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28. Februar 2010, 09:18
‚Ich merkte, dass sie von meinem Verhalten verletzt war’














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  WEITERE ARTIKEL ZUM
  THEMA 'Sexualität'

Ein Pornofan berichtet, wie er von seinem Laster frei wurde

Leipzig (kath.net/idea) Immer mehr Menschen – besonders junge Leute – verfallen dem Pornowahn. Der Weg heraus ist schwer und langwierig. Christoph Pahl (Leipzig) war selbst auf den Schmuddelseiten unterwegs. In seinem neuen Buch „Voll Porno – Warum echte Kerle Nein sagen“ berichtet der 28-Jährige über den Weg raus aus der Pornografie. Tobias-Benjamin Ottmar sprach mit ihm.

idea: Du warst selbst jahrelang in Pornografie verstrickt. Wann hat es angefangen?

Christoph: Den ersten Kontakt hatte ich mit etwa 14 Jahren; zwischen 18 und 22 wurde es immer heftiger. Ich war zwar nie süchtig in dem Sinne, dass ich täglich auf den Seiten gewesen wäre, aber es war immer wieder ein Thema. Seit zwei Jahren lebe ich nun ohne Pornokonsum.

idea: Was hat Dir geholfen?

Christoph: Zum einen die Reaktion meiner Frau, mit der ich seit dreieinhalb Jahren verheiratet bin. Ich merkte, dass sie von meinem Verhalten verletzt war. Zum anderen halfen mir die Gespräche mit meinem Seelsorger und guten Freunden. Ich kenne keinen, der in einer leichten Pornoabhängigkeit drin war und ohne die Hilfe von anderen Leuten wieder herausgefunden hat.

idea: Wer Single ist, hat aber keinen Partner, den er verletzen kann …

Christoph: Das Problem ist, dass Pornografie unser Frauenbild prägt. Meist werden die Frauen in den Filmen als Lustsklaven dargestellt. Man lernt somit ein Muster von Sexualität kennen, das Auswirkungen auf das eigene Leben hat. So kann die Partnerwahl erschwert werden, weil man dauernd die Traumfrau aus dem Porno vor Augen hat.

Der Sex in den Filmen hat zudem mit der Realität wenig zu tun. Sex lebt von der gegenseitigen Liebe und der Bereitschaft, sich dem anderen zu schenken und von ihm zu empfangen. Außerdem kann es auch für die künftige Partnerin verletzend sein, wenn sie von ihrem Freund hört, dass er irgendwann vor der gemeinsamen Beziehung Pornos konsumiert hat.

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idea: Viele sagen, dass Gott all unsere Sehnsüchte stillen will. Gilt das auch für die sexuellen Bedürfnisse?

Christoph: Die volle Erfüllung werden wir erst im Himmel erfahren. Aber man kann schon jetzt viel davon in der Gemeinschaft mit Gott und anderen Christen erleben. Gerade wenn ich für Gott im Einsatz war und mich beispielsweise in der Jugendarbeit engagiert habe, habe ich erlebt, dass meine sexuellen Bedürfnisse in den Hintergrund getreten sind.

Man sollte aber nicht den Rückschluss ziehen, dass mit Gebet, einem guten Buch und einem Seelsorgegespräch das ganze Problem gelöst ist. Wir bleiben bis an unser Lebensende bedürftige Menschen. Ich würde von mir auch nicht behaupten, dass ich geheilt bin. Aber ich habe gelernt, mit meinen Sehnsüchten umzugehen und nicht mehr zu versuchen, sie durch Pornografie zu stillen. Der Idealfall ist sicher, ohne Selbstbefriedigung zu leben.

idea: Wer auf Porno-Entzug ist, ist noch empfänglicher für sexuelle Impulse wie etwa Werbeplakate oder attraktiv gekleidete Frauen. Wie kann Mann damit umgehen?

Christoph: Zum einen kann man lernen, bewusst wegzugucken. Man muss nicht bei der BH-Werbung verweilen und kann sich gegen den zweiten Blick entscheiden. Zum anderen ist es gut, eine gewisse Gelassenheit zu entwickeln. Ich kann zwar eine schöne Frau bewundern und Gott dafür danken, dass er so eine tolle Person geschaffen hat. Aber ich darf wissen: Ich hab meine eigene Schönheit zu Hause.

idea: Auch manch jüngeres Gemeindemitglied kleidet sich gern sexy. Ist das Problematisch?

