
Manila (kath.net/KNA) Die Kirche auf den Philippinen übt heftige Kritik an einer staatlichen Kondomkampagne. «Angesichts der hohen Versagerquote können Kondome Aids nicht wirklich stoppen», heißt es in einer am Mittwoch in Manila veröffentlichten Erklärung der katholischen Bischöfe. Nach kirchlichem Verständnis könne nur sexuelle Treue in der Ehe die Ausbreitung der Krankheit «auf effektive Weise» bremsen.
Zwischen 2007 und 2009 ist nach Angaben der philippinischen Regierung die Zahl der HIV-Infektionen um das Fünffache gestiegen. Angesichts der «alarmierenden Zuwachsrate» will das Gesundheitsministerium die Bevölkerung zum Gebrauch von Kondomen anhalten.
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Die Bischöfe fordern in ihrem Papier stattdessen ein Verbot der Kondomwerbung in den Medien. Es handele sich um einen Millionen US-Dollar schweren Industriezweig, der Jugendliche und junge Erwachsene ins Visier nehme und dabei zugleich traditionelle Werte zerstöre. Zudem müssten die Hersteller von Präservativen verpflichtet werden, auf den Packungen die Warnung «Kondome schützen nicht vor Aids und anderen übertragbaren Krankheiten» zu drucken.
Bereits in den vergangenen Wochen hatte sich eine Reihe von Bischöfen gegen die Kondomkampagne der Gesundheitsbehörden ausgesprochen. Dabei wurden auch Forderungen nach einem Rücktritt von Gesundheitsministerin Esperanza Cabral laut. Die Ministerin ihrerseits warf der Kirche vor, wegen ihrer Ablehnung von Präservativen mit Schuld an der steigenden Zahl von HIV-Infektionen und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten zu sein.
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