| 30. Juli 2010, 09:15 | Der Zerfall der Familien kostet
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| Deutschland: Alleinerziehende Eltern leben häufiger von Transferleistungen und benötigen mehr sozialpädagogische Hilfen. Von Inga Kilian (KNA)

Berlin (kath.net/KNA) Das traditionelle Familienbild «Vater, Mutter und Kinder» bröckelt. In jeder fünften Familie erzieht heutzutage ein Elternteil, meist die Mutter, allein die Kinder. Zu diesem Ergebnis kommt das Statistische Bundesamt in seiner Mikrozensus-Studie 2009 zum Thema «Alleinerziehende in Deutschland».
Die Auswirkungen, die dieser Trend mit sich bringt, sind, wie die Zahlen belegen, beunruhigend. So ergab die Studie, dass Alleinerziehende überdurchschnittlich oft von Transferleistungen des Staates leben und häufig von Armut bedroht sind.
«Insgesamt sind in Deutschland rund 31 Prozent aller alleinerziehenden Mütter bei der Finanzierung ihres Lebensunterhaltes auf Hartz IV angewiesen», erklärte der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Roderich Egeler.
Anders als in der alten Normfamilie spielen Einkünfte der Gatten hier nur eine untergeordnete Rolle. Während etwa jede dritte Mutter, die in einer «Paarfamilie» lebt, ihren Lebensunterhalt durch Einkünfte des Partners bestreitet, muss bei jeder dritten alleinerziehenden Mutter Vater Staat die Rolle des Ernährers übernehmen. Und das obwohl arbeitslose Alleinerziehende vielfach engagiert auf Jobsuche sind: Rund 37 Prozent von ihnen suchten aktiv nach Arbeit.
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Etwa 60 Prozent aller alleinerziehenden Mütter sind berufstätig, dennoch ist ihre finanzielle Situation besorgniserregend. Besonders Mütter mit Kleinkindern haben häufig ein Einkommen von weniger als 1.100 Euro.
Die angespannte finanzielle Situation Alleinerziehender führt nach Angaben der Behörde dazu, dass sie sich häufig Dinge nicht leisten können, die für viele traditionelle Familien selbstverständlich sind. So verfügen laut einer Studie aus dem Jahr 2008 etwa 20 Prozent der Alleinerziehenden nicht über genügend Geld, um ihre Wohnung angemessen zu heizen.
Die große Mehrheit sah sich darüber hinaus nicht in der Lage, unerwartet anfallende Ausgaben, wie die Reparatur einer Waschmaschine, zu bestreiten. Auch kurze Urlaubsreisen oder fleischhaltige Mahlzeiten seien für Alleinerziehende eher die Ausnahme als die Regel, so Egeler.
Die Studie zeigt zudem, dass alleinerziehende Elternteile sehr viel häufiger auf professionelle pädagogische Unterstützung angewiesen sind als zusammenlebende Eltern. Mit 48 Prozent richteten sich nahezu die Hälfte aller erzieherischen Hilfen für Minderjährige, wie Heimerziehung, Vollzeitpflege oder sozialpädagogische Familienhilfen, an alleinerziehende Familien.
Die Hintergründe für die steigende Zahl an alleinerziehenden Familien unterscheiden sich im Osten und Westen der Republik. Während in Ostdeutschland mehr als jedes zweite Kind, rund 58 Prozent, bereits unehelich geboren wird, werden Mütter und Väter im Westen am häufigsten infolge einer Scheidung zu alleinerziehenden Eltern.
64 Prozent und damit knapp zwei Drittel aller Alleinerziehenden in den alten Bundesländern lebten im Jahr 2009 von ihrem Ehepartner getrennt oder geschieden. Die hohen Scheidungszahlen im Westen und die geringe Heiratsneigung im Osten werden so zu einem existenziellen Risiko für die betroffenen Elternteile und zu einer finanziellen Belastung für jene, die als Netto-Beitragszahler in die Sozialkassen die Transferleistungen ermöglichen, darunter auch traditionelle Familien.
(C) 2010 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
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Lesermeinung
| | Claudia Caecilia am 2.8.2010 | 
 | Unzulässige Verallgemeinerungen Was denn nun? Sollen sich Mütter, auch alleinerziehende, nun um ihre Kinder kümmern oder nicht? Warum wird dann genau ausgerechnet wieviel das den Steuerzahler kostet?
Wenn alle Mütter, zum Wohle der Kinder, diese nicht so früh in Krippen abschieben müssten, sondern ausreichend Geld zur Verfügung hätten, wäre das für die Entwicklung wohl sehr viel gesünder.
Auch bei diesem Thema wird mir zu sehr verallgemeinert.
Nicht alle Alleinerziehenden haben etwas gegen ein geordnetes Familienleben. Vielerlei Umstände führen zu solchen Zuständen.
Übrigens kenne ich auch genügend Christen, die ihre Kinder alleine großziehen müssen und das im Vertrauen auf Gottes Hilfe auch können. | | |
| | Wulfspirit am 1.8.2010 | 
 | @Karolina Ganz so einfach ist es nicht. Ich kenne auch die Kehrseite der Medaille. Väter, welche nur zum Zeugen ge(oder miß)braucht werden. Frei nach dem Motto: "Ich will ein Baby, dann verschwinde"
Das Erwachen folgt dann erst später, aber es gibt ja genug männliche Singles. Persönlich kenne ich ein eingetragenes, rein weibliches Pärchen, welches so zu einem "Sohn" kam.