Christoph: Ich würde den schwarzen Peter jetzt nicht nur den Frauen zuschieben. Ich wundere mich aber schon teilweise, was auf einigen christlichen Veranstaltungen an nackter Haut zu sehen ist. Vielen jungen Frauen ist es wohl nicht bewusst, was sie da für Fantasien auslösen. Wir Männer sind aber für unsere eigenen Gedanken verantwortlich.

idea: Wie sollte die Partnerin eines Pornosüchtigen reagieren?

Christoph: Es ist gut, dem Partner bewusst zu machen, dass man verletzt ist. Aber man sollte auch eine zweite oder auch dritte Chance geben und bereit sein zu vergeben. Anderenfalls kann es für ihn schwierig werden, im Heilungsprozess voranzukommen.

idea: Wie viel Geduld sollte die Frau haben?

Christoph: Wenn Männer nicht bereit sind, Pornografie aufzugeben, würde ich Frauen raten, die Beziehung zu hinterfragen und im schlimmsten Fall zu beenden. Anders ist es, wenn der Wille da ist, die Sucht aber momentan so stark ist, dass man nicht aufhören kann.

Bei vielen Männern erlebe ich aber, dass sie gar nicht den richtigen Willen haben aufzuhören. Wenn dies der Fall ist und der Mann nur an sein eigenes Vergnügen denkt, dann ist er vielleicht auch in anderen Lebensbereichen genauso egoistisch.

idea: Vielen Dank für das Gespräch.

Ausweg aus der Pornofalle

   

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Lesermeinung

 KaiserBill am 30.4.2010
Die Kirche im Dorf lassen
@ Karlmaria: Nein, niemand muss sich wegen Pornokonsums die Hand abhacken oder ein Auge rausreißen. Auch kommt niemand wegen so einer, im Vergleich zu anderen Taten "harmlosen" Handlung ins Fegefeuer.

Trotzdem ist das Konsumieren von Pornographie im Internet ein Problem, weil es süchtig und einsam machen kann. Und Einsamkeit verführt zu noch mehr Pornokonsum, ein Teufelskreis also.

Es muss mehr staatliche Beratungstellen geben, die sich dieser Problematik annehmen!
 
Erzmagier am 1.3.2010
@JonArason
Wenn ein nikotinabhängiger Mensch deine Argumente als "nicht echt" verwerfen kann, warum sollte sich ein hedonistisch beeinflusster Mensch gegenüber den Argumenten der Kirche zum Thema dieses Artikels anders verhalten?
 
 Einsiedlerin am 1.3.2010
Lieber JonArason
"Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, der Seele aber nichts tun können." Ich nehme an, diese Aussage Jesu ist bekannt. Der Leib ist wichtig für unser Erdenleben, aber eben vergänglich. Wenn, wie Paulus es so wunderbar sagt, der Leib der Tempel Gottes ist und Gott in uns wohnt, dann gehören wir nicht uns, sondern Gott. Ich möchte Gott eine saubere, reine, würdige Wohnstatt sein. Dazu gehört natürlich auch, dass ich diese Wohnung sauber halte (außen wie innen). Der Katechismus gibt da klar Auskunft. Da ist alles gesagt!
 
 JonArason am 1.3.2010
Jede Zigarette ist schlimmer
als "M.", da

-gesundheitsschädlich (bis hin zu Lungenkrebs, Raucherbein)
-andere Menschen belastend (z.B. durch Gestank)
-die 3. Welt ökonomisch unfair behandelnd (Tabakproduktion)
-den Geldbeutel belastend (könnte man besser für sinnvolle Dinge ausgeben oder spenden)
-junge Menschen öffentlich zur Nachahmung verführend

So, und jetzt möchte ich mal echte Argumente, d.h. einsehbare Begründungen hören, und nicht Katechismuszitate.
 
Erzmagier am 1.3.2010
Deus caritas est -> eros et agape
Gut, das Kath.net auch Artikel zu solchen Themen veröffentlicht. Man traut sich ja gegenwärtig schon kaum mehr zuzugeben, das man bspw. Kinofilme ohne Sex-Szene besser findet, um nicht als "prüde" oder "verklemmt" abgeurteilt zu werden.

