| 11. Dezember 2009, 15:08 | Papst Benedikt kündigt Pastoralen Brief für Irland an
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| Vatikan veröffentlicht Stellungnahme über Krisengespräch zwischen Papst Benedikt und den irischen Bischöfen: Der Heilige Vater teilt die Entrüstung, den gefühlten Treuebruch und die Scham vieler Gläubiger in Irland
Vatikan (kath.net/RV)
Der Vatikan hat am Freitag am Nachmittag ein Statement über den irischen Krisengipfel beim Papst veröffentlicht. Anlass für das Treffen waren die Missbrauchsaffäre in der katholischen Kirche in Irland. kath.net dokumentiert die Stellungnahme im Wortlaut:
Der Heilige Vater nahm den Inhalt des Berichtes nach sorgfältiger Prüfung mit tiefer Beunruhigung und Bestürzung auf. Er möchte noch einmal sein tiefes Bedauern über die Handlungen einiger Mitglieder des Klerus ausdrücken, die die ernsten Versprechen an Gott sowie das ihnen von den Opfern, deren Familien und der Gesellschaft im Allgemeinen entgegengebrachte Vertrauen betrogen haben.
Der Heilige Vater teilt die Entrüstung, den gefühlten Treuebruch und die Scham vieler Gläubiger in Irland und ist mit ihnen in dieser schwierigen Stunde im Leben der irischen Kirche im Gebet vereint.
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Der Heilige Vater ruft Katholiken in Irland und in der ganzen Welt auf, mit ihm für die Opfer, ihre Familien und alle, die durch diese abscheulichen Verbrechen beeinträchtigt wurden, zu beten.
Er versichert allen Betroffenen, dass die Kirche den schwerwiegenden Sachverhalt mit größter Aufmerksamkeit verfolgen wird, um besser zu verstehen, wie diese beschämenden Ereignisse passieren konnten und wie man am besten effektive und sichere Strategien entwicklen kann, um ein erneutes Auftreten zu verhindern.
Der Heilige Stuhl nimmt die zentralen Fragen, die durch den Bericht aufgeworfen wurden, sehr ernst. Zu diesen Fragen gehört auch die Frage der Regierung/Herrschaft/Führung der lokalen Kirchenführer mit ultimativer Verantwortung für die pastorale Aufsicht/Pflege/Fürsorge für Kinder.
Der Heilige Vater beabsichtigt, einen Pastoralen Brief an die Gläubigen Irlands zu richten, in dem er ausführlich schreiben wird, welche Maßnahmen als Antwort auf die Situatio getroffen werden.
Schließlich möchte der Heilige Vater alle diejenigen ermutigen, die ihr Leben in großherziger Weise Kindern gewidmet haben. Möge ihre gute Arbeit im Namen des Guten Hirten Jesus Christus bewahrt sein.
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Lesermeinung
| | Veritate am 13.12.2009 | 
 | Vorschlag2 Zur Zeit haben wir die Situation in Irland. All die Beteiligten, müßten auf der Stelle rausgeschmissen werden. Wieso dauert dies schon wieder ? Genau hier haben wir ein Problem,. Wenn Rom zu lange wartet, dann muß es sich nicht wundern, das bald keine Iren mehr in die Kirche gehen. Wir leben heute in einer veränderten Medienlandschaft, diese ist extrem schnelllebig und wenn der Vatikan hier jedesmal zu lange zögert fällt das Kind immer schneller in den Brunnen. Der Schaden ist nie wieder gut zu machen. Es ist frustrierend zu sehen wie dies alles durch schleppendes Handeln zerfällt. ICH GLAUBE SIE HABEN ES IN ROM IMMER NOCH NICHT KAPIERT. Da muß heute gehandelt werde, nicht erst wieder in ein paar Wochen. Wann soll der Brief kommen ? Sind dann immer noch alle im Amt ? Es braucht eine extra Kommission, ausgegliedert aus der Glaubenkongrgation, die sich weltweit kümmert und zwar dann immer sofort, sonst funktioniet das nicht. weiter » | | |
 | alexius am 13.12.2009 | 
 | Gebe Ihnen recht Offenbar nicht nur in den letzten 30 Jahren ...
