
München (kath.net/KNA/ok) Am Samstag jährt sich zum 50. Mal der Beginn des 37. Eucharistischen Weltkongresses in München. Mit einer Million Teilnehmer beim feierlichen Schlussgottesdienst auf der Theresienwiese war das achttägige Katholikentreffen die erste Massenveranstaltung mit internationaler Beteiligung nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland.
Das Erzbistum München-Freising erinnert mit einer Reihe von Veranstaltungen an den Kongress, der viele Neuerungen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962 bis 1965) vorwegnahm.
„Ich freue mich, dass die Kirche von München und Freising sich eines Ereignisses erinnert, das in so eindrucksvoller Weise die Mitte kirchlichen Lebens zum Thema hatte“, schreibt Erzbischof Piero Marini, Präsident des Päpstlichen Komitees für die Eucharistischen Weltkongresse, in seinem Geleitwort zur Ausstellung: „Die Vergegenwärtigung des Eucharistischen Weltkongresses von 1960 möge ihr Anlass und Ansporn werden zu einer Vertiefung in die Feier des eucharistischen Geheimnisses. So kann sie auch getrost in die Zukunft gehen.“
Nach den Verbrechen der NS-Zeit sei die Veranstaltung ein Schritt für die Rückkehr Münchens sowie Bayerns und der Bundesrepublik in die Völkerfamilie gewesen, sagte der SPD-Politiker Hans Jochen Vogel (84) der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Vogel war damals Oberbürgermeister von München. Aus dem Kongress habe die Stadt auch das Selbstbewusstsein für die Ausrichtung der olympischen Sommerspiele zwölf Jahre später bezogen.
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Der Münchner Kongress stand unter dem Motto «Pro Mundi Vita – Für das Leben der Welt». Mehr als 80.000 Teilnehmer kamen aus dem Ausland, darunter viele aus Übersee. Über die Großveranstaltung berichteten rund 1.000 Journalisten, die Eurovision übertrug Gottesdienste in die europäischen Nachbarländer. Papst Johannes XXIII., der ursprünglich selbst nach München kommen wollte, richtete am Schlusstag eine live übertragene Radioansprache an die Versammlung.
Am Samstag eröffnet Erzbischof Reinhard Marx in der ehemaligen Karmeliterkirche in München eine Jubiläumsschau des Archivs der Erzdiözese mit bisher unveröffentlichten Dokumenten. Dazu zählen Schriftstücke aus dem Nachlass von Kardinal Joseph Wendel, der von 1952 bis 1960 Erzbischof von München-Freising und die treibende Kraft hinter dem Kongress war. Außerdem wird der zweistündige offizielle Dokumentarfilm gezeigt.
Dazu kommen ausgewählte liturgische Objekte, darunter eine Monstranz, die im Konzentrationslager Dachau inhaftierte Priester aus Holz fertigten. Die Ausstellung ist bis 5. September zu sehen. Alle Objekte und Texte der Schau werden auf der Internetseite www.erzbistum-muenchen.de/dioezesanarchiv unter der Rubrik «Ausstellungskataloge» dokumentiert.
Im Rahmen des Kongresses wurde auch die Todesangst-Christi-Kapelle auf dem ehemaligen Lagergelände in Dachau geweiht. Zelebrant war der damalige Münchner Weihbischof Johannes Neuhäusler, der zeitweilig selbst als Häftling im KZ Dachau war. Am 8. August feiert Erzbischof Marx in Dachau aus diesem Anlass einen Gedenkgottesdienst.
Auf der Website des Erzbistums München ist übrigens auch eine Aufnahme einer Predigt zu hören, die der Theologieprofessor Joseph Ratzinger 1960 beim Kongress hielt. Titel: "Liebesmahl und Liebeswerk" - Predigt von Joseph Ratzinger in der Stadtpfarrkirche München-Maria Thalkirchen, am 4. August 1960.
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