Katechismus:

2352 Masturbation ist die absichtliche Erregung der Geschlechtsorgane, mit dem Ziel,
geschlechtliche Lust hervorzurufen. „Tatsache ist, daß sowohl das kirchliche Lehramt in seiner
langen und stets gleichbleibenden Überlieferung als auch das sittliche Empfinden der Gläubigen
niemals gezögert haben, die Masturbation als eine in sich schwere ordnungswidrige Handlung zu
brandmarken“, weil „der frei gewollte Gebrauch der Geschlechtskraft, aus welchem Motiv er auch
immer geschieht, außerhalb der normalen ehelichen Beziehungen seiner Zielsetzung wesentlich
widerspricht“. Der um ihrer selbst willen gesuchten geschlechtlichen Lust fehlt „die von der
sittlichen Ordnung geforderte geschlechtliche Beziehung, jene nämlich, die den vollen Sinn
gegenseitiger Hingabe als auch den einer wirklich humanen Zeugung in wirklicher Liebe realisiert“
(CDF, Erkl. „Persona humana“ 9).
Um ein ausgewogenes Urteil über die sittliche Verantwortung jener, die sich hierin verfehlen, zu
bilden und um die Seelsorge danach auszurichten, soll man affektive Unreife, die Macht
eingefleischter Gewohnheiten, Angstzustände und weitere psychische oder gesellschaftliche
Faktoren berücksichtigen, welche die moralische Schuld vermindern oder sogar auf ein Minimum
einschränken können (Vgl. dazu auch 1735).

@MAN

Danke für deinen Kommentar.
 
gebsy am 28.2.2010
Masturbation
Vergelt's Gott für die klaren Worte!
Für mich waren diese vor bald 30 Jahren das Geschenk des Lebens: "Selbstbefriedigung ist natürlich eine schwere Sünde" - ohne WENN und ABER - euer JA sei ein JA und euer NEIN ein NEIN. Die vielen Ausdeutungen verwirren letztendlich nur noch mehr ...
Nur dadurch kam ich erst auf die Idee, gerade IN der Versuchung Gott um seine helfende Gnade zu bitten. Diese Hilfe konkret zu erfahren, kann ich nur jedem Menschen von Herzen wünschen. In mir wurde damit auch das Mitleid für jene geweckt, die es nicht auf einen Versuch ankommen lassen, sondern lieber die Sünde wegdiskutieren ...
HERR ERBARME DICH IHRER !
 
 osterhase am 28.2.2010
Sind Pornos wirklich Sünde?
Wer wissen will, was meine Einstellung zu diesem Thema mit geprägt hat, kann bei diesem Link mal nachlesen.
weiter »
 
 JonArason am 28.2.2010
Seid vorsichtig
...solche Behauptungen aufzustellen, wie Ihr es hier tut. Leider hat dieses leidige und in der Vergangenheit völlig überbewertete Thema bei unzähligen Menschen zu großem, aber letztlich absurdem Gewissensleid geführt.
 
 MAN am 28.2.2010
Todsünde?
Bei der Selbstbefriedigung spielt wahrscheinlich die geistige Haltung eine große Rolle.
Wenn sich jemand selbstbefriedigt, es toll findet und nicht dagegen ankämpft, obwohl er weiß, dass es Sünde ist, dann ist diese Sünde sehr schlimm.

Wenn ein anderer hingegen in der Versuchung fällt, weil er nicht genügend Kraft hat, obwohl er die Selbstbefriedigung hasst, dagegen ankämpft und sich danach immer ärgert, dass er wieder reingefallen ist, dann kann dieses "sich darüber ärgern" schon eine aufrichtige Buße sein.
 
Karlmaria am 28.2.2010
Nur die Gewalt gebrauchen reißen das Reich Gottes an sich
Jeder muss es lernen, durch gewalttätige Anstrengung seinen Leib zu beherrschen. Sogar Seine Heiligkeit Papst Johannes Paul 2 hat sich selbst gegeißelt. Auf die sanfte Tour und nur mit viel Liebe und Verständnis geht da gar nix. Christus spricht vom Handabhacken oder Auge ausreißen.

Die Masturbation ist eine Todsünde, die uns im besten Fall ein langes Fegefeuer oder die ewige Verdammnis einbringt. Natürlich dürfen Leute, die die Masturbation betreiben nicht ohne vorherige Beichte die Kommunion empfangen.

Wie immer im Geistlichen Leben ist es ein Zusammenwirken von menschlicher Anstrengung und Göttlicher Gnade. Am meisten nützt für die Reinheit eine große Liebe zur Mutter Gottes. Sie ist die Ausspenderin aller Gnaden und Sie liebt die Reinheit und überschüttet jeden der Sie darum bittet mit vielen Gnaden.
 

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