
München (kath.net)
Eine Gruppe von Sozialisten, Kommunisten, Liberalen und Grünen, an deren Spitze die niederländische Liberale Sophie in't Veld und die deutsche Grüne Franziska Brantner stehen, will gegen einen Gottesdienst vorgehen, den der CSU-Europaabgeordnete Bernd Posselt gemeinsam mit Abgeordneten fast aller Fraktionen und der Diözese Straßburg seit 11 Jahren im Europaparlament organisiert. In einem Brief an Parlamentspräsident Jerzy Buzek protestierte die von in't Veld geleitete "Plattform für Säkularismus in der Politik" gegen die Anwesenheit eines Kruzifixes im Straßburger Gottesdienst- und Meditationsraum, weil dieses im Widerspruch zum "neutralen Charakter" dieses Raumes stehe, und warf die Frage auf, welche Eintrittsberechtigung zum Europaparlament der zuständige Priester der Diözese Straßburg besitze.
Werbung
Posselt wies dies "als agressiven Versuch, das Christentum aus dem öffentlichen Leben zu verdrängen", zurück. 80 Prozent der EU-Bürger seien Christen, 65 Prozent Katholiken. Der Meditationsraum werde einmal pro Monat von den Katholiken entsprechend den Regeln des Parlamentes für eine gute halbe Stunde Messe genutzt, ansonsten stehe er allen anderen Konfessionen und Religionsgemeinschaften ebenso zur Verfügung: "Als Mehrheit sollten wir aber dieselben Rechte haben wie jede Minderheit." Nach der Messe würden das Kreuz und die anderen Gegenstände in einen eigens dafür vorgesehenen Schrank verbracht und der neutrale Charakter des Meditationsraumes wiederhergestellt. Posselt: "Der Lissabonner Vertrag bekennt sich ausdrücklich zu den religiösen Wurzeln Europas, und die sind nun einmal zu mehr als 80 Prozent christlich, wie auch die heutige Bevölkerung Europas. Wenn wir diese Wurzeln pflegen, darf dies nicht zu intoleranten und illiberalen Attacken angeblicher Liberaler führen, die dauernd das Wort Toleranz im Mund führen und mit Schikanen operieren, die meine Kollegen aus dem ehemaligen Ostblock an die Zeit vor 1989 erinnern."
Weitersagen: |