| 27. November 2009, 17:05 | Schockiert und beschämt
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| Die katholische Kirche in Irland reagiert entsetzt auf den jüngsten Bericht über sexuellen Missbrauch durch Priester in der Vergangenheit. 
Dublin (kath.net/KNA)
Die katholische Kirche in Irland reagiert entsetzt auf den jüngsten Bericht über sexuellen Missbrauch durch Priester in der Vergangenheit. Der Primas und Kardinal Sean Brady zeigte sich «schockiert und beschämt» über den sexuellen Missbrauch durch Geistliche in der Erzdiözese Dublin. In einer Stellungnahme zu dem am Donnerstag veröffentlichten Murphy-Report entschuldigte sich der Erzbischof von Armagh bei den Opfern und ihren Familien.
Außerdem bat Brady die irische Bevölkerung um Verzeihung für die Vertuschung der Missbrauchsfälle durch die Kirche. Er bedauere, dass die Kirche die Bewahrung ihres eigenen Rufes «über die Sicherheit und das Wohl der Kinder» gestellt habe, hieß es weiter. Die Sicherheit von Kindern sei das oberste Gebot der Kirche, so der Primas: «Niemand in diesem Land steht über dem Gesetz.» Brady
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forderte alle Katholiken auf, bei der Aufdeckung von Verbrechen voll mit der Polizei zu kooperieren.
Der Erzbischof von Dublin, Diarmuid Martin, entschuldigte sich ebenfalls in einer ersten Reaktion für das Verhalten der Kirche und erklärte, er sei traurig und beschämt. Das Schlechte, das vielen
Kindern in kirchlichen Einrichtungen angetan worden sei, könne niemals wieder gutgemacht werden.
Laut dem Bericht der Kommission unter der Leitung von Richterin Yvonne Murphy hat die Erzdiözese Dublin zahlreiche Fälle von sexuellem Missbrauch durch Geistliche über mehr als 30 Jahre
systematisch vertuscht. Der Report befasst sich vornehmlich mit Missbrauchsvorwürfen von 1975 bis 2004, erhoben von 320 Personen. Seit Mai 2004 wurden 130 weitere Vorwürfe gemeldet.
(C) 2009 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Foto: Kardinal Sean Brady , (c) Irische Bischofskonferenz |
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Lesermeinung
 | Tadeusz am 29.11.2009 | 
 | Verrat salonfähig? Puchil "3. Diejenigen, die eine Entkoppelung von Priesterberuf und Ehelosigkeit verlangen, sind keine Träumer, sondern Menschen, die sich große Sorgen um die Zukunft der Seelsorge machen, viele Priester und auch Bischöfe sind inzwische dabei."
Ich mache mir da keine großen Sorgen. Ich bin auch ausdrücklich dafür keinen Priester als einen verheirateten Priester in der Pfarre zu haben.
Das erste ist Mangel.
Das zweite ist Sünde.
Ich kapiere nicht, dass Du Dir vorstellt, dass dies für Gläubige (für mich) akzeptable sein kann.
Wie kann ich einen verweltlichten Priester ernst nehmen?
Puchil, die 100 verschiedene protestantische Abzweige haben diese rechte, die Du aufgrund Deines Abfalls forderst.
Geh doch hin. | | |
 | Keoma am 29.11.2009 | 
 | die Sache in Irland... Das war das Land, das wir immer als eine Insel der Seligen gesehen hatten... Natürlich stehen diese entsetzlichen Fälle nicht für die ganze Kirche.. Aber woher wissen wir, das es nicht noch viel mehr solche Geschichten gibt?
Das ist schlimm, sehr schlimm; nichts, das man mit ein paar "frommen Sätzen" abhandeln und wieder zur Tagesordnung übergehen könnte. Ein tiefer Riss in einem "Paradies des Katholizismus".
Jeder von uns sollte privat Buße tun über das, was unsere Brüder auf der Insel getan haben. | | |
| | Puchil am 29.11.2009 | 
 | Kein Märchen, sondern bittere Wirklichkeit 1. Natürlich hat Jesus ehelos gelebt, natürlich gab es in der Kirche und wird und soll es auch immer zölibatär lebende Priester geben. Das ist nicht der Punkt.
Der Punkt ist, dass weder biblisch noch dogmatisch eine Koppelung zwischen Priestertum und Ehelosigkeit vom Wesen des kirchlichen Amtes her gefordert ist. Die unbedingte Koppelung ist vielmehr eine geschichtlich gewachsene kirchenrechtlich Bestimmung, die jederzeit auch geändert werden kann.
2. Das häufige Scheitern von Priestern am Zölibat ist kein Märchen sondern Tatsache, wenn man bereit ist, Fakten anzuerkennen. Nach seriösen Untersuchungen in Österreich, Polen und USA haben rund 50% der Priester mehr minder große Probleme mit der Verwirklichung des Zölibates.
3. Diejenigen, die eine Entkoppelung von Priesterberuf und Ehelosigkeit verlangen, sind keine Träumer, sondern Menschen, die sich große Sorgen um die Zukunft der Seelsorge machen, viele Priester und auch Bischöfe sind inzwische dabei. | | |
 | Tadeusz am 29.11.2009 | 
 | @Puchil Puchil "An Tadeusz
In der Diözese Linz leben ca. 150 Priester ohne Amt. Die allermeisten von ihnen haben ihren Beruf aus Zölibatsgründen verlassen müssen. Ich gehöre dazu.
Sind wir - um in deiner Sprache zu bleiben -alle abgefallen, abartig und Diener des Teufels?"
Nein - sowie Du und Deine 150 abgefallene Priester Buße tut und die Kirche weiterhin gemäß der Lehre Christi und der Kirche unterstützt.
Ja (EINDEUTIG) - wenn Du den abgefallen Zustand rechtfertigen möchtest und daraus eine Regel für die Kirche ableiten möchtest.
Ein weiteres Zitat: "Viele von uns leben nach ihrer "Laisierung" in völlig geordneten Verhältnissen mit der Kirche und arbeiten segensreich und verdienstvoll in ihren Heimatpfarreienaktiv mit."
Unter völlig geordnet, verstehe ich auf keinen Fall teuflische Forderungen zur Abschaffung des Zölibats aus den theoretisch "eigenen" Reihen.
Wirklich "Völlig geordnet" dagegen ist die Unterstützung der Entscheidungen des Papstes und die Verteidigung der Kirche gegen die Aktivisten des Satan. Dies ist auch nach dem Abfall in die nicht-priesterlichen Verhältnisse selbstverständlich möglich. Nicht jedem ist es gegeben, Priester zu sein.
Grundsätzlich aber staune ich : nur Provinz Linz und 150 abgefallene Priester? Diese Anzahl der abgefallenen gleicht wahrscheinlich derer der Polen, Tschechen und Slovakei zusammen aus den letzten 3 Jahren...
Die Kräfte des Bösen hatten statistisch keine schlechte Ernte in der winzigen Provinz Linz.
Und bei dieser Erkenntnis stellt Du diese Deine Frage? Bist Du blind oder hast Du keinen Unterscheidungsvermögen mehr?
Gibt es bei Euch in Linz überhaupt noch katholische Kirsche oder ist alles mittlerweile recht "open minded"...? Warum wollt Ihr überhaupt noch den Namen "Katholische Kirche" behalten? | | |
 | Gandalf am 29.11.2009 | 
 | Das Märchen vom 'heufigen Scheitern' @puchil: Der Zölibat wurde bereits von Christus angesprochen und gelebt, daher durch eine christologische Eigenschaft. Zum Thema "häufiges Scheitern" sei nur angemerkt, dass derzeit mehr Leute an der Ehe (In Wien werden über 50 % der Ehen geschieden!) scheitern als Priester am Zölibat. Und man sollte nicht, nur weil man persönlich den Zölibat nicht geschafft hat, dann meine, dass die Weltkirche hüpfen muss und die Spielregeln ändern muss, was ja Gott sei Dank ja eh nicht passiert, auch, wenn ein paar Träumer hier das erhoffen. So eine Weitblick hat man ja in Rom, dass man hier klar auf Kurs bleibt. weiter » | | |
| | Puchil am 29.11.2009 | 
 | Bitte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen 1. Der Vergleich zwischen Zölibat und Ehe hinkt.
Die Ehe ist ein Sakrament. Der Zölibat ist ein Versprechen, das mit dem Sakrament der Priesterweihe - geschichtlich gewachsen - als kirchenrechtliche Betimmung gekoppelt worden ist. Die kirchenrechtliche Bestimmung ist veränderbar, aber nicht das Sakrament. Das häufige "Scheitern" am Zölibat spricht nicht gegen den Priesterberuf sondern gegen die Koppelung zwischen Ehelosigkeit und Priestertum.
2. Ich zwinge niemanden etwas auf. Ich weise nur auf vorhandene Probleme hin und mache Vorschläge, wie sie vernünftig zu lösen wären. | | |
 | Gandalf am 29.11.2009 | 
 | @Puchil Man sollte nicht unbedingt sein "persönliches Scheitern" beim Zölibat immer dann allen anderen und der Weltkirche aufzwingen, denn nur weil eine Priesterberufung scheitert, spricht das noch nicht gegen den Priesterberuf und die damit verbundenen Voraussetzungen. Auch zahlreiche Ehen scheitern, das spricht nicht gegen die Ehe und wie sagte Kardinal Schönborn im April 2009: "Wer diesen Weg der Nachfolge Jesu wählt, weiß, worauf er oder sie verzichtet. Die Zeit der Prüfung vor der endgültigen Bindung an diese Lebensform ist ausreichend lange." weiter » | | |
| | Puchil am 29.11.2009 | 
 | An Tadeusz In der Diözese Linz leben ca. 150 Priester ohne Amt. Die allermeisten von ihnen haben ihren Beruf aus Zölibatsgründen verlassen müssen. Ich gehöre dazu.
Sind wir - um in deiner Sprache zu bleiben -alle abgefallen, abartig und Diener des Teufels?
Viele von uns leben nach ihrer "Laisierung" in völlig geordneten Verhältnissen mit der Kirche und arbeiten segensreich und verdienstvoll in ihren Heimatpfarreienaktiv mit.
Du verletzt mit deiner abfälligen Wortwahl die Würde vieler Priester ohne Amt und ihre Familien. Ist dir das bewusst? | | |
 | Tadeusz am 28.11.2009 | 
 | Kein Verständnis Unsere Kirche kann nicht von Priestern geführt werden, die irgendwas im Schilde führen.
Was würde Jesus dazu sagen?
Es ist sicher, dass die Angriffe auf die Kirche durch die Anhänger des Bösen geführt werden.
Trotzdem gilt es in solchen Fällen, alle Unklarheiten genau zu prüfen und Fehler auszumerzen. Es dient unserer Kirche NICHT, die Abartigkeiten mancher falschen Priester zu verheimlichen.
Sie muss klar reagieren (und nicht 30 JAHRE lang, die Schuldigen dieser Abartigkeiten schützen).
Die falschen Priester sind gefallene Priester - sie haben sich für den Dienst am Fürsten der Hölle entschieden. Sie müssen IMMER aus dem Kreis der kirchlichen Führer entlassen werden. | | |
 | Epiklese am 28.11.2009 | 
 | @Gandalf & Jungwolf Ich denke auch, daß "sündhafte Menschen generell" das eigentliche Problem sind; bzw. die Anfälligkeit der erbsündlich geschwächten Menschen. Das Vokabular mag Atheisten jetzt abschrecken, aber in der Sache selbst, der Möglichkeit von Schwäche und Verfehlung, müsste doch auch eine gemeinsame Basis mit Darwinisten z.B. zu finden sein.
Übrigens gab es ja sehr viele Mißbrauchsfälle in den Kinderheimen der "DDR", deren Dimensionen auch zu der Zeit (erneut) offensichtlich wurden, als es sehr viel Berichterstattung über die Fälle in Irland gab.
Nur habe ich den Eindruck, daß viele Medien zwischen "guten" und "schlechten" Mißbrauchsopfern unterscheiden, wobei die "guten" die Opfer von Kirchenleuten sind.
Man denke auch an Roman Polanski, der immerhin ein 13-jähriges Mädchen unter Drogen setzte und sie brutal vergewaltigte. Reaktion: Künstler! Lange her! Spießige USA! Et cetera.
Ansonsten finde ich noch wichtig, daß Mißbrauchsopfer nicht für politische Zwecke instrumentalisiert werden, um gegen die Kirche zu argumentieren. In einem Interview hat der Hl. Vater einmal gesagt, daß man nur noch weinen könne, wenn man in Archiven nachliest, wie sich manche Kirchenleute im Laufe der Geschichte verhalten hätten.
Und naja: es ist gut und richtig, darauf hinzuweisen, daß die Kirche nicht nur aus Heiligen besteht. Bzw.: es WAR gut und richtig. Heute wäre es aber gut und richtig darauf hinzuweisen, daß die Kirche nicht nur aus Kinderschändern u.dgl. besteht!
Hier ist die Kirche viel weiter als viele Medien. Katholiken wissen um die Schwäche des Menschen, all diese Verfehlungen, Sünden; aber sie wissen auch um das Große, das Schöne und das Heilige der Kirche. Ein Kardinal kann sich hinstellen und sagen, daß er "schockiert und beschämt" sei, ob dieser Fälle. Später kann er aber auch die Heiligen loben. Und viele Medien kennen diese realistische Ausgewogenheit leider nicht. = ( | | |
 | Gandalf am 28.11.2009 | 
 | @jungwolf Diese Pauschalisierung ist abzulehnen. Das Problem sind nicht Priester und Bischöfe, das Problem sind sündhafte Menschen generell. | | |
| | jungwolf am 28.11.2009 | 
 | Priester sind das Problem @gandalf: "Nicht Pädophilie sondern Homosexualität ist das Problem der Kirche" .
Nein, nicht Homosexualität! Es sind Priester, die moralisch so tiefstehend sind, dass sie wehrlose, ihnen anvertraute Schützlinge missbrauchen. Hier gibt es nichts abzuwälzen. Das Problem sind Priester und Bischöfe, nicht "Homosexualität". | | |
 | rusty24 am 28.11.2009 | 
 | Die ganze welt braucht Gebet. Was ist gebet? Gebet ist Angesicht zu Angesicht vor Gott zu stehen und fuer erbarmen zu bitten. Kirche im Irland braucht unsere Gebete, Segnungen, Opfern. Beten wir taeglich. Niemand hat das rezept fuer die Welt nur Christus. | | |
 | Janowitz am 27.11.2009 | 
 | @Puchil Die angenommenen zehn Prozent beziehen sich aber, wenn ich richtig gelesen habe, nicht nur auf religiöse Berufe. Wie diese Zahl zustande gekommen ist, lässt sich aus dem zitierten Text leider nicht herauslesen, was nicht heissen soll, dass sie grundsätzlich nicht stimmen kann, wobei Gandalf einen wichtigen Einwand gemacht hat. Ich werde mal versuchen, mehr darüber herauszufinden.
Probleme mangelnder Frühdiagnose und spätere sündhafte innerkirchliche Vertuschung spielen sicherlich eine herausragende Rolle.
Dass es ähnlich gelagerte Pädophiliehäufigkeiten auch bei Lehrern, Imanen und Rabbis gibt, entlastet uns als Kirche zwar nicht,
jedoch besteht, auch nach der vorliegenden Untersuchung, keinerlei kausale Beziehung zwischen Pädophilie und zölibatärer Lebensweise, was der Kirche von liberalistischer Seite ja schon seit dem Kulturkampf regelmässig offen oder subtil unterstellt worden ist.
Lasst uns nicht aufhören, den Herrn um Linderung, Heilung und Versöhnung bei den Menschen zu bitten, denen Böses angetan worden ist und um besseres Wissen um Früherkennung und dessen folgerichtige Anwendung in den Seminaren. weiter » | | |
| | Puchil am 27.11.2009 | 
 | Beleg Cornelius T. McQuillan CSSP, USA
in: Journal of Pastoral Counseling I.I. 2004 | | |
 | Gandalf am 27.11.2009 | 
 | @Puchil Bitte bei solchen Behauptungen mal ordentliche Quellen angeben, alles andere ist unseriös. Im übrigen: "Nicht Pädophilie sondern Homosexualität ist das Problem der Kirche" (siehe link) weiter » | | |
| | Puchil am 27.11.2009 | 
 | Sehr tragisch! Dazu einige Prozentzahlen
Vor einiger Zeit haben die Bischöfe der USA Aufzeichnungen vorgelegt, die enthüllen, dass ungefähr 3% aller Priester des sexuellen Missbrauches von Minderjährigen beschuldigt werden.
Genaueren Studien zufolge liegen jedoch die Schätzungen höher: bis zu 10% aller in religiösen Berufen Tätigen sind pädophil. | | |
 | Gandalf am 27.11.2009 | 
 | Welche Tragik! Dass bei solchen schlimmen Dingen leider auch Kirchenleute manchmal viel zu spät reagiert haben.. | | |
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