Es ist zu einfach Väter pauschal als Sündenböcke dar zustellen. | | |
 | Kirchenmaus am 31.7.2010 | 
 | Treffend die Situation beschrieben Ich bin selbst auch Alleinerziehend und zum Glück nicht auf solche Transferleistungen angewiesen, kenne aber in meinem Freundes- und Bekanntenkreis genügend Situationen, wo es nicht so gut ausschaut! Allerdings weiß ich auch aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, eine Arbeit als Alleinerziehende/r zu bekommen. Hatte selbst mal die Situation, dass ich nach einem Vorstellungsgespräch den Job schon eigentlich sicher hatte, bis ich erklärte, wegen meiner Kinder nur in einer 35Stunden-Woche als Teilzeit arbeiten zu wollen - schon war´s vorbei mit der Stelle... Dass so viele Alleinerziehende von Transferleistungen abhängig sind, dürfte zu einem nicht unerheblichen Teil an den arbeitsrechtlichen Voraussetzungen liegen und hier wie auch in der Familienpolitik besteht politisch erheblicher Nachholbedarf!!!
Im übrigen - Vielen Dank für diesen Artikel, liebe Inga... | | |
| | matthieu am 30.7.2010 | 
 | @Antonius10 Sehr geehrter Antonius,
da werden Gesetze nicht viel helfen. Ich denke, dass sich der Trend nach einer Generation wieder umkehrt, wenn die jungen Leute sehen, dass Christen goldene Hochzeiten feiern und "Sinn des Lebens" erkannt haben und weiter geben können. Dann werden so manche merken, was trägt und was nicht. Ich glaube wirklich nicht, dass diese sog. Familienformen "tragen" können | | |
| | Nada am 30.7.2010 | 
 | Alleinerziehend sein ist eine Erfolgsstory.... Und: "Die Einelternfamilie" so Edith Schwab, Bundesvorsitzende des VAMV, (Verband alleinerziehender Mütter und Väter) ist eine zukunftsweisende Lebensform.
Ich schließe mich der Meinung des Kieler Sozialphilosophen an, der sagte:" Der Sozialstaat gleicht immer mehr einem totalitären Regime, dass die Familien zerschlägt".
Für eine nie erwerbstätige Mutter mit einem Kind muss der Steuerzahler bis zu ihrem 50.igsten Lebensjahr 445000 Euro bezahlen! Das hat die Gießener Ökonomin Uta-Meier-Gräwe errechnet!
Von dergleichen Geldsegen hätte die Kriegs-und Nachkriegsgeneration, die alleinerziehenden Kriegerwitwen, nicht mal zu träumen gewagt. weiter » | | |
 | Antonius10 am 30.7.2010 | 
 | Wir brauchen regide Gesetze gegen die Zersetzung unserer geistigen und kulturellen Grundlagen Allein schon diese Tagsache zeigt, daß Freiheit mit Beliebigkeit und Ordnungslosigkeit verwechselt wird.
Die geistigen und kulturellen Grundlagen sind zu erhaltende Güter,wozu auch die geordnete Familie gehört. Jede Propaganda und Praxis ist daher eine zersetzende Tat, welche in der Endkonsequenz zum Untergang des europäischen Abendlandes führen kann. Daher ist es notwendig, daß jede hedonistische Propaganda und Praxis als existenzbedrohender Staftatbestand in das gesamte europäische Strafgesetzbuch aufgenommen wird. | | |
| | Dr. Dr. Joachim Seeger am 30.7.2010 | 
 | Die traditionelle Familie wird zerstört! Auf den Staat kommen horrende Ausgaben zu, denn er muss alleinerziehenden Frauen und Männern demnächst finanziell ordentlich unter die Arme greifen. Wo bleibt ein deutliches Wort der Kirche zur Zerstörung der Familie? Scheidungsraten steigen immer mehr, mehr uneheliche Kinder werden geboren, die Moral wird zerstört. Traditionelle Werte haben längst an Bedeutung verloren. Wohin steuert unsere Gesellschaft? Kirchliche Normen und Werte werden zukünftig eine immer geringere Bedeutung haben. Schuld haben natürlich auch die Medien, die ein modernes Leben geradezu propagieren. Nicht zuletzt sind es vor allem unsere unfähigen (CDU-) Politiker, die ein schlechtes Vorbild für die Jugend abgeben.
Dr. Dr. Joachim Seeger, Recklinghausen
Associate Dean of St. Stephan Harding Theological College/USA
Amtierender Schützenkönig der Alten Bürgerschützengilde Recklinghausen von 1387 e.V. | | |
| | Karolina am 30.7.2010 | 
 | Wo sind die Väter der Kinder? Spaß gehabt und weg zum nächsten Spaß?
Mütter erziehen ihre Söhne zu einem verantwortungslosen Peter Pan. Die Medien machen mit. Sex sei das Höchste im Leben und wird als Liebe ausgegeben = Mogelpackung. | | |
| | Bebe am 30.7.2010 | 
 | "Die neuesten Erkenntnisse Das ist je wohl die allerneuste Mitteilung. Davor haben doch führende Familien- und Jugendpsychologen und Psychotherapeuten schon vor 40 Jahren gewarnt. Unsere Regierung und auch das Volk wollte es doch nur nicht hören, weil der Trend, alles anders und scheinbar besser machen zu wollen jegliches Reden über Moral und Werte gezielt übertönt hat. Und es auch heute noch mit Pauken und Trompeten tut. Wenn man das christliche Familienbild als Heilmittel bietet, wird man doch mit Worten gesteinigt. Nun haben wir die Suppe auszulöffeln. Guten Appetit. | | |
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