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01. Februar 2005, 12:25
Welser St. Franziskus-Pfarre nimmt umstrittene Fotos vom Netz














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Neue Skandalfotos von "ökumenischen Feiern" – Eine Pfarre ohne Glocken, Kreuz und Beichte – Frauenbeauftragte mit neuheidnischen Ritualen - Nitsch-Bild im Tabernakel der Pfarrei?

Linz (www.kath.net)
Seit der KATH.NET-Berichterstattung über die liturgischen Sonderwege der Welser Pfarre St. Franziskus kommt nach wie vor kein Laut aus der Diözese. Die Pfarre selbst hat jetzt als Exit-Strategie das Gästebuch geschlossen, den Inhalt der Page verändert und die Fotos vom Netz genommen.

Wo ursprünglich „Dreikönigsmesse“ stand, stand zuerst tagelang „Dreikönigsfest“. In einer „Erklärung“ wurde dem Website-Verantwortlichen der Ball zugespielt. Es hieß einige Tage lang wörtlich: „Nachdem vom Homepage-Betreuer hier ursprünglich die Bezeichnung Dreikönigs-Messe verwendet wurde und dies nicht den liturgischen Tatsachen entspricht und kritisiert wurde, haben wir den Text entsprechend geändert.“ Inzwischen wurde auch dieser Text vom Netz genommen.

Auch das Gästebuch wurde wenige Stunden nach Aufdeckung der liturgischen Skandale geschlossen. Seit Montag sind schließlich endgültig alle liturgischen Fotos nicht mehr zugänglich. Inzwischen sind weitere umstrittene Bilder von ökumenischen Veranstaltungen mit Diakon Schrittwieser und der evangelischen Pastorin Ingrid Bachler aufgetaucht, wo zumindest zweideutige Handlungen zu sehen sind.

Bei einem der Fotos (siehe Foto beim Bericht) stehen beide gemeinsam am evangelischen Altar, wobei der Diakon den Kelch hebt. Bei einem anderen Foto steht eine Pastorin mit „liturgischen Gefässen“ am katholischen Altar. Ein anderes Bild zeigt, wie in der katholischen Kirche auf messsimulierende Weise von der evangelischen Pastorin Wein sowie vom katholischen Diakon Brot verteilt werden.

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Der Fall der Welser Pfarrei wird derzeit intensiv von der Diözese Linz diskutiert, wie KATH.NET aus Diözesankreisen erfahren konnte. Bislang gibt es weder ein Dementi zum Vorwurf der Messsimulation noch irgendeine andere Stellungnahme zu den liturgischen Sonderwegen. Mehrere österreichische Bischöfe, die die Fotos bereits sehen konnten, zeigten sich über die Vorfälle entsetzt.

Prestige-Objekt der Diözese

Die St. Franziskus-Pfarre gilt als Prestigeobjekt der Diözese Linz. In einem ORF-Beitrag wurde die Kirche als „gewöhnungsbedürftig“ und nicht unbedingt als „Haus Gottes“ erkennbar bezeichnet. Bilder oder Statuen von Heiligen sucht man vergeblich, an Stelle eines Kreuzes ist ein y-förmiger Olivenbaum aufgestellt, und statt Glocken gibt es Klangrohre. Für Letzteres brauchte es eine Sondergenehmigung der Diözese. Gekostet hat das Projekt 4,3 Millionen Euro, davon musste die Pfarre eine Million Euro aufbringen.

Die formalen Eigenheiten spiegeln sich auch im Inhalt wider. Beispielsweise dürfte die Pfarre wenig mit der Beichte anfangen können. Im Pfarrbrief vom April 2004 steht, dass die Erstkommunionkinder statt der Beichte eine Wieder-Gut-Feier haben, bei der sie ihre Sünden auf einen Zettel schreiben und dann verbrennen sollen. Die Kinder sollten ihren Glauben angstfrei leben und erleben dürfen, wird argumentiert.

Neuheidnische Rituale durch ehemalige Frauenbeauftragte

Pfarrangehörige Irmgard Lehner, die ehemalige Frauenbeauftragte der Diözese Linz, kündigte im Pfarrblatt einige neuheidnische Rituale für 2005 an. Im Februar soll es ein „Lichtritual rund um Maria“ geben, im Mai ein „Feuerritual rund um Maria Maienkönigin“, am 4. August ein “Erdenritual rund um Maria Himmelfahrt“ und am 3. November ein „Wasserritual rund um Allerheiligen/Allerseelen“. Im Begleittext heißt es: „Im ersten Jahr werden sich die Frauenliturgien an den Mondfesten orientieren – an denen sich ja traditionell auch viele Marienfeste ausrichten.“

Bild von Aktionskünstler Nitsch im Tabernakel?

Bislang unbestätigte Gerüchte gibt es, dass im Tabernakel der Pfarre ein Bild des umstrittenen Aktionskünstlers Hermann Nitsch zu finden sein soll. KATH.NET hat am vergangenen Freitag die Pfarre mit dem Vorwurf konfrontiert, bis jetzt aber keine Antwort und auch kein Dementi erhalten. Dass Hermann Nitsch durchaus für so etwas zu haben ist, zeigt der letztjährige Skandal um die Geriatrie-Klinik in Rosenheim in Bayern, wo der Aktionskünstler die Kapelle der Klinik gestaltete. Damals folgte ein Aufstand des Pfarrers und der Patienten wie "Bayern 2" im Jahr 2004 berichtete. Nitsch macht keinen Hehl daraus, dass für ihn das Christentum überlebt sei und es der mythisch-orgiastischen Wiederbelebung durch sein "Orgien-Mysterientheater" bedarf.

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Kommentar: Liturgiemissbrauch und Visitation in Linz?

Heiße Diskussion im KATH.NET-Forum

Foto: (c) KATH.NET-Archiv/Pfarre St. Franziskus; Diakon bei ökumenischer Feier mit evangelischen Pastorin

   

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