
Jakarta (kath.net/RV/red) Das größte islamische Land der Welt wird immer mehr zum weltweit christenfeindlichsten Staat. Das meldet Radio Vatikan. Seit Januar sind bereits 28 schwerwiegende Gewaltfälle gegen Christen zu verzeichnen.
Tendenz steigend, sagen Menschenrechtsorganisationen, die von der Regierung in Jakarta ein entschiedeneres Vorgehen gegen radikale Muslime fordern. Der Generalvikar der Erzdiözese von Jakarta, Yohanes Subagyo, ist besorgt. Christen würden immer mehr als Feinde der Indonesier betrachtet, obwohl sie ja selber Bürger des Landes seien, so der Generalvikar:
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„Man darf das Problem nicht vereinfachend darstellen. Es ist nämlich nicht nur ein religiöses Problem. Viele Indonesier wissen einfach nicht, dass wir auch einheimische Christen haben. Das heißt konkret, das Volk kennt sich gegenseitig gar nicht. Sobald man sich kennt, lösen sich solche Missverständnisse wie von selbst.
Zum Beispiel wollten wir in Jakarta eine Kirche bauen. Es gab dazu viele Schwierigkeiten. Wir haben dann den Weg des Dialogs mit unseren muslimischen Brüdern gesucht und nicht einfach den juristischen Weg eingeschlagen.“
Gemessen an der Einwohnerzahl - 240 Millionen – ist Indonesien das viertgrößte Land der Welt. Mit 200 Millionen Muslimen hat es die größte muslimische Bevölkerung der Welt. Demnach sind 88 Prozent Muslime; neun Prozent sind Christen, davon drei Prozent Katholiken und sechs Prozent Protestanten. Der Islam ist offiziell nicht Staatsreligion, sondern alle fünf Weltreligionen sind anerkannt. Zahlreiche Kommunen haben aber Gemeindeverordnungen mit Teilen der Scharia erlassen. |