
Salzburg (kath.net)
Im Zusammenhang mit dem Rücktritt des Salzburger Erzabtes Bruno Becker aufgrund eines Missbrauchfalls in den 60er-Jahren gibt es jetzt Aufregung rund um 5000,-- Euro, die dem Missbrauchsopfer angeboten wurden. Der Benediktiner gestand am Montag, Ende der 60er Jahre in Grödig einen Buben missbraucht zu haben. Das Missbrauchsopfer hat am Dienstag im Ö1-Morgenjournal des ORF behauptet, dass Erzabt Bruno im Vorjahr 5.000 Euro angeboten hatte, wenn er keine weitere Schritte mehr unternehme. Außerdem soll das Opfer noch von zwei weiteren Patres jahrelang immer wieder missbraucht worden sein, darunter von seinem Beichtvater (!). "Da musste ich beichten, dass ich Unkeusches mit anderen getan habe. Und er gab mir die Absolution. Im Grunde genommen musste ich ihm das beichten, was er verbrochen hat", sagt der 53-Jährige laut ORF.
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Der Übergriff durch den Erzabt erfolgte bei einem Radausflug. "In einer Grotte musste ich mich dann auf seinen Schoß setzen. Er drückte mich an sich, und ich war im Grunde genommen schon von vornherein einmal wehrlos", erklärte das Opfer. Der Erzabt selbst war damals Priesteramtsanwärter. Im Vorjahr wurde der Erzabt mit dem Missbrauchsvorwurf konfrontiert. Dabei gestand Becker den Vorfall ein, lehnte damals aber einen Rücktritt ab. Stattdessen habe er dem Opfer in einem Brief, der dem ORF eigenen Angaben zufolge vorliegt, 5.000 Euro angeboten und das Opfer ersucht, keine weiteren Schritte mehr zu veranlassen.
Auch der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser hat sich im Ö1-Morgenjournal zu Wort gemeldet und das umstrittene Geldangebot verteidigt. Die angebotene Zahlung von 5.000 Euro sei nicht als Schweige- sondern als Schmerzensgeld gedacht gewesen, sagte Kothgasser. "Das wollten wir auch mit dem Betroffenen abklären, wie viel das denn sein kann." Der Erzabt habe ihm auch versichert, dass das der einzige Fall in seinem Leben gewesen sei. "Und ich muss ihm Vertrauen schenken", sagte Kothgasser. Das Rücktrittsangebot des Abtes erfolgte offensichtlich allerdings nicht freiwillig sonder erst, nachdem der ORF bereits zuvor recherchiert hatte.
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