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30. Juli 2010, 08:17
Vatikan kritisiert Spaniens Abtreibungsgesetz scharf














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  THEMA 'Spanien'

Der neue Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, der Spanier Ignacio Carrasco de Paula, hat das spanische Abtreibungsrecht von Ministerpräsident Zapatero als „absolut hirnlos“ bezeichnet.

Rom (kath.net/KNA/RV) Der neue Präsident der päpstlichen Akademie für das Leben, Ignacio Carrasco de Paula, hat das spanische Abtreibungsgesetz als «absolut hirnlos» bezeichnet. Das meldet Radio Vatikan. In der Monatszeitschrift «Il Consulente RE» wandte er sich insbesondere gegen die Deutung durch Ministerpräsident Jose Luis Zapatero, der Abtreibung als ein Recht verstehe und durchzusetzen versuche. Offenbar verstehe Zapatero nicht, was Rechte seien, so Carrasco de Paula.

Das Gesetz entspreche „der Mentalität“ des sozialistischen Madrider Regierungschefs. Es sei eine „fixe Idee“ Zapateros, Rechte aller Art gesetzlich durchsetzen zu wollen, so Carrasco weiter: „Alles, was als ein Recht daherkommt, wird von Zapatero gefördert, dabei versteht er überhaupt nicht, was ein Recht von seinem Wesen her ist“.

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Der 73-jährige Carrasco, der dem Opus Dei angehört, fürchtet, dass dem spanischen Vorbild entsprechend auch lateinamerikanische Staaten ihr Abtreibungsgesetz liberalisieren. Das neue spanische Abtreibungsgesetz war bereits Gegenstand der Gespräche, die Zapatero am 10. Juni im Vatikan mit Papst Benedikt XVI. und Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone geführt hatte.

Dem Gesetz zufolge sind Schwangerschaftsabbrüche bis zur 14. Woche legal. Bis zur 22. Woche ist eine Abtreibung im Falle schwerer gesundheitlicher Risiken für die Mutter oder von Missbildungen des Fötus möglich. Für spätere Abtreibungen ist das Einverständnis eines Ärztekomitees erforderlich. Zudem können Minderjährige ab 16 Jahren auch ohne Einverständnis ihrer Eltern abtreiben lassen.

(C) 2010 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

Foto: Emblem der Päpstlichen Akademie für das Leben

   

Lesermeinung

 Anna Katharina am 9.8.2010
Sozialisten von der Regierung abtreiben
Spanier, treibt bei allen kommenden Wahlen mit Hilfe der Stimmzettel die Sozialisten von der Regierung ab!
 
 Billings am 31.7.2010
Recht auf das Leben
Die katholische Kirchedie hat sich immer ohne Kompromisse für das Recht auf Leben eingesetzt. Interessant ist, dass Papst Paul VI. bereits vor über 40 Jahren, also vor der Legalisierung von Abtreibung und In-Vitro-Techniken, «Humanae Vitae» herausgegeben hat. Dieses Schreiben über die Weitergabe menschlichen Lebens wurde am 25. Juli 1968 und somit genau auf den Tag zehn Jahre vor der Geburt des ersten Retortenbabys veröffentlicht.
In «Humanae Vitae» heißt es unter anderem, dass der Mensch nicht der Herr über die Quelle des Lebens ist, sondern sich vielmehr in den Dienst des auf denSchoepfer zurueckgehenden Planes stellen soll. Papst Johannes Paul II. erklaerte 1988 "Wenn das Recht auf die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens nicht als erstes fundamentales Recht mit groesster Entschiedenheit als Bedingung fuer alle anderen Rechte der Person verteidigt wird, bleibt auch das berechtigte, wiederholte Hinweisen auf die Menschenrechte-auf das Recht auf Gesundheit, Wohnung, Arbeit, Gruendung einer Familie, Kultur usw. truegewrisch und illusorisch"
 
 Evalyne am 31.7.2010
Klare Worte,
hoffentlich folgen klare Taten, sprich Exkommunikation. Schluss mit der Political Correctness!
 
 Calimero am 30.7.2010
@stromy123
Zitat:
"Der einzige vernünftige Weg ist, die anderen von der eigenen Haltung zu überzeugen und die Kritik an solchem Verhalten."
Eine moderne und aufgeklärte Haltung die ich im Grunde teile.
Aber wo ist das Problem?
Der König unterschreibt und er und ein paar andere werden exkommuniziert.
Wieso ist dadurch die Demokratie in Gefahr? Die Spanier tun das was sie mehrheitlich für richtig halten und der Vatikan tut auch das was er für richtig hält.
Ferner ist die spanische Demokratie für den Vatikan sicher kein vorrangig zu schützendes Rechtsgut.
Außerdem glaube ich auf kath.net gelesen zu haben, dass sich der spanische König durch seine Unterschrift automatisch selbst exkommunziert hat. Aber das können Dir die 150prozentigen sicher besser erklären. Ohne öffentliche Bekanntmachung bleibt diese Art der automatischen Selbstexkommunzierung als Abschreckung für eventuelle Nachahmer z.B. in Südamerika natürlich folgenlos.
Eines ist mir natürlich auch klar: Wenn der Papst nun öffentlich verkündet, dass der spanische König exkommuniziert sei, dann wird das in der europäischen (auch katholischen) Öffentlichkeit einen (berechtigten oder unberechtigten) Aufschrei der Empörung auslösen auf den man in Rom wohl lieber verzichtet. Und deswegen wird auch nichts geschehen. Schließlich will man ja noch den Westen neu missionieren und da kann man dahingehende Negativschlagzeilen nicht gebrauchen.
Prinzipientreue sähe allerdings anders aus.
 
 stormy123 am 30.7.2010
@Calimero
"Werden die am Gesetz beteiligten exkommuniziert?"
"Wird nun z.B. der spanische König, der das Abtreibungsgesetz unterschrieben hat, von der Kommunion oder anderen Sakramenten ausgeschlossen?"

Würde die Kirche so handeln, hätte das durchaus weitreichende Folgen für die Demokratie (lies: es wäre keine Demokratie mehr, da das gläubige Staatsoberhaupt nicht der Mehrheit, sondern einzig dem Willen eines einzelnen, der Kirche, folgen würde)

Der einzige vernünftige Weg ist, die anderen von der eigenen Haltung zu überzeugen und die Kritik an solchem Verhalten.
 
 Karolina am 30.7.2010
Himmel hilf!
Himmel hilf!
 
 Stephaninus am 30.7.2010
@Calimero
Leider muss ich Dir teilweise recht geben. Was nützen diese scharfen Kommentare aus dem Vatikan, wenn nicht aus ihnen folgt....und tatsächlich scheint es der Vatikan manchmal mit seinen eigenen Prinzipien nicht so ernst zu nehmen. Das gilt wohl leider auch für das Geschäftsleben der Vatikanbank
 
 Calimero am 30.7.2010
heiße Luft aus Rom
Und nun ... ?
Gibt es Konsequenzen?
Werden der Kritik des Vatikan auch entsprechend sichtbare Maßnahmen folgen?
Werden die am Gesetz beteiligten exkommuniziert?
Könnte man nicht so der Sorge der Ausbreitung nach Südamerika entgegentreten?
Bestünde nicht sogar die Pflicht seitens des Vatikan so zu handeln?
Wird nun z.B. der spanische König, der das Abtreibungsgesetz unterschrieben hat, von der Kommunion oder anderen Sakramenten ausgeschlossen?

Wohl nicht, oder?

Oder ist es vielmehr nicht so, dass der Vatikan es mit der eigenen Prinzipientreue auch nicht immer so genau nimmt?
 

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