Diesen Zusammenhang ständig in Frage zu stellen, bedeute die Basis der Wahrheit zu unterlaufen. Außerdem kritisierte Bischof Gerhard Ludwig die in diesem Zusammenhang häufig anzutreffende Haltung der Gleichmacherei. "Wenn alles gleich ist, ist es unmöglich zu begründen, warum es einen dreieinigen Gott gibt und wir uns nicht auf die Idee eines allgemeinen Göttlichen einigen", so der Regensburger Bischof. Der öffentliche Druck, alles auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu reduzieren, führe zu einer "Entkernung des katholischen Glaubens, zersetze seine Grundlagen und mache dadurch die ökumenischen Bemühungen überflüssig".

Im ökumenischen Gespräch mit den evangelischen Christen gehe es nun darum, die katholische Lehre richtig darzustellen, sagte Bischof Gerhard Ludwig weiter: "Dann müsste eine Brücke von evangelischer Seite möglich sein." Nötig seien die weiteren ökumenischen Bemühungen schon deshalb, weil es gelte, ein gemeinsames Zeugnis gegen den Säkularismus zu geben. Die Unterschiede zur orthodoxen Kirche beruhten vor allem auf "Mentalitätsunterschieden". Das Kirchen- und Sakramentsverständnis sei weitgehend identisch, auch sei unumstritten, dass die Einheit der Kirche wesentlich durch die Bischöfe als Nachfolger der Apostel gewährleistet werde. Die besondere Rolle des Petrusdienstes gelte es zu vertiefen. "Hier habe ich einen großen Optimismus. Nun gilt es, bereits Vorhandenes und Gemeinsames zu vertiefen", so Bischof Gerhard Ludwig.

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