
München (kath.net/KiN/red)
Das Weihesakrament der katholischen Kirche kann aus sakramenten-theologischen
Gründen nur getauften und in voller Gemeinschaft mit der Kirche stehenden
Männern gespendet werden. Das sagte der Bischof von Regensburg, Gerhard
Ludwig Müller, bei einem Vortrag am 29. Oktober in München. Der Vortrag,
der im Büro der deutschen Sektion des internationalen katholischen Hilfswerks
Kirche in Not/Ostpriesterhilfe gehalten wurde, fand im Rahmen der monatlichen
Vatikanischen Videokonferenz statt. Priestersein sei ebenso wenig wie Vatersein
und Muttersein ein Beruf oder eine gesellschaftliche Position, sagte Bischof Müller
den Angaben zufolge. Priestersein bedeute die Repräsentation Jesu Christi als
Bräutigam und Haupt der Kirche. Diese könne nur von einem Mann ausgeübt
werden. Das bedeute, dass eine Frau nicht deshalb vom Priesteramt
ausgeschlossen sei, weil das weibliche Geschlecht dem männlichen unterlegen
sei. Eine Frau könne aber die Beziehung Christi zu seiner Braut, der Kirche,
nicht sakramental-symbolisch sichtbar machen.
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Auch wenn Frauen nicht das apostolisch-priesterliche Amt ausüben könnten,
seien sie als Glieder des Leibes Christi nicht auf den zweiten Rang verwiesen
oder zur Passivität verurteilt.
Gott habe Frauen und Männer nicht als verschiedene Geschlechter geschaffen,
um ihre jeweiligen Möglichkeiten einzuschränken, sondern weil diese
Unterschiede Voraussetzung für die vollkommene Verwirklichung des Menschseins
in Gemeinschaft seien, sagte Bischof Müller.
Bischof Müller bekräftigte mit seinem Vortrag ein Votum der Internationalen
Theologenkommission, deren Mitglied er ist. Diese hatte Mitte Oktober auf
ihrer Vollversammlung den Diakonat als Stufe des Weihesakraments für
Frauen abgelehnt.
Unter der Adresse posta@cclergy.va
kann sich jeder Interessierte mit
Angabe des Betreffs „Videokonferenz“ die Texte zu den gehaltenen
Vorträgen zuschicken lassen. Die Texte werden laut „Kirche in Not“ auf
Italienisch oder Englisch, soweit die Vorträge in München gehalten werden
auch auf Deutsch verschickt, meist schon während der Videokonferenz.
Ältere Vorträge kann man auf der Internetseite der vatikanischen
Kleruskongregation unter
www.clerus.org einsehen. Weitersagen: |