Ich gebe Ihnen recht. Darüber hinaus habe ich den Eindruck, daß Kleriker, die den Opfern Gehör schenk(t)en und sich für die Ernstnahme der Opfer und ihre natürlichen Rechte auf Anhörung und Schmerzensgeld einsetzen, auch heute noch ungern gesehen sind und bewußt "verschrien" werden, weil die falsche Loyalität zum generellen Programm "einer sofortigen Totalverteidigung der ebenso angeblich totalen Unschuld jedes Klerikers" einem netzwerkartigen Karrierismus zu dienen schien/scheint. Störenfriede, die diesem bequemen und stillen Karrierismus im Weg zu stehen scheinen, werden daher gerne miesgemacht.
Meine Hoffnung ist, daß der Brief des Papstes an die Katholiken und Katholikinnen von Irland auch eine Wegweisung für alle Teil- und Rituskirchen der Katholischen Kirche weltweit sein werde. Wir stehen insgesamt noch immer in einer Krise des Umbruchs, und dazu zählen auch die ganz wichtigen Fragen, die Sie aufwerfen. Um es anders zu sagen: Irland ist nicht das Ende der notwendigen Einsicht und Reform im besten katholischen Sinne, sondern Irland ist der Anfang eines Weges, den die Katholische Kirche weltweit nicht mehr verlassen kann. Dazu gehört meiner festen Überzeugung nach auch die Ernstnahme der heutigen Mediengesellschaft und die Anerkennung, daß es oft ohne den gewissenhaften Einsatz sämtlicher Medien weniger oder gar keinen Fortschritt (weg von gewissen Sünden-Systematiken) gäbe. Ich bin bestürzt, wenn angeblich-traditonalistische Kleinmedien heute noch von "medial hochgekochten" oder "angeblichen" Vorfällen sprechen.
Mit besten Grüßen von Dr. Alexander Pytlik weiter » | | |
| | Veritate am 13.12.2009 | 
 | Vorschlag @alexius
JP2 hat die Opfer nicht empfangen, dies ist Fakt. In den letzten 30 Jahren sind viele Kinde rmißbraucht worden, das ist auch Fakt. Es war schlichtweg zu wenig was man getan hat. Wenn ein Fall bekannt wird, muß sofort reagiert werden. Mit jedem Kontakt ist das Risiko da ,daß der entsprechende Kleriker sich wieder an dem Kind vergeht oder einer anderen Person. Wenn man im Vatikan nichts wußte, dann konnte man auch nicht einschreiten, aber es wurde oft immer nur dann reagiert, wenn es in der Zeitung stand. Wofür sind eigentlich die Kardinäle der einzelenen Länder verantwortlich, wieso sind da manche immer noch in Amt und Würde, siehe USA ? Das ist ja auch ein Vorwurf, den die Opferverbände machen. Der Papst kann nicht alles alleine tuen, aber er muß sich auf seinen Leute verlassen können. Wenn diese aber gravierend vesagen, dann muß er sie degradieren .Das würde dem Gerechtigkeitsemfinden der Opfer entgegenkommen und wäre auch eine Warnung an alle anderen,damit diese sich in Zukunft besser kümmern. weiter » | | |
 | alexius am 13.12.2009 | 
 | So einfach ist das nicht Einer der wichtigsten Berater des verstorbenen Dieners Gottes Johannes Paul II. war der jetzige Papst Benedikt XVI. als Kardinalpräfekt der Kongregation für die Glaubenslehre. Es fehlen uns ganz viele Informationen, um überhaupt einen Generalvorwurf gegen den meiner Meinung nach völlig berechtigt zur Seligsprechung anstehenden Papst Johannes Paul II. äußern zu können.
Meiner Einschätzung nach war und ist es auch heute noch für nicht wenige (vor allem "traditonellere") Katholiken schwierig, zahlreiche Einzelfälle des sexuellen Mißbrauchs als Fakten innerhalb des katholischen Klerus wahrzunehmen und als real geschehen zu akzeptieren. Es spielen da auch alte und schwerwiegend schadhafte "Verteidigungsmuster" eine Rolle: als ob es bei der Berichterstattung über Skandale in eigenen Reihen quasi-immer um (die links-progressistische) "Zerstörung der Kirche" gegangen wäre oder ginge. Nicht wenige haben die Chancen regelmäßig übersehen, die sich aus einer Reinigung und einem Neubeginn zur Reform und Rückgewinnung verlorener Glaubwürdigkeit der kirchlichen Verkündigung gerade dadurch ergeben haben. Wenn also so plump der Vorgängerpapst beschuldigt würde, dann müßten wir auch darauf blicken, wer ihn maßgeblich beraten hat usw. - so einfach ist das alles nicht.
Im übrigen sind auch während der Zeit von Papst Johannes Paul II. viele wichtige Schritte gesetzt worden, von denen die Kirche noch heute profitiert. So fällt die Verschärfung der Bestimmungen zum sexuellen Kindesmißbrauch in die Zeit seines Pontifikates. Im Schreiben des damaligen Joseph Kardinal Ratzinger (Epistula ad totius Catholicae Ecclesiae Episcopos aliosque Ordinarios et Hierarchas interesse habentes de delictis gravioribus eidem Congregationi pro Doctrina Fidei reservatis) vom 18. Mai 2001 heißt es unter anderem: "Wenn ein Bischof oder Hierarch auch nur vage Kenntnis von einer derartigen Straftat hat, muß er sie nach abgeschlossener Voruntersuchung an die Glaubenskongregation weitermelden ... bei einer von einem Kleriker begangenen Straftat an einer minderjährigen Person beginnt die Verjährung (10 Jahre) erst mit dem Tag, an dem die Person das 18. Lebensjahr vollendet hat (...) Durch diesen Brief, der im Auftrag des Papstes [Johannes Paul II.] an alle Bischöfe der Katholischen Kirche, an die Höheren Oberen der klerikalen Orden päpstlichen Rechts und der klerikalen Gesellschaften des apostolischen Lebens päpstlichen Rechtes und an andere Bischöfe und Hierarchen, die er angeht, gesandt wurde, sollen nicht nur schwere Straftaten generell vermieden werden. Er bezweckt darüber hinaus, daß Bischöfe und Hierarchen wachsame Seelsorge betreiben, um vor allem für die Heiligkeit der Priester und der Gläubigen Sorge zu tragen, auch mit Hilfe notwendiger Strafen."
Auch die Vorbereitung eines Dokumentes zur Verhinderung homosexueller Neupriester - um ein anderes Kapitel aufzuschlagen - begann meiner Erinnerung nach bereits unter Papst Johannes Paul II. Und die exemplarische sowie erfolgreiche Apostolische Visitation des Bistums St. Pölten und seines damaligen Priesterseminars fiel noch ganz in die Amtszeit des verstorbenen Papstes, der dann auch den Rücktritt des damaligen Diözesanbischofs Dr. Kurt Krenn annahm. Ebenso hatte er meiner Erinnerung immerhin anordnen lassen, daß während seines weiteren Pastoralbesuches in Österreich der damals noch lebende emeritierte Erzbischof Hans Hermann Kardinal Groër nicht anwesend sein würde.
Wie gesagt, es fehlen uns meines Erachtens zu viele Informationen, um einen solchen im Voreintrag geäußerten Generalvorwurf gegen Johannes Paul II. zu äußern.
Gesegneten 3. Adventsonntag! Padre Alex weiter » | | |
| | Veritate am 13.12.2009 | 
 | Verspätet Wo war Johannes Paul die ganze Zeit. Was hat er über all die Jahre nicht getan? Johannes Paul hat noch nicht einmal die Opfer empfangen wollen. Das war schäbig. Benedikt hat als erste Amtshandlung eine Instruktion herausgebracht, um Priesteramtskanidaten genauer zu überprüfen, um Pädophiliefälle zu vermeiden. Er ist nach Amerika um sich zu entschuldigen, er hat Opfer getroffen. Dies war positiv, auch hat er die Vergehen richtig angeprangert, er will jetzt nochmals verschärft reagieren, auch das ist gut, aber was wäre passiert wenn der Druck nicht von außen gekommen wäre? Wieso wird so schleppend gehandelt ? Ist da eine gewisse Betriebsblindheit zu beobachten ? Das Problem ist, das zu wenig über all die Jahre getan worden ist. Damit haben die Päpste ihre eigene Moral untergraben und geschwächt. Dies ist ein weiterer Grund warum Menschen aus der Kirche austreten. Die Prioritäten sich schlichtweg falsch gesetzt worden, man muß sich erst um die Verbrechen in der Kirche kümmern, bevor man selbst zum Moralapostel wird, sonst glaubt einem keiner mehr. weiter » | | |
 | alexius am 12.12.2009 | 
 | Klares Programm der Glaubwürdigkeit seitens des Papstes Danke für die Aufnahme der Übersetzung einer sehr wichtigen und zukunftsweisenden Stellungnahme des Heiligen Stuhles! Das angekündigte Schreiben des Papstes wird von höchster Bedeutung sein. Denn aus jedem konkreten Fall können auch alle anderen Teilkirchen lernen. weiter » | | |
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