23 Mai 2005, 16:47
Die Muschel und die Dreifaltigkeit
 
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Erzbischof Ludwig Schick: "Das Geheimnis der Allerheiligsten Dreifaltigkeit könne man nicht mit dem Verstand erfassen"

Bamberg (kath.net/bbk)
Auf die Muschel in Wappen des Papstes Benedikt XVI. hat Erzbischof Ludwig Schick hingewiesen. Anlässlich des 250jährigen Jubiläums der Wallenfelser Wallfahrt nach Marienweiher sagte der Erzbischof, dass die Muschel im engen Zusammenhang mit dem Dreifaltigkeitssonntag, den man heute feiere, stehe. Zugleich sei sie Zeichen für die Wallfahrten in der Kirche. Papst Benedikt XVI. habe seine Doktorarbeit über die Ekklesiologie des heiligen Augustinus geschrieben, betonte Schick. Von Augustinus berichte die Legende, dass er am Strand entlang gegangen sei und über das Geheimnis der Allerheiligsten Dreifaltigkeit nachgedachte habe, das er mit seinem Verstand erfassen wollte. Am Meer habe ein Kind gesessen, das mit einer Muschel Wasser aus dem Meer in ein kleines Loch geschöpft habe. Auf die Frage von Augustinus, was es da mache, habe das Kind geantwortet: „Ich will das Meer in dieses Loch schöpfen.“ „Aber das ist unmöglich. Das Meer ist viel zu groß und zu tief“, sagte Augustinus zu dem Kind. Darauf antwortete das Kind: „So unmöglich ist es auch, dass du das Geheimnis der Allerheiligsten Dreifaltigkeit mit deinem Verstand erfasst. Es ist viel zu groß und zu viel“.

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Das Geheimnis der Allerheiligsten Dreifaltigkeit könne man, so der Erzbischof, nicht mit dem Verstand erfassen: „Aber man kann sich das Geheimnis des dreifaltigen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes schenken lassen. Dieses Geschenk gibt der Heilige Geist. Nicht umsonst feiert die Kirche seit 1000 Jahren am Sonntag nach Pfingsten das Fest der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Sie will damit ausdrücken, dass das Geheimnis Gottes uns Menschen geschenkt wird. Wir können Gott, der Gemeinschaft und Liebe ist, nicht mit unserem Verstand begreifen, aber ihn mit unserem Herzen lieben. Diese Liebe zu Gott wird uns geschenkt durch den Heiligen Geist“.

Der Heilige Geist müsse in uns lebendig sein, unterstrich Erzbischof Schick. Gerade durch das Wallfahren bleibe er lebendig, Wallfahren bedeute Aufbrechen aus dem Gewöhnlichen des Alltags. Wallfahrten sollten Exerzitien sein, Einübung im Glauben, Hoffnung und Liebe, die dann das Leben im Alltag bestimmten. Schick: „Die Muschel im Wappen unseren Papstes weist uns auf den Dreifaltigen Gott hin, der uns teilhaben lassen will an seinem Leben. Er ist eingegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist. Im Heiligen Geist erkennen wir diesen Dreifaltigen Gott, der uns liebt und den wir lieben sollen, damit unser Leben gelingt. Im Wallfahren wird er lebendig. Lassen wir uns von der Muschel im päpstlichen Wappen immer wieder neu inspirieren“.

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