
Linz (kath.net/AdD)
Beichtspiegel sind out, Sündenregister verpönt. Was bleibt, ist der
Katholik, der meint mit der Zurückhaltung beim Morden und Stehlen
sei die oberste Latte der Heiligkeit bereits genommen. Und so lässt
er sich in die wohlverdiente geistliche Trägheit fallen.
Damit nicht genug. Verirrt sich ein solcher Christ einmal in einen der
komischen Holzschränke, die meist rückwärtig in den Kirchen
anzutreffen sind (waren) – aus Neugier, oder nur weil er dachte, dort
etwas Entspannung von der wöchentlichen und halbstündigen „Gut-
zu-sein-bedarf-es-wenig-Predigt“ zu finden –, dann sitzt dort einer –
wenn einer sitzt – von uns Priestern, der bemüht ist, das vom
Christen gesuchte Gespräch mit den Worten zu beschließen: „Das
sind doch keine Sünden - warum kommen Sie überhaupt.“
Und
wahrlich – dieser Christ wird nicht mehr kommen, und der Herr Pfarrer kann endlich die Beichtzeiten abschaffen, den Beichtstuhl vorbeugend auf Ebay versteigern [
bei Interesse hier mitbieten ] und sich dem Gebet vor seinem Ultra-Flat-
Hausaltar mit 75 cm Bilddiagonale widmen, um dort den großen
Quizshowmastern zu huldigen.
Der moderne neue Katholik – besonders jener priesterlicher Art,
spricht lieber von „kreativen moralischen Ausdrucksformen“, als
dass er den „völlig überholten“ Begriff der Sünde aus dem Lexikon
für Mittelalter hervorsuchen würde. Lange Listen mit Sünden? Welch
altmodischer Frevel! Liebe, Liebe, Liebe!
Doch bevor jemand in diese Entrüstung einstimmt, sollte er
folgendes kurz bedenken: Würden Ärzte ebenso an ihr Handwerk
herangehen, wäre das Schild „Krankenhaus“ mit „Schlachthaus“ zu
ersetzten – denn ein Arzt, der die Teile und Schwächen der
einzelnen Organe nicht kennt, wird den Leib zugrunde richten.
Ebenso wird der Kranke, der nicht weiß, wo es ihm weh tut und weh
tun kann, beim Zahnarzt statt beim Orthopäden landen.
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Hier also in aller Kürze ein paar altmodische katholische
Zahlenspiele, die Priestern und Laien gleichermaßen unbekannt wie
hilfreich sein sollten. [In der Klammer finden sich Verweise auf die
entsprechenden Nummern des Katechismus]
Zehn Gebote [Exodus 20 and Deut 5:6-21., KKK 2084-
2534]
Entgegen der weit verbreiteten Meinung, wurden die 10 Gebote von
Gott nicht Ende der 60er Jahre als „überholt“ abgeschafft.
1. Ich bin der Herr, Dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben
mir haben.
2. Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren.
3. Gedenke, dass Du den Sabbat (Tag des Herrn) heiligst.
4. Du sollst Vater und Mutter ehren.
5. Du sollst nicht morden.
6. Du sollst nicht die Ehe brechen.
7. Du sollst nicht stehlen.
8. Du sollst kein falschen Zeugnis geben über Deinen Nächsten.
9. Du sollst nicht die Frau Deines Nächsten begehren.
10. Du sollst nicht das Hab und Gut Deines Nächsten begehren.
Sieben Hauptsünden [KKK 2041-2043]
1. Hoffart, Stolz
2. Geiz, Habsucht
3. Neid
4. Zorn
5. Unkeuschheit, Wollust
6. Unmäßigkeit, Völlerei, Freßsucht
7. Trägheit, Überdruss
Sechs Sünden gegen den Heiligen Geist [KKK 1864]
1. vermessentlich auf Gottes Barmherzigkeit zu sündigen.
2. an der Gnade Gottes verzweifeln.
3. der erkannten christlichen Wahrheit widerzustreben.
4. seinen Nächsten um der göttlichen Gnade willen beneiden.
5. gegen heilsame Ermahnungen ein verstocktes Herz haben.
6. in der Unbußfertigkeit vorsätzlich verharren
Sechs Kirchengebote [KKK 2041-2043]
1. Feiere den Sonntag als „Tag des Herrn“.
2. Besuche die Hl. Messe an Sonn- und Feiertagen.
3. Halte die Fast- und Abstinenztage ein.
4. Gehe wenigstens einmal im Jahr zur Beichte.
5. Empfange wenigstens einmal im Jahr die Hl. Kommunion,
zumindest in der Osterzeit.
6. Achte die kirchlichen Bestimmungen zur hl. Ehe (wird manchmal
weggelassen, da eigentlich schon im 6. der 10 Gebote enthalten.)
Neun Wege, an der Sünde eines anderen teilzuhaben [KKK
1868]
1. zur Sünde raten.
2. andere zur Sünde auffordern.
3. in die Sünden anderer einwilligen.
4. andere zur Sünde reizen.
5. die Sünde anderer loben.
6. zur Sünde schweigen.
7. die Sünde nicht strafen.
8. zur Sünde helfen.
9. anderer Sünde verteidigen.
Vier Sünden die zum Himmel schreien [KKK 1867]
1. vorsätzlicher Mord
2. die Sünde Sodoms (Sodomie, Pädophilie, Homosexuelle Akte)
3. Unterdrückung der Armen
4. Arbeiter um ihren Lohn bringen
Hinweis: Ausführliche Beichtspiegel und nähere Erklärungen bieten
sowohl das Gotteslob als auch das Schweizerische
Kirchengesangsbuch. Ein Blick auf das Inhaltsverzeichnis macht den
Anfang.
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