
Rom (kath.net zenit.org)
Jim Caviezel, der im Film "Die Passion Christi" von Mel Gibson Jesus verkörpert, hat Papst Johannes Paul II. für sein großes Glaubenszeugnis
gedankt, das für ihn zu einer großen Inspirationsquelle geworden ist. Caviezel hat am Dienstag einer kleinen Gruppe von Journalisten einige
Details über sein Gespräch mit dem Heiligen Vater anvertraut. Der "Brief an
die Künstler" von Papst Johannes Paul II. habe auf ihn einen großen Einfluss
ausgeübt.
Der Rest des Gesprächs sei jedoch "privat" gewesn, erklärte er bei einem
geselligen Beisammensein mit einigen Journalisten, unter denen auch ein
ZENIT-Korrespondent war. Die Audienz mit dem Papst fand am Montag in der
privaten Bibliothek des Papstes statt. "Ich kann euch nicht genau sagen, wie
lange sie gedauert hat," sagte Caviezel und gab zu, dass er während dieser
Zeit nicht auf seine Uhr schaute. "In solchen Augenblicken hat man den
Eindruck, dass die Zeit still steht." Wie ZENIT auf einigen Fotos, die die
Begegnung zwischen dem Heiligen Vater und Caviezel dokumentieren, erkennen
konnte, schenkte der Papst dem Schauspieler während der Audienz einen
Rosenkranz. Auf den Fotos ist auch zu sehen, wie Caviezel dem Papst tief in
die Augen blickt und dabei seine Hand festhält. Er durfte auf einen Stuhl
neben dem Heiligen Vater seinen Platz einnehmen.
Werbung
"Papst Johannes Paul II. ist ein ganz besonderer Papst für eine besondere
Zeit. Er ist der Papst von Fatima," erklärte der Schauspieler, indem er eine
Anspielung auf die Marienfrömmigkeit des Papstes machte. "Der Papst ist ein
Mystiker, der Christus liebt." Was den Regisseur des Films, Mel Gibson,
betrifft, betonte Caviezel: "Mel ist sehr katholisch, ich meine
römisch-katholisch, nicht amerikanisch-katholisch." Er präzisierte, dass
"viele Menschen und bekannte Persönlichkeiten sich als katholisch ausweisen,
ohne jedoch die Lehre der Kirche zu befolgen, besonders in den Fragen des
Lebensschutzes und der Todesstrafe."
"Was denkst du dir, wenn du den Film siehst? Ist er vielleicht
protestantisch oder muslimisch?," fragte Caviezel provozierend die
Journalisten. "Was man sehen kann, ist sehr katholisch, das heißt sehr
universal. Es handelt sich um einen zeitlosen Film, der für alle Menschen
von Interesse ist." Jesus in diesem Film darzustellen sei für ihn eine ganz
tiefe spirituelle Erfahrung gewesen. "Man kann vor dem Dargestellten im Film
nicht gleichgültig bleiben," meinte der Schauspieler und fügte hinzu, dass
diese gleichgültige Haltung für ihn selbst noch unmöglicher gewesen sei, da
er in die Person Christi richtig eindringen hat müssen, um ihn glaubhaft
darstellen zu können.
"Ich will nicht, dass die Menschen mich sehen, ich will nur, dass sie Jesus
sehen," bekannte der Jesus-Darsteller. Seine eigene spirituelle Erfahrung
habe mit dem Gebet des Rosenkranzes begonnen. "Der Rosenkranz führte mich
dann zur Beichte und die Beichte zur Messe, jeden Tag. Jedes Mal, wenn ich
die Eucharistie empfange, verspüre ich auch, dass ich noch mehr in Christus
bin." Der Schauspieler antwortete auch auf die Kritiken einiger Gruppen,
die diesem Film antisemitische Tendenzen vorwerfen: "Ich selbst bin
semitisch und stamme vom Haus David und von Abraham ab. Wenn einige meinen,
der Film sei antisemitisch, dann ist also auch die Bibel antisemitisch,
oder?" Außerdem habe Caviezel schon einigen Produzenten vorgeschlagen, auch
einen Film über Moses oder David zu drehen. Jim Caviezel hatte am Montag in
der Päpstlichen Universität Regina Apostolorum den Film "The Passion of the
Christ" einigen Priestern aus der römischen Kurie vorgestellt.
www.kath.net/passion.php
Nach dem Filmbesuch? -
KATH.NET freut sich über Reaktionen
Foto: (c) ICON |