10 Juni 2005, 11:44
Kardinal Wetter: Kritik an Papst-Äußerungen über Ehe ist unangemessen
 
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Es könne nicht hingenommen werden, dass die Kirche wegen ihrer klaren Haltung zu Ehe und Familie diffamiert werde, erklärte der Münchner Erzbischof.

München (www.kath.net / ok) Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Friedrich Wetter, hat die jüngsten Äußerungen von Papst Benedikt XVI. über die Bedeutung des christlichen Verständnisses von Ehe und Familie als “klare Wegweisung” begrüßt. Auch in Deutschland müsse es eine grundlegende Besinnung auf die im Grundgesetz hervorgehobene einzigartige Bedeutung von Ehe und Familie für eine gelingende Zukunft geben, erklärte der Kardinal am Freitag in München.

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Das Thema gehe nicht nur die Katholiken etwas an, sondern müsse die ganze Gesellschaft, insbesondere die Verantwortlichen in der Politik, ernsthaft beschäftigen. Auch in Deutschland gebe es Tendenzen einer Auflösung von Ehe und Familie, die vielfach als befreiende Errungenschaften gedeutet würden. Inzwischen werde aber immer mehr erkennbar, dass dadurch zunehmend der soziale und mitmenschliche Zusammenhalt und damit der notwendige Rückhalt, zumal in angespannten wirtschaftlichen Situationen, gefährdet werde.

Der Papst hatte am 7. Juni vor Teilnehmern eines Kongresses der Diözese Rom über “Die christliche Familie als Quelle der Erziehung zum Glauben und des Aufbaus der Kirche” eine Ansprache gehalten. Dabei hatte er erklärt, dass die Ehe aus kirchlicher Sicht weder eine soziologische Konstruktion sei, die durch andere ersetzt werden könne, noch eine Frucht besonderer historischer oder ökonomischer Situationen.

Die Ehe von Mann und Frau beziehe sich auf die Gottebenbildlichkeit des Menschen. Familie und Ehe hätten ihren Platz in der Heilsgeschichte des Bundes Gottes mit den Menschen. In diesem Kontext hatte der Papst “verschiedene Formen der Auflösung der Familie von heute” und namentlich “die ‘Ehe ohne Trauschein’, die ‘Ehe auf Probe’ bis hin zur Pseudo-Ehe von Personen des gleichen Geschlechts” kritisiert. Diese Formen seien “Ausdruck einer anarchischen Freiheit, die man als wahre Befreiung verkauft”.

Diese Feststellungen des Papstes hatte unter anderen der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen im Bundestag, Volker Beck, kritisiert. Er warf dem Papst eine Haltung „theologischer Unbarmherzigkeit und pharisäerhafter Überheblichkeit” vor. Der Sprecher eines Verbandes von homosexuellen Frauen und Männern nannte die Äußerungen des Papstes „beleidigendes Hass-Predigen”.

Kardinal Wetter wies diese Form der Kritik als „sachlich unzutreffend und darum unangemessen” zurück. Es könne nicht hingenommen werden, dass die Kirche wegen ihrer klaren Haltung zu Ehe und Familie, zumal sie dem Grundgesetz entspreche, in dieser Weise diffamiert werde. Es gebe in Deutschland kaum eine andere Institution, die sich so intensiv und tatkräftig in allen Lebensbereichen und Altersstufen für Ehe und Familie einsetze.

Dieser Einsatz der Kirche umfasse eine hochmotivierte Schwangerenberatung im Dienste des Lebens ebenso wie Kindertagesstätten, Eltern-Kind-Gruppen, begleitende Lebensberatung auch in Krisen und unterstützende caritative Hilfe in Alter und Pflege. Daran sollten Politiker Maß nehmen, anstatt „in beleidigender Weise zu kritisieren”